Enterprise 2.0 Summit im Rahmen der CeBIT

Der Gipfel ruft. Die Tickets sind gebucht. Morgen geht’s nach Hannover zum Enterprise 2.0 Summit, der im Rahmen der CeBIT Global Conferences 2008 stattfindet.

Das Programm der eintägigen Konferenz, organisiert von KongressMedia GmbH, will mit Keynotes und Best-Practice Beispielen einen Überblick zu den Themen Social Software und Web 2.0 im Unternehmenseinsatz geben.

Die Liste der Referenten ist eine interessante und ausgewogene Mischung aus deutschen, europäischen und amerikanischen Experten. Ich bin nicht nur gespannt auf das Programm, sondern auch auf die Teilnehmer des Summits. Eine kleine Anfrage bei Twitter via Terraminds liefert erste Hinweise. Weitere, ausführliche Infos gibt’s auf der Facebook Seite des Events.

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JotSpot reinkarniert als Google Sites

Ende Oktober 2006 akquirierte Google den Wiki Service JotSpot. 16 Monate und unzählige Spekulationen später, lüftete Google vor drei Tagen das Geheimnis um dessen weitere Verwendung.

Google Sites basiert auf der JotSpot Technologie und verstärkt Google Apps, die Online Collaboration Suite von Google, zu der auch Gmail, Google Calender, Google Docs und Google Talk gehören.

Mit Google Sites können in einer Wiki-Arbeitsumgebung und ohne HTML Kenntnisse Webseiten gemeinsam erstellt werden, in denen neben Text auch Tabellen, Präsentationen, Slideshows, Kalender und Videos, etc. von anderen Google Diensten eingefügt werden können. Erklärtes Ziel ist es, den Nutzern in Unternehmen und Organisationen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sich schnell und unkompliziert Intranet-, Projekt- oder Profilseiten bauen lassen.

Obwohl Google das Wort ‘Wiki’ vermeidet, sind wiki-typische Funktionen eingebaut. Jeder, der berechtigt ist, kann Seiten nicht nur lesen, sondern auch editieren. Alle Veränderungen werden aufgezeichnet, so dass sie bei Bedarf auch wieder rückgängig gemacht werden können.

Die Reaktionen auf Google Sites fallen sehr unterschiedlich aus. Während beispielsweise Venture Beat oder Webware.com lobende Worte finden, gibt es viele Stimmen, die nach 16 Monaten Entwicklung von einem Mega-Unternehmen wie Google etwas mehr erwartet hätten, etwa eine bessere Integration mit den anderen Diensten.

Was trotz aller ‘Unperfektheiten’ für Google spricht, sind die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit der Services, die nicht vorhandenen bzw. niedrigen Kosten und die Gewissheit, dass auch ein steigender Bedarf bedient werden kann. Zumindest für kleinere und mittlere Unternehmen könnte das Google Apps Paket eine – wenn auch im Funktionsumfang reduzierte – Alternative zu Microsoft’s SharePoint oder IBM’s Lotus Notes darstellen. Mal sehen, ob Google’s Strategie, durch die Hintertür und an der IT vorbei in die Unternehmen zu gelangen, auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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Enterprise 2.0 zum Kennenlernen

Immer mehr Menschen haben in den letzten Jahren die Möglichkeiten von Web 2.0 Tools und Social Software kennen- und schätzen gelernt. An ihren Arbeitsplätzen müssen sie aber noch weitgehend darauf verzichten. Die R/Evolution im Web ist bei den meisten Unternehmen in Deutschland noch nicht angekommen. Web 2.0 für Unternehmen, kurz Enterprise 2.0, findet bisher nur vereinzelt statt.

Aber in Fällen, bei denen Firmenchefs und Entscheider selbst Erfahrungen etwa mit Blogs, Wikis oder Social Networks gemacht haben, wächst mit zunehmendem Verständnis auch die Chance auf die Einführung neuer Lösungen. Bestes Beispiel: Frank Roebers und die Synaxon AG, das von brandeins ausführlich dokumentiert wurde. Chef und Vorstandssprecher Roebers testete zunächst Wikipedia als Autor eines Artikels und war von den Möglichkeiten dieses kostenlosen Wissensmanagementsystems so begeistert, dass er bei Synaxon ein Wiki als zentrales Nervensystem einführte. Die Vorteile: Wikis sind intuitiv zu bedienen, sowohl das Wissen als auch die Arbeitsbeziehungen werden transparenter, was dazu führt, dass die Zusammenarbeit insgesamt effektiver wird – und das alles bei vergleichsweise geringen Kosten.

Wer sich als Entscheider über die Chancen und Potenziale von Enterprise 2.0 für sein Unternehmen informieren will, hat in den kommenden Wochen eine Reihe von Gelegenheiten:

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Die Google Generation ist ein Mythos

Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung zum Thema Nutzung virtueller Bibliotheken, die von JISC (Joint Information Systems Committee) und der British Library in Auftrag gegeben und vom CIBER Research Team am University College London erstellt wurde.

Damit widerspricht der kürzlich vorgestellte Untersuchungsbericht ‘Information Behaviour of the Researcher of the Future’ (35 Seiten, pdf) der weit verbreiteten Meinung, die sogenannte Google Generation (Digital Natives, Net Generation, Millenials, etc.) also junge Menschen, die bereits mit dem Internet aufgewachsen sind, wären die erfahrensten und kundigsten Web Nutzer.

Obwohl die Jugendlichen eine offensichtliche Leichtigkeit und Vertrautheit mit Computern an den Tag legen, verlassen sie sich bei ihren Recherchen überwiegend auf Suchmaschinen, betrachten die gefundenen Inhalte mehr als sie zu lesen und lassen die Fähigkeit zur kritischen Bewertung und Prüfung weitgehend vermissen.

Interessant ist auch ein weiteres Ergebnis: Eigenschaften, die bislang jugendlichen Nutzern zugeschrieben wurden, wie Ungeduld bei Suche und Navigation mit immer kürzeren Toleranzspannen, ist inzwischen die Norm für alle Altersgruppen, angefangen von Grundschülern bis hin zu Professoren.

Den Akademikern bescheinigt der Report sogar ein Hamster-Verhalten (‘squirreling behaviour’):

Academic users have strong consumer instincts and research shows that they will squirrel away content in the form of downloads, especially when there are free offers. In spite of this behaviour and the very short session times that we witness, there is no evidence as to the extent to which these downloads are actually read.

Die erste Langzeit Studie dieser Art wurde vom CIBER Research Team über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführt, um herauszufinden, wie Lernende und Lehrende in Zukunft mit digitalen Wissensressourcen umgehen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen britischen Bibliotheken helfen, sich bei der Digitalisierung ihrer Bestände bestmöglich auf die Bedürfnissen (‘digital mindset’) ihrer zukünftigen Nutzer einzustellen.

(via Nicholas Carr)

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Enterprise 2.0 Erfolgsgeschichten

Enterprise 2.0 steht für Web 2.0 beziehungsweise Social Software im Unternehmenskontext. Seit der Einführung des Begriffs im Jahr 2006 wird das Thema kontrovers diskutiert und bei der Einschätzung des Potenzials gibt es stark auseinander gehende Meinungen. Der Graben zwischen Traditionalisten und Visionären ist tief. Expemplarische Vertreter der beiden Richtungen sind Andrew McAfee und Tom Davenport, die bereits mehrfach in vielbeachteten Debatten aufeinander getroffen sind.

Ein Argument, das gerne gegen Enterprise 2.0 ins Feld geführt wurde, waren mangelnde Fallbeispiele. Die Zeit arbeitet allerdings für Enterprise 2.0. Immer mehr Unternehmen setzen auf innovative Konzepte und liefern Beispiele für erfolgreiche Umsetzungen. Bill Ives hat auf Portals and KM (bislang) 12 Enterprise 2.0 Erfolgsgeschichten aus dem Jahr 2007 gesammelt.

Andrew McAfee ergänzt die Liste per Kommentar um einen besonders delikaten Fall. Intellipedia, ein gemeinsames Projekt der US Geheimdienste, orientiert sich an Wikipedia und nutzt Wikis (MediaWiki) zum Austausch von Informationen.

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Zotero: Das Online Recherchetool für Profis

Zotero ist ein augeklügeltes Recherchetool, das über einfaches Ablegen von Bookmarks oder Favoriten weit hinausgeht. Der Service ist als kostenlose Firefox Erweiterung erhältlich und wird somit direkt in den Browser integriert.

Vom Center for History and New Media ursprünglich für die akademische Community, insbesondere Bibliothekare entwickelt, kann Zotero aufgrund seiner umfangreichen und durchdachten Funktionen aber auch für Wissensarbeiter überaus interessant sein.

Im Oktober 2006 habe ich Zotero auf diesem Blog bereits vorgestellt. In der Zwischenzeit ist die Entwicklung allerdings mächtig vorangeschritten. Bob Walsh hat die neuesten Informationen auf Web Worker Daily.

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Facebook im Unternehmenseinsatz

Mit den Überlegungen, Facebook auch für den Unternehmenseinsatz zu nutzen, habe ich mich bereits in ‘Facebook als Modell für die Intranets von morgen?’ beschäftigt. Ging es damals noch um eventuelle Potenziale und theoretische Möglichkeiten, gibt es inzwischen konkrete Beispiele, wo Facebook bereits als Ergänzung oder gar Ersatz des klassischen Intranets genutzt wird.

Bereits Mitte November kündigte Alfresco als erster Software Provider an, seine Enterprise-Content-Management Lösung (ECM), welche die Entwicklung inhaltsbezogener Anwendungen ermöglicht, in Facebook zu integrieren.

Bill Ives berichtete Ende November über den Software Anbieter Serena, der sein bestehendes Intranet durch Facebook als Frontend ersetzte, das mit einem preiswerten Content Management System hinter der Firewall gekoppelt ist.

Der entscheidende Vorteil von Facebook (aber auch anderen Social Networking Tools) besteht in dem, was Bill Ives mit sozialem Kontext beschreibt. Das Finden von aktuellen und relevanten Informationen über Kollegen und deren Aktivitäten sowie unkomplizierter Kontakt und schnelle Kommunikation.

Während Alfresco und Serena als Software Anbieter in der Lage waren, eigene, maßgeschneiderte Lösungen für die Integration in Facebook zu entwickeln, hat die Firma WorkLight mit dem Service WorkBook eine Lösung ‘von der Stange’ angekündigt, die vor allem den Sicherheitsbedürfnissen von Unternehmen gerecht werden soll (“A Secure Corporate Overlay for Facebook”). In der Presseerklärung vom 19. Dezember 2007 heißt es dazu:

The WorkBook application combines all the capabilities of Facebook with all the controls of a corporate environment, including integration with existing enterprise security services and information sources, allowing companies to harness the capabilities provided by the social networking service and provide their employees with a safe and secure solution for increased productivity and communication. With WorkBook, employees can use Facebook to find and stay in touch with corporate colleagues, provide status updates, publish and receive company-related news and create bookmarks to enterprise application data and securely share these bookmarks with authorized colleagues. Employees can feel free to use Facebook, and enterprises can be safe in the knowledge that the danger of information being leaked outside the organization or access being granted to unauthorized personnel no longer exists.

Wie das Ganze in der Umsetzung aussehen soll, zeigt dieser Ausschnitt aus einem Screenshot:

workbook_small

Ob WorkBook halten kann, was WorkLight da verspricht, muss sich noch zeigen. Zur Zeit wird die Anwendung von drei großen Kunden getestet; die Veröffentlichung ist für Februar 2008 geplant.

Weiterführende Links:

Andrew McAfee – Warning: This Post is Not About the Interesting Stuff

Andrew McAfee- WorkBook: Getting Facebook Ready for Work

Andrew McAfee – People, Computers, and People People

Andrew McAfee – Facebook on the Intranet? No — Facebook AS the Intranet

Collaborative Thinking – Enterprise-enabling Facebook

Ross Dawson – How to make Facebook secure for organizational use: no more excuses!

CMS Watch – Is Facebook in the Enterprise an Oxymoron?

CMS Watch – Twelve Predictions for 2008

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