JotSpot reinkarniert als Google Sites

Ende Oktober 2006 akquirierte Google den Wiki Service JotSpot. 16 Monate und unzählige Spekulationen später, lüftete Google vor drei Tagen das Geheimnis um dessen weitere Verwendung.

Google Sites basiert auf der JotSpot Technologie und verstärkt Google Apps, die Online Collaboration Suite von Google, zu der auch Gmail, Google Calender, Google Docs und Google Talk gehören.

Mit Google Sites können in einer Wiki-Arbeitsumgebung und ohne HTML Kenntnisse Webseiten gemeinsam erstellt werden, in denen neben Text auch Tabellen, Präsentationen, Slideshows, Kalender und Videos, etc. von anderen Google Diensten eingefügt werden können. Erklärtes Ziel ist es, den Nutzern in Unternehmen und Organisationen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sich schnell und unkompliziert Intranet-, Projekt- oder Profilseiten bauen lassen.

Obwohl Google das Wort ‚Wiki‘ vermeidet, sind wiki-typische Funktionen eingebaut. Jeder, der berechtigt ist, kann Seiten nicht nur lesen, sondern auch editieren. Alle Veränderungen werden aufgezeichnet, so dass sie bei Bedarf auch wieder rückgängig gemacht werden können.

Die Reaktionen auf Google Sites fallen sehr unterschiedlich aus. Während beispielsweise Venture Beat oder Webware.com lobende Worte finden, gibt es viele Stimmen, die nach 16 Monaten Entwicklung von einem Mega-Unternehmen wie Google etwas mehr erwartet hätten, etwa eine bessere Integration mit den anderen Diensten.

Was trotz aller ‚Unperfektheiten‘ für Google spricht, sind die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit der Services, die nicht vorhandenen bzw. niedrigen Kosten und die Gewissheit, dass auch ein steigender Bedarf bedient werden kann. Zumindest für kleinere und mittlere Unternehmen könnte das Google Apps Paket eine – wenn auch im Funktionsumfang reduzierte – Alternative zu Microsoft’s SharePoint oder IBM’s Lotus Notes darstellen. Mal sehen, ob Google’s Strategie, durch die Hintertür und an der IT vorbei in die Unternehmen zu gelangen, auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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Eine Mischung aus Bill Gates, Steven Spielberg und Angelina Jolie

Diese Beschreibung wählte Marin Majica in ihrem Artikel „Sie will nur spielen“ (Berliner Zeitung vom 16./17. Februar) für Jade Raymond, die als Starproduzention in der Videospiel-Branche gilt und am Dienstag, den 12. Februar 2008 im Rahmen der Berlinale Keynotes als Rednerin auftrat. Die 32-jährige Kanadierin ist eine leitende Angestellte des Computerspiel-Konzerns Ubisoft und verantwortlich für die Entwicklung des populären Spiels Assassin’s Creed.

In den oben benutzten Referenzen steht Bill Gates wohl für ihren Background als Informatikerin und Programmiererin, Steven Spielberg für die Annäherung von Film und Computerspielen und Angelina Jolie für das äußerst attraktive Erscheinungsbild von Miss Raymond. Das nachfolgende Video vermittelt vielleicht einen Eindruck davon, was sie zu einer perfekten Botschafterin für ihr Produkt und ihr Unternehmen macht.

Abgesehen davon standen die Berlinale Keynotes dieses Jahr unter dem Motto The Age of Collaboration mit den beiden Schwerpunkten Film and Web 2.0 sowie Film and Games. Neben Jade Raymond war u.a. auch Don Tapscott als Redner vertreten. Mehr Infos dazu gibt es bei Jan Schmidt und Markus Beckedahl.

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Alternative Suchmaschinen: Suche jenseits von Google, Yahoo und Microsoft

Vor dem Hintergrund des Übernahmeangebots von Microsoft für Yahoo! und der scharfen Reaktion von Google erhalten aktuelle Statistiken zu den Marktanteilen im Werbe- und Suchmaschinenmarkt besonders große Aufmerksamkeit. Comscore hat vor kurzem neue Zahlen für die großen Internet Unternehmen vorgelegt, die von Netzökonom Holger Schmidt übersichtlich aufbereitet und interpretiert wurden.

Demnach wurde Google für 62,4 Prozent der Suchanfragen weltweit genutzt. Yahoo und Microsoft kommen hier zusammen gerade mal auf 15,7 Prozent. In den USA sieht die Lage für Yahoo und Microsoft deutlich optimistischer aus. Hier erreichen sie gemeinsam immerhin 33 Prozent der Suchanfragen, Google liegt bei 58 Prozent.

In Deutschland dagegen ist die dominierende Stellung von Google geradezu erdrückend. Laut der aktuellen Daten von Webhits liegt der Marktanteil Google’s bei der Nutzung von Suchmaschinen bei sagenhaften 89, 2 Prozent. Yahoo als Zweitplatzierter kommt gerade mal auf 3,1 Prozent und die MSN Live Search ist auf Rang 4 mit 1,9 Prozent nicht weit von der Bedeutungslosigkeit entfernt.

a Da ist anscheinend nicht mehr viel Platz für neue Angebote jenseits der großen Drei. Aber gerade angesichts deren marktbeherrschender Stellung lohnt sich der Blick auf alternative und spezialisierte Suchmaschinen. Alt Search Engines, ein Schwesterblog von ReadWriteWeb ist dafür eine der besten Anlaufstellen. Ein Teil des Service ist die Liste der Top 100 Alternative Search Engines, die monatlich aktualisiert wird. Die Top 100 Liste für Februar wurde Anfang des Monats veröffentlicht und steht in zwei Versionen zum Download bereit:

The Top 100 Alternative Search Engines, February 2008 (.pdf)

The Top 100 Alternative Search Engines, February 2008 (.xls)

Verwandter Artikel:

Studium 2.0 – Essentielle Web Tools, Teil 2

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Microsoft und Yahoo! – Google bezieht Stellung

David Drummond, seines Zeichens Senior Vice President, Corporate Development and Chief Legal Officer (!) hat auf dem offiziellen Google Blog eine Stellungnahme zum Thema ‚potenzielle Übernahme von Yahoo! durch Microsoft‘ veröffentlicht. Das scharf formulierte Statement kann als Indiz für eine gewisse Nervosität gewertet werden, die dieses Szenario bei Google ausgelöst hat.

Could Microsoft now attempt to exert the same sort of inappropriate and illegal influence over the Internet that it did with the PC? While the Internet rewards competitive innovation, Microsoft has frequently sought to establish proprietary monopolies — and then leverage its dominance into new, adjacent markets.

Die Argumentation ist durchaus nachvollziehbar, hat aber doch einen merkwürdigen Beigeschmack, wenn ausgerechnet Google solche Konzentrationserscheinungen anprangert.

We take Internet openness, choice and innovation seriously. They are the core of our culture. We believe that the interests of Internet users come first — and should come first — as the merits of this proposed acquisition are examined and alternatives explored.

Update 04.02.08: Der Konter von Microsoft ließ nicht lange auf sich warten. Auch sie lassen jetzt ihren Chef-Juristen von der Leine, der auf Google’s Einlassungen mit einer Presserklärung reagiert und dabei versucht, den Spieß umzudrehen:

„The combination of Microsoft and Yahoo! will create a more competitive marketplace by establishing a compelling number two competitor for Internet search and online advertising. The alternative scenarios only lead to less competition on the Internet.

Today, Google is the dominant search engine and advertising company on the Web. Google has amassed about 75 percent of paid search revenues worldwide and its share continues to grow. According to published reports, Google currently has more than 65 percent search query share in the U.S. and more than 85 percent in Europe. Microsoft and Yahoo! on the other hand have roughly 30 percent combined in the U.S. and approximately 10 percent combined in Europe.

Microsoft is committed to openness, innovation, and the protection of privacy on the Internet. We believe that the combination of Microsoft and Yahoo! will advance these goals.“

Der Rest des Statements besteht dann aus relativ unverständlichem juristischen Jargon. Auf jeden Fall wird die ganze Angelegenheit noch einige Zeit für gute Unterhaltung sorgen.

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Die Meldung des Tages

Kaum lässt man das Internet mal kurz aus den Augen … dann das hier:

Nebenbei würde das bedeuten, dass sich auch die beiden Web 2.0 Poster Children flickr und del.icio.us in die Obhut von Steve Ballmer begeben müssten. Der Kauf soll erst im zweiten Halbjahr 2008 abgeschlossen werden. Bis dahin ist also noch ein bischen Zeit, sich an diesen leicht befremdlichen Gedanken zu gewöhnen.

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Die neuen Facebook Business Solutions

Nach der Aufregung um Beacon hat Facebook seine Business Solutions nochmal überarbeitet, um den starken Bedenken wegen Datenschutz und Privatsphäre, etc. Rechnung zu tragen. Und wenn man sich die New Business Solutions so anschaut, muss man wirklich zugeben, dass Zuckerberg und Co. aus ihren Fehlern gelernt haben. Das Ganze wurde auf f8club übrigens kongenial ins Deutsche übertragen.

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Blognation vor dem Aus: Sam Sethi wirft das Handtuch

blognation Es rumorte schon seit Wochen. Das im Juli 2007 von Sam Sethi – einem ehemaligen Techcrunch Mitarbeiter – an den Start gebrachte Blog Netzwerk Blognation stecke in ernsthaften Schwierigkeiten. Am 5. Dezember veröffentlichte Oliver Starr, einer der Hauptautoren von Blognation einen offenen Brief an Sam Sethi. Darin warf er ihm vor, dass die Mitarbeiter bis dato kein Geld erhalten hätten und zudem von Sethi hingehalten und systematisch über den wahren Zustand des Projekts getäuscht wurden.

Die ganze Entwicklung um Blognation wurde durch Techcrunch genüsslich begleitet. In einer Blogpost vom 13. Dezember ‚Here’s to You Mr(s) Arrington, Goodbye and Good Luck Startups‚ verkündet Sethi das (vorläufige) Aus für Blognation und macht gleichzeitig Techcrunch’s Michael Arrington für das Scheitern verantwortlich. Dieser habe durch seine tendenziöse Berichterstattung und nicht zuletzt durch die Veröffentlichung eines vertraulichen Dokuments potenzielle Kapitalgeber abgeschreckt und damit die weitere Finanzierung verhindert. [Update: Sethi hat diesen Vorfall bei Scotland Yard zur Anzeige gebracht und droht mit einem juristischen Nachspiel sowie eventuellen Schadensersatzforderungen.]

Was wird jetzt aus Blognation?

Ähnlich wie edgeio, ein Projekt, das von Michael Arrington mitgegründet wurde, soll Blognation über eine Auktion veräußert werden. John Furrier, der ehemalige Geschäftsführer des ebenfalls angezählten Video Podcasting Network PodTech hat sich in einem Kommentar schon mal nach weiteren Informationen erkundigt.

Weiterführende Links:

The Fact And Fiction Of Sam Sethi

There are Worms, then there’s Sam Sethi…

BlogNation leader blames TechCrunch for startup’s fall

BlogNation implodes in uncivil war

Sam Sethi Shuts Down Blognation

Sam Sethi, Triumphant Return to LeWeb

Open Letter To Sam Sethi, Some Thoughts

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