Wird Google Chrome zum Windows des Cloud Computing?

Die Einführung des neuen Google Chrome Browsers am 2. September stellt für Microsoft eine ziemliche Herausforderung dar, obwohl sich offizielle Vertreter betont entspannt geben und lediglich von einem weiteren Browser auf dem Markt sprechen. Der Financial Times Kolumnist John Gapper sieht in seinem Artikel Google launches Microsoft’s big fear in Google Chrome dagegen nicht nur einen Webbrowser, sondern eine Plattform und damit die Wiederbelebung eines alten Microsoft Traumas:

Chrome is, in fact, what Bill Gates feared in 1995 when he wrote a memo to Microsoft executives about Netscape Navigator, then the leading web browser. Mr Gates warned that Netscape could “commoditise the underlying operating system” – in other words, render Windows irrelevant.

Google Chrome ist nicht nur für das konventionelle Absurfen von Webseiten sondern vornehmlich für  Online Anwendungen konzipiert. Diese lassen sich sowohl in Tabs, bei Bedarf aber auch in eigenen Fenstern (Windows) ausführen. Gapper verzeichnet eine unaufhaltsame Entwicklung vom Desktop hin zu Online Anwendungen für die Google Chrome die passende Plattform bietet.

Auch wenn die Betriebssysteme wie Windows, Apple OS X oder Linux nach wie vor auf Rechnern notwendig sind, verlieren sie durch die zunehmende Migration ins Web langsam aber sicher an Bedeutung. So kann beispielsweise für einen, hauptsächlich mit Web Applikationen arbeitenden Menschen eine Kombination von Linux und Google Chrome als Setup bereits völlig ausreichend sein. Das Fazit seiner Überlegungen:

Like many Google initiatives, Chrome is as much a philosophy as a product. And the philosophy is: never mind the computer, the action is on the internet. That is getting truer by the day.

Zusatz: Thomas Vehemeier hat sich passend dazu eine witzige graphische Spielerei mit den Logos von Windows und Google Chrome einfallen lassen.

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2 Gedanken zu „Wird Google Chrome zum Windows des Cloud Computing?

  1. Die Google Applikationen, insbesondere natürlich Google Apps würde ich eher als Gegenstück zu MS Office sehen, also eine Google Office Suite.

    Google Chrome ist vielleicht kein vollständiges Web-OS, aber Google stellt seinen Applikationen damit einen passenden Browser zur Seite: Mit der Verknüpfungs Funktion lassen sich einzelne Dienste vom Desktop aus starten wie klassische, lokale Anwendungen und mit Google Gears lässt sich ansatzweise der Graben zwischen on- und offline überwinden.

  2. Die Verbindung von Google Chrome zum Cloud Computing ist mir noch nicht so ganz aufgegangen. Da sehe ich eher die fremdgehosteten Apps als Ansatz in diese Richtung. Allerdings ist Microsoft’s „Angst“ vor einem Google OS, welches ja mit jeder neuen Applikation aus den Google-Labs an Form gewinnt, nicht ganz unbegründet. Chrome bildet da einen wichtigen Baustein, auch wenn wir noch Meilen von einem Web-OS, dass nicht mehr auf einen klassischen lokalen Desktop aufsetzt, entfernt sind.

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