Smells like Teen Exit oder wie uncool ist Facebook eigentlich?

Wurde vor ein paar Jahren noch vor der Facebook Sucht von Teenagern gewarnt, hat sich das Blatt inzwischen dramatisch gewendet. Immer häufiger tauchen teilweise recht reißerische Artikel auf, die sich mit der Abkehr der jungen Generation und dem daraus resultierenden unvermeidlichen Absturz von Facebook beschäftigen. Oft ist eine mehr oder weniger sorgfältig durchgeführte Studie der Auslöser, oder wie gerade eben eine Studie, die gar keine ist, weil sie lediglich Daten aus Facebook’s Anzeigetool nutzt; und manchmal reicht sogar die Aussage einer 13-jährigen. Der einhellige Tenor ist, dass Teens Facebook uncool finden, weil ihre Eltern und die ältere Verwandtschaft jetzt auch dort rumhängen und sie sich nicht mehr unbeobachtet bewegen können. Deswegen verbinden sie sich mit ihren Freundeskreisen vermehrt über alternative Dienste bzw. Apps wie Snapchat, WeChat, Twitter, WhatsApp oder Instagram. Soweit, so nachvollziehbar. Und, bedeutet das jetzt das Ende von Facebook? Nein, wieso auch? Weiterlesen

Neue Quartalszahlen: Ist Facebook auf dem richtigen Weg?

Bis Oktober 2012 sah es für Facebook nicht besonders gut aus. Kurz vor der Veröffentlichung der Zahlen für das 3. Quartal wurde das größte soziale Netzwerk von vielen, auch von etlichen Experten bereits abgeschrieben. Die Stimmung unter Investoren und Aktionären war extrem schlecht. Von 38 Dollar bei Börsenstart rutschte die Aktie zwischenzeitlich auf einen Tiefststand von 17,73 Dollar ab. In meiner Blogpost vom 13.10.2012 hatte ich eine ausführliche Übersicht zu Facebook’s Monetarisierungsmodellen erstellt und kam zu der Überzeugung, dass die allgemeine Einschätzung zu pessimistisch war.

Nach dem Facebook mit seinen damaligen Quartalszahlen überzeugen und die Erwartungen – gerade im Bereich mobile Nutzung – übertreffen konnte, hat sich das Blatt gewendet. Aktuell liegt die Aktie bei knapp 31,30 Dollar. Manche Analysten rechnen mit einem Anstieg auf 34 Dollar nach der Bekanntgabe der Ergebnisse für das 4. Quartal 2012 (am Mittwoch, den 31.01.2013), wenn Facebook nicht zu sehr hinter den Erwartungen zurückbleibt.

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Facebook: Einnahmequellen verzweifelt gesucht – Neue Monetarisierungsmodelle in der Übersicht

Ausgangsituation

Nach dem verpatzten Börsengang und den Gewinneinbußen im zweiten Quartal dieses Jahres wurden die Zweifel an der Nachhaltigkeit von Facebook’s Geschäftsmodell immer lauter. Seither stehen Marc Zuckerberg und seine Mitarbeiter gewaltig unter Druck zu zeigen, dass die Hoffnungen in das Unternehmen doch gerechtfertigt sind. Das Potenzial ist unbestritten, die Voraussetzungen für Profite könnten eigentlich besser nicht sein. Facebook sitzt auf einem Schatz von Daten. Es ist das Social Network mit den meisten Nutzern weltweit – bekanntermaßen wurde vor kurzem die Milliarden-Grenze überschritten -  die auch noch überdurchschnittlich viel Zeit auf der Plattform verbringen. In den letzten 3 Monaten hat Facebook zahlreiche und teilweise recht aggressive Anstrengungen unternommen, um neue Einnahmequellen zu testen und zu erschließen. Weil da so einiges passiert ist, will ich versuchen, einen Überblick zu den wichtigsten Ansätzen zu geben:

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Setzt Google mit dem Fokus auf Google+ den Kern seines Geschäftsmodells auf’s Spiel?

Google ist mit seinem neuesten Update zur Suche namens “Search, plus Your World” (SPYW) auf heftige Kritik gestoßen. Die Integration von sozialen Verbindungen (Social Graph) in die Suche kann prinzipiell eine gute Sache sein, weil sie spezifischere, personalisierte Suchergebnisse liefern kann. Google nutzt dazu bislang allerdings nur Informationen aus Google+ und anderen Google Diensten wie Picasa, YouTube oder dem Google Reader. Daten von anderen wichtigen sozialen Plattformen wie Facebook oder Twitter werden erstmal nicht verarbeitet, was Kritiker veranlasst, die Relevanz des Angebots und gar Google’s Integrität als Unternehmen in Frage zu stellen. Sicher ist, eine soziale Suche, die diesen Namen verdient, muss Ergebnisse aus allen wichtigen sozialen Plattformen reflektieren. Was ist der Grund für Google’s ziemlich robuste Strategie im Zusammenhang mit der Promotion von Google+ und SPYW? Warum riskiert Google, die öffentliche Meinung derart gegen sich aufzubringen? Ist es die Arroganz eines Monopolisten, der Too Big To Fail ist und glaubt, sich alles leisten zu können?

Vielleicht ist es etwas komplizierter. Google’s Mission war es von Anfang an, das offen zugängliche Web zu crawlen, zu indexieren und für alle zugänglich zu machen. Die Strukturen im Netz haben sich durch soziale Netzwerke wie Facebook in den letzten Jahren grundlegend geändert. Facebook und ähnliche Veranstaltungen sind “walled-gardens”, Daten-Silos, die von Google und seinen Crawlern nur begrenzt durchsucht werden können. Das gleiche gilt – eingeschränkt – auch für Twitter. Obwohl der überwiegenden Teil der Tweets öffentlich ist (Twitter spricht von 250 Millionen pro Tag), braucht Google zusätzliche Daten, um sinnvolle Ergebnisse zu liefern. Amit Singhal, der Verantwortliche für die Google Suche zu diesem Problem:

A good product can only be built where we understand who’s who and who is related to whom. Relationships are also important alongside content. To build a good product, we have to do all types of processing. But fundamentally, it’s not just about content. It’s about identity, relationships and content. Anything else trivializes a very hard product.

Bereits 2007 hat Google mit Open Social versucht, auf diese Entwicklungen mit offenen Standards zu reagieren, ist aber gescheitert. Bei der Realtime-Search, die 2009 eingeführt wurde, bezahlte Google sowohl an Twitter als auch an Facebook Lizenzgebühren, um Zugang zu qualifizierteren Datensätzen zu erhalten. (Eine kleine Zwischenfrage: Wem gehören eigentlich die Tweets oder Statusupdates, die da verkauft wurden? Den Nutzern, welche die Inhalte generierten oder den Plattform-Betreibern?) Die Entwicklung dieses Dienstes hat Google einiges an Geld und Entwicklungsarbeit gekostet. Er verarbeitete Echtzeit-Daten aus verschiedenen Quellen – neben Twitter und Facebook u.a. auch von MySpace, Quora, Gowalla oder Identi.ca. und lieferte gute Ergebnisse. Als Twitter Anfang Juli 2011 den Vertrag nicht mehr verlängerte und Google den Zugang zu diesem speziellen Datenstrom sperrte, entschied Google, die Realtime-Search vorerst einzustellen, weil der überwiegende Teil der Inhalte von Twitter stammte. Dagegen verlängerte Twitter  einen ähnlichen Deal mit Bing, Microsoft’s Suchmaschine, die ebenfalls eine soziale Suche anbietet. Facebook stellt aufgrund der Verflechtungen mit Microsoft Bing sowieso mehr Daten zur Verfügung als Google.

Google hat zwar schon frühzeitig erkannt, welche Bedeutung dem Thema “Social” im gesamten Web zukommt und welche Rolle es auch für die Suche spielen wird. Die ersten Versuche Google’s, das soziale Web durchsuchbar zu machen, scheiterten. Da Google über keine (nennenswerten) eigenen sozialen Signale verfügte, war es abhängig von den großen Playern wie Facebook und Twitter. Meines Erachtens setzt der neue CEO Larry Page deswegen mit soviel Nachdruck auf eine eigene Social Strategie mit Google+ und dem +1 Button, um eben den Kern seines Geschäftsmodells – die Suche – auch in den Zeiten des Social Web intakt zu halten. Es geht weniger darum, Facebook als Social Network Konkurrenz zu machen.

Ich gehe davon aus, dass “Search, plus Your World” sich in einem vorläufigen Stadium befindet, in dem Google mit eigenen sozialen Daten experimentieren kann, um es kontrolliert weiter zu entwickeln. Auch bin ich fest davon überzeugt, dass Google wie schon bei der Realtime Search mittelfristig daran interessiert ist, ein breites Spektrum an relevanten Quellen, natürlich auch Facebook und Twitter zu integrieren. Dazu braucht es eine für alle Seiten tragfähige und verbindliche Lösung. Wie die aufgeregten Reaktionen von Facebook und Twitter gezeigt haben, ist Google inzwischen in einer besseren Verhandlungsposition. Und wie eine Verständigung aussehen könnte, skizziert Danny Sullivan in seinem Artikel “A Proposal for Social Network Détente”. Google’s soziale Suche würde durch Inhalte aus Facebook und Twitter reichhaltiger werden, während beide – insbesondere Twitter – von Google  im Hinblick auf die Such- und Sichtbarkeit ihrer Inhalte profitieren könnten. Letztendlich aber würde es uns, den Nutzern, am meisten zu Gute kommen.

Was geht ab auf Facebook? 10 Monitoring Tools für Trends, Themen und Neuigkeiten

Facebook MonitoringFacebook ist mit seinen weit über 500 Millionen Nutzern natürlich eine attraktive Plattform, wenn es darum geht, angesagte Trends, aktuelle Themen und wichtige Diskussionen zu entdecken und zu verfolgen. Neben der in-house Suche von Facebook, die noch stark verbesserungswürdig ist, gibt es eine Reihe von externen Tools, die den öffentlich zugänglichen Datenstrom von Facebook durchsuchen und Einsichten in die ‘Likes’ und ‘Shares’ der Nutzer vermitteln. Grundlage dieses Datamining sind a) die offene Programmierschnittstelle (API) und b) die Social Plugins von Facebook. Im Folgenden stelle ich 10 (+2) dieser Dienste kurz vor.

Like Button: Hat zwar das Facebook Erscheinungsbild, gehört aber nicht zum Unternehmen. Die Like Button Seite listet die aktuellsten und populärsten Links, die auf Facebook geteilt werden in verschiedenen Kategorien auf. Ist man auf Facebook angemeldet, wird auch das Sharing-Verhalten des eigenen Freundeskreises reflektiert.

SharedLikes: Aggregations-Seite mit ähnlichem Look & Feel wie Like Button. Als zusätzliches Feature gibt es hier noch die Suchfunktion, welche anzeigt, wieviele Likes für die einzugebende Website angefallen sind. Auch bei SharedLikes werden, falls in Facebook eingeloggt, die populären Links der Freunde mit angezeigt.

All Things Now: Diese Seite funktioniert ähnlich wie die beiden Vorgänger. Hier werden die am häufigsten geteilten (‘shared’) Links versammelt und können nach Themengebieten oder über die eingebaute Suchfunktion abgesurft werden.

myprops.org: Ebenfalls eine aggregierende Seite, die sich selbst als ‘Content Discovery Engine’ bezeichnet. Sie speist sich aus dem gesamten Social Web, wobei Facebook-Inhalte eine herausragende Stellung einnehmen (Facebook Most Shared Videos, Facebook Most Shared Links). Eine Suchfunktion ist ebenso vorhanden wie die Möglichkeit, nach Themen und Kategorien zu filtern.

openbook: Ist eine Suchmaschine, mit der sich öffentliche Updates von Facebook Usern durchsuchen lassen. Die Entwickler wollen mit diesem Projekt eigentlich auf datenschutzrelevante Missstände bei Facebook hinweisen. Ein interessantes Feature unter Marktforschungsgesichtspunkten könnte die geschlechterspezfische Abfrage nach Männern oder Frauen sein.

Kurrently: Eine Echtzeit-Suchmaschine, die Facebook und Twitter durchsucht, die aber eine Filtermöglichkeit anbietet, so dass nur die öffentlichen Datenströme von Facebook oder Twitter präsentiert werden. Interessant für das Monitoring ist die Integration von RSS, so dass Suchanfragen per Feedreader abonniert werden können.

Topsy: Eine der besten Echzeit-Suchmaschinen für das Social Web. Um aus dem sozialen Datenstrom spezielle Facebook Inhalte zu isolieren, geht man in die ‘Advanced Search’, wo es diverse Filtermöglichkeiten gibt. Dort den Suchbegriff und unter ‘Search within a site or domain’ dann facebook.com eingeben. Verfügt über RSS!

Socialmention: Ebenfalls ein hervorragendes Such-und Analyse Tool für das Echtzeitweb. Neben der generellen Suche über das gesamte Social Web hinweg, bietet Socialmention unzählige Filtermöglichkeiten an -  über einzelne Kategorien wie Blogs oder Social Networks bis hin zu speziellen  Quellen wie etwa Twitter, Digg, Netvibes oder auch Facebook. Verfügt über RSS!

Google’s Realtime Search: Aufgrund der wachsenden Bedeutung des Social bzw. des Echtzeitweb hat Google 2010 reagiert und seine Echtzeitsuche als weitere vertikale Suchmaschine eingeführt. Neben der Hauptquelle Twitter werden auch öffentliche Updates aus Facebook angezeigt. Hier gibt es ebenfalls über die Advanced Search (oder den Operator site:facebook.com) die Möglichkeit, nach Inhalten aus Facebook zu filtern.

quirk.li: Offensichtlich ein deutsches Projekt, das auch unter Adtellingence bekannt ist. Auch hier handelt es sich um eine Suchmaschine, die den Vorteil hat, dass nach verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch) gefiltert werden kann.

Zwei weitere interessante Dienste mit ambitionierteren Ansätzen sind Booshaka und Likester. Beide erfordern allerdings die Installation der zugehörigen App in Facebook, um daraus Nutzen ziehen zu können.

Sharing Trends 2010: Email immer noch populär, aber Socialnetworks haben die besseren Klickraten

Sharing ist ein grundlegendes Element des Web 2.0 und entsprechende Funktionen sind per Widgets oder Buttons standardmäßig auf (Social) Websites eingebunden. Dienste wie AddThis, ShareThis oder Tellafriend bieten nicht nur das bequeme Weitergeben via Email und optional das Weiterleiten auf eine Vielzahl von populären Socialweb Plattformen an. Interessant für Marketer sind auch die zur Verfügung gestellten Analytics, also die Einblicke in das Klickverhalten der Nutzer. Daran lässt sich einfach ablesen, welche Kanäle die beste Wirkung erzielen.

Socialtwist, die Firma hinter Tellafriend hat jetzt mit Social Media Sharing Trends einen Report veröffentlicht, dem eine Analyse von über einer Million Verweise (referrals) ihres Dienstes aus dem Zeitraum von August 2009 bis Juli 2010 zu Grunde liegt.

Danach liegt der Anteil von Email bei den Verweisen (Weiterleitungen) trotz 15% Rückgang im Vergleich zum Vorjahr immer noch bei erstaunlichen 55%. Der Anteil der Socialnetworks ist hingegen deutlich um 10% auf 24% gestiegen.

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Betrachtet man dagegen die leistungsorientierten Durchklickraten (CTR = Clickthrough Rates), liegen die Socialnetwork Seiten mit einem Anteil von insgesamt 60% deutlich vor Email.

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Was das Sharings im Bereich Socialnetworks angeht, ist Facebook auf Grund seiner Größe natürlich klar vor MySpace und Twitter aufgestellt. 78% der Verweise (referrals ) gehen auf das Konto von Facebook.

sharing 3

Generell ist die Durchklickrate (CTR) bei den sozialen Netzwerken hoch. Hier beeindruckt Twitter im Vergleich zu Facebook mit geradezu spektakulären Werten.

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Insgesamt sehr gute Argumente für den neuen CEO Dick Costolo und seinen angestrebten Aufbau eines neuen, effektiven Werbeprogramms für Twitter, wie The Fast Company anmerkt.

Anhang:

Im oben erwähnten Artikel von Fast Company zu diesem Report werden die Zahlen und deren Aussagekraft in den Kommentaren kontrovers diskutiert. Ein Mitarbeiter von Socialtwist erläutert dort auch die nicht ad hoc verständlichen hohen Prozentwerte von Facebook oder gar Twitter:

We get the referral numbers via looking at: # of times a link was posted, # of clicks it generates. So, if every posting—whether it be email, IM, Twitter—produces a click, then the percentage is 100.

The reason why Facebook and Twitter came out much higher is because more than 1 person per link will click through, so the click through success rate is greater than 100%.

The high-click through rate is related to the fact that people a very actively involved in responding to referrals from friends. 90% of online consumers trust recommendations from people they know. So, Facebook postings produce an average of 2.87 clicks (287%) while Twitter will yield 19.04 click-throughs (1904%).

Die Suchmaschinen Landschaft 2010: Drei SEOmoz Präsentationen von der Web 2.0 Expo

Suchmaschinen sind trotz wachsender Konkurrenz durch Social Media Seiten wie Facebook immer noch die entscheidenden Traffic-Bringer. Das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist deswegen nach wie vor aktuell.

SEOmoz ist eine der renommiertesten SEO Agenturen in den USA, die den Veränderungen im Netz Rechnung trägt und Social Media in ihre Online Marketing Strategie integriert. Mitbegründer und Geschäftsführer Rand Fishkin hielt auf der zurückliegenden Web 2.0 Expo in San Francisco einen Vortrag und stellt auf Grund der großen Nachfrage und für alle, die nicht dabei sein konnten, die Präsentationsfolien zur Verfügung.

Darüber hinaus reicht er gleich noch die Präsentation seines Kollegen Stephan Spencer zum Thema Keyword Recherche und Targeting durch.

Und da aller guten Dinge drei sind, gibt es obendrauf noch eine Slideshow, die in Anlehnung an das im O’Reilly Verlag erschienene Buch The Art of SEO erstellt wurde. Die Credits dafür gehen an Rand’s Co-Autoren Eric Enge, Stephan Spencer und Jessie Stricchiola.

[via SEOmoz Blog]

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