New Clues von den Autoren des Cluetrain Manifesto

1999 veröffentlichten die 4 Autoren Christopher Locke, Rick Levine, David Weinberger und Doc Searls das Cluetrain Manifesto. Es war der Versuch, Mainstream Medien und Marketing Leuten zu erklären, dass sie keine Ahnung haben, wie das Web funktioniert und gleichzeitig darzulegen, worin die Möglichkeiten der Kommunikation im Netz für uns alle bestehen.

Sie formulierten 95 provokante Thesen, um zu zeigen, dass das Zeitalter der Massenkommunikation vorbei ist und sich die Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Kunden zugunsten letzterer verschoben haben. Das Web war von Anfang an ‘social’, auf die direkte Kommunikation und globale Gespräche ausgerichtet. Die Teilnehmer der vernetzten Märkte hatten immer weniger Respekt für humorlose, monotone Marketing-Sprechblasen. Weiterlesen

DNS-Problem verantwortlich für Blackout bei Facebook. Was bitte ist DNS?

Heute vormittag war Facebook in vielen Teilen Europas, des Mittleren Ostens und Afrikas über Stunden nicht erreichbar. Die Ursache war laut heise.de anscheinend ein DNS-Problem. Einige DNS-Server konnten die Adresse www.facebook.com nicht richtig auflösen, sprich sie in die IP-Adresse der Facebook-Server umwandeln. Wer als Unwissender daraus nicht wirklich schlau wird und sich fragt, was denn DNS ist, erhält bei Wikipedia folgende Auskunft:

„Das DNS ist ein weltweit auf tausende von Servern verteilter hierarchischer Verzeichnisdienst, der den Namensraum des Internets verwaltet. […] Hauptsächlich wird das DNS zur Umsetzung von Domainnamen in IP-Adressen („forward lookup“) benutzt. Dies ist vergleichbar mit einem Telefonbuch, das die Namen der Teilnehmer in ihre Telefonnummer auflöst.“

Wem das noch zu nebulös ist, dem kann vielleicht das folgende Video weiterhelfen, das leider nur auf Englisch verfügbar ist. Es stammt von learnDNS.com und soll das DNS, das Domain Name System – einen der wichtigsten Bestandteile des Internet –  in einfachen Worten erklären:

(DNS Video via Digital Inspiration)

Setzt Google mit dem Fokus auf Google+ den Kern seines Geschäftsmodells auf’s Spiel?

Google ist mit seinem neuesten Update zur Suche namens “Search, plus Your World” (SPYW) auf heftige Kritik gestoßen. Die Integration von sozialen Verbindungen (Social Graph) in die Suche kann prinzipiell eine gute Sache sein, weil sie spezifischere, personalisierte Suchergebnisse liefern kann. Google nutzt dazu bislang allerdings nur Informationen aus Google+ und anderen Google Diensten wie Picasa, YouTube oder dem Google Reader. Daten von anderen wichtigen sozialen Plattformen wie Facebook oder Twitter werden erstmal nicht verarbeitet, was Kritiker veranlasst, die Relevanz des Angebots und gar Google’s Integrität als Unternehmen in Frage zu stellen. Sicher ist, eine soziale Suche, die diesen Namen verdient, muss Ergebnisse aus allen wichtigen sozialen Plattformen reflektieren. Was ist der Grund für Google’s ziemlich robuste Strategie im Zusammenhang mit der Promotion von Google+ und SPYW? Warum riskiert Google, die öffentliche Meinung derart gegen sich aufzubringen? Ist es die Arroganz eines Monopolisten, der Too Big To Fail ist und glaubt, sich alles leisten zu können?

Vielleicht ist es etwas komplizierter. Google’s Mission war es von Anfang an, das offen zugängliche Web zu crawlen, zu indexieren und für alle zugänglich zu machen. Die Strukturen im Netz haben sich durch soziale Netzwerke wie Facebook in den letzten Jahren grundlegend geändert. Facebook und ähnliche Veranstaltungen sind “walled-gardens”, Daten-Silos, die von Google und seinen Crawlern nur begrenzt durchsucht werden können. Das gleiche gilt – eingeschränkt – auch für Twitter. Obwohl der überwiegenden Teil der Tweets öffentlich ist (Twitter spricht von 250 Millionen pro Tag), braucht Google zusätzliche Daten, um sinnvolle Ergebnisse zu liefern. Amit Singhal, der Verantwortliche für die Google Suche zu diesem Problem:

A good product can only be built where we understand who’s who and who is related to whom. Relationships are also important alongside content. To build a good product, we have to do all types of processing. But fundamentally, it’s not just about content. It’s about identity, relationships and content. Anything else trivializes a very hard product.

Bereits 2007 hat Google mit Open Social versucht, auf diese Entwicklungen mit offenen Standards zu reagieren, ist aber gescheitert. Bei der Realtime-Search, die 2009 eingeführt wurde, bezahlte Google sowohl an Twitter als auch an Facebook Lizenzgebühren, um Zugang zu qualifizierteren Datensätzen zu erhalten. (Eine kleine Zwischenfrage: Wem gehören eigentlich die Tweets oder Statusupdates, die da verkauft wurden? Den Nutzern, welche die Inhalte generierten oder den Plattform-Betreibern?) Die Entwicklung dieses Dienstes hat Google einiges an Geld und Entwicklungsarbeit gekostet. Er verarbeitete Echtzeit-Daten aus verschiedenen Quellen – neben Twitter und Facebook u.a. auch von MySpace, Quora, Gowalla oder Identi.ca. und lieferte gute Ergebnisse. Als Twitter Anfang Juli 2011 den Vertrag nicht mehr verlängerte und Google den Zugang zu diesem speziellen Datenstrom sperrte, entschied Google, die Realtime-Search vorerst einzustellen, weil der überwiegende Teil der Inhalte von Twitter stammte. Dagegen verlängerte Twitter  einen ähnlichen Deal mit Bing, Microsoft’s Suchmaschine, die ebenfalls eine soziale Suche anbietet. Facebook stellt aufgrund der Verflechtungen mit Microsoft Bing sowieso mehr Daten zur Verfügung als Google.

Google hat zwar schon frühzeitig erkannt, welche Bedeutung dem Thema “Social” im gesamten Web zukommt und welche Rolle es auch für die Suche spielen wird. Die ersten Versuche Google’s, das soziale Web durchsuchbar zu machen, scheiterten. Da Google über keine (nennenswerten) eigenen sozialen Signale verfügte, war es abhängig von den großen Playern wie Facebook und Twitter. Meines Erachtens setzt der neue CEO Larry Page deswegen mit soviel Nachdruck auf eine eigene Social Strategie mit Google+ und dem +1 Button, um eben den Kern seines Geschäftsmodells – die Suche – auch in den Zeiten des Social Web intakt zu halten. Es geht weniger darum, Facebook als Social Network Konkurrenz zu machen.

Ich gehe davon aus, dass “Search, plus Your World” sich in einem vorläufigen Stadium befindet, in dem Google mit eigenen sozialen Daten experimentieren kann, um es kontrolliert weiter zu entwickeln. Auch bin ich fest davon überzeugt, dass Google wie schon bei der Realtime Search mittelfristig daran interessiert ist, ein breites Spektrum an relevanten Quellen, natürlich auch Facebook und Twitter zu integrieren. Dazu braucht es eine für alle Seiten tragfähige und verbindliche Lösung. Wie die aufgeregten Reaktionen von Facebook und Twitter gezeigt haben, ist Google inzwischen in einer besseren Verhandlungsposition. Und wie eine Verständigung aussehen könnte, skizziert Danny Sullivan in seinem Artikel “A Proposal for Social Network Détente”. Google’s soziale Suche würde durch Inhalte aus Facebook und Twitter reichhaltiger werden, während beide – insbesondere Twitter – von Google  im Hinblick auf die Such- und Sichtbarkeit ihrer Inhalte profitieren könnten. Letztendlich aber würde es uns, den Nutzern, am meisten zu Gute kommen.

Die Evolution der Google Suche

Von einem Forschungsprojekt zweier Studenten an der Universität Stanford im Jahr 1996 bis zu einem der größten Internet-Unternehmen weltweit war es ein langer Weg. Das Herzstück des Unternehmens ist und bleibt trotz aller Diversifizierung die Suchmaschine. In einem sechsminütigen Video erklären prominente Google Mitarbeiter wie Marissa Mayer oder Ben Gomes die Entwicklung der Suchmaschine über wichtige Stationen hinweg.

Einige der Meilensteine, die im Video hervorgehoben werden:

  • Universal Results: Die Integration von Bildern, Videos, News, etc.  in die Suchergebnisseiten (SERPs)
  • Quick Answers: Die Präsentation von schnellen Antworten in sogenannten One-Boxes oben auf den SERPs zu Sportergebnissen, Flugzeiten, Wetter, etc.
  • Die Zukunft der Suche: Google war schon immer besessen von Geschwindigkeit. Google Instant liefert noch schnellere und bessere Suchergebnisse, während Voice Search die Suche noch weiter vereinfachen soll.

Komplementiert wird das Ganze von einer Timeline, die während der Produktion des Videos erstellt wurde und auf der die wichtigsten Suchfunktionen und die Daten ihrer Einführung angegeben sind.

Ich bin gespannt, wie sich dieser Zeitstrahl – gerade auch durch die Einbindung von “Social” Elementen – in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.

via The Official Google Blog

 

Peter Kruse auf der re:publica 2010: Wie Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren

Während der zweite Tag der re:publica 2010 gerade beginnt, ist ein Highlight des ersten Tages bereits dokumentiert und zur re:view bereitgestellt. Peter Kruse erforscht die Nutzung kollektiver Intelligenz und, lehrt an der Uni Bremen Allgemeine und Organisationspsychologie und leitet das Beratungsunternehmen nextpractice.

Sein Vortrag “What’s next: Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren”, stieß auf sehr positive Resonanz. Ulrike Reinhard hat die Session aufgezeichnet und online gestellt. Auf Scribd gibt’s darüber hinaus noch die Folien der Präsentation.

The Power of Pull

John Hagel III und John Seely Brown, die beiden Gründer und Vorsitzenden des Deloitte LPP Center for Edge Innovation haben bereits mehrere Bücher zum Thema Technologie und Innovation gemeinsam geschrieben.

Ihr neuestes Werk The Power of Pull: How Small Moves, Smartly Made, Can Set Big Things in Motion, das sie zusammen mit Lang Davison, dem Geschäftsführer des Deloitte Center for Edge Innovation verfassten, wird morgen offiziell veröffentlicht.

Zur Promotion des Buches wurde u. a. eine Facebook Seite eingerichtet, auf der auch einige Videos zu sehen sind, in denen Hagel und Seely Brown verschiedene Aspekte ihres neuen Buchs diskutieren. Gary Bolles, der die Videos produzierte, stellt darüber hinaus eine Sammlung von insgesamt 25 Videos mit den beiden auf einem speziell eingerichteten YouTube Channel zur Verfügung. Die folgende kleine Kostprobe läuft unter der Überschrift Big Shifts are Creating Big Changes”:

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