Neue Quartalszahlen: Ist Facebook auf dem richtigen Weg?

Bis Oktober 2012 sah es für Facebook nicht besonders gut aus. Kurz vor der Veröffentlichung der Zahlen für das 3. Quartal wurde das größte soziale Netzwerk von vielen, auch von etlichen Experten bereits abgeschrieben. Die Stimmung unter Investoren und Aktionären war extrem schlecht. Von 38 Dollar bei Börsenstart rutschte die Aktie zwischenzeitlich auf einen Tiefststand von 17,73 Dollar ab. In meiner Blogpost vom 13.10.2012 hatte ich eine ausführliche Übersicht zu Facebook’s Monetarisierungsmodellen erstellt und kam zu der Überzeugung, dass die allgemeine Einschätzung zu pessimistisch war.

Nach dem Facebook mit seinen damaligen Quartalszahlen überzeugen und die Erwartungen – gerade im Bereich mobile Nutzung – übertreffen konnte, hat sich das Blatt gewendet. Aktuell liegt die Aktie bei knapp 31,30 Dollar. Manche Analysten rechnen mit einem Anstieg auf 34 Dollar nach der Bekanntgabe der Ergebnisse für das 4. Quartal 2012 (am Mittwoch, den 31.01.2013), wenn Facebook nicht zu sehr hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Facebook hat in den vergangen 3 Monaten noch mehr Gewicht auf die Performance im mobilen Bereich gelegt, der zuvor als Schwachpunkt in der Strategie des Unternehmens galt. Ein Anstieg der Einnahmen wird unter anderem durch die Promoted Posts erwartet, für die Unternehmen mit einer Fanpage bezahlen, um die Reichweite ihrer Meldungen in den Newsfeeds ihrer Fans zu erhöhen.

imageMit der Graph Search, die Mitte Januar vorgestellt wurde, erschließt sich Facebook meines Erachtens (über die aktuellen Bewertungen hinaus) mittel- bis langfristig ein enormes Potenzial zur Monetarisierung. Die neue Suche befindet sich in einem Versuchsstadium und wird langsam (und zunächst auch nur auf Englisch) ausgerollt, damit das Search Team unter der Leitung der beiden ex-Googler Lars Rasmussen und Tom Stocky durch die Rückmeldungen lernen und die Nutzererfahrung verbessern kann.

Die größten Herausforderungen sind zunächst die immensen Kosten für die Infrastruktur einer Suchmaschine. Dann wird es darauf ankommen, die Unmengen an strukturierten Daten sinnvoll auszuwerten, um relevante Ergebnisse liefern zu können. Nicht zuletzt muss den Bedenken der Nutzer im Hinblick auf Datenschutz und Privatsphäre Rechnung getragen werden, da Informationen und Fotos in Zukunft leichter zugänglich sein werden.

Die Graph Search soll in der Lage sein 1 Billion Verbindungen zwischen 1 Milliarde Nutzern durchsuchbar zu machen. Dadurch kann sie zu einer Entdeckungs- und Empfehlungs-Maschine werden, mit der man nach Leuten, Orten, Fotos oder Interessen suchen kann. Auf den Ergebnisseiten lassen sich dann natürlich irgendwann auch passende Werbeanzeigen platzieren. Aber damit nicht genug. Die Graph Search wird nach den Desktop Rechnern auch den mobilen Geräten zur Verfügung gestellt. Und anschließend wird dann über den Open Graph auch der Rest des Webs mit einbezogen.

Vielleicht ist die Graph Search die wichtigste Innovation, die Facebook bisher auf den Weg gebracht hat. Marc Zuckerberg bezeichnetet sie bei deren Vorstellung als eine der drei Säulen von Facebook neben dem Newsfeed und der Timeline. Das folgende Zitat zeigt, welchen herausragenden Stellenwert er der Graph Search beimisst: 

“What’s more interesting than any of these things (that Facebook currently does) is giving people power and tools to take any cut of the graph that they want.”

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