Google vs Facebook: Open Social statt Walled-Gardens

Was Techcrunch bereits im September angekündigte, hat gestern ziemlich konkrete Formen angenommen. Google’s Antwort auf die Herausforderung Facebook heißt Open Social. Google präsentiert mit seiner Social Network Initiative eine übergreifende Lösung, der sich alle interessierten Player in diesem Feld anschließen können. Mit im Boot sind bereits Salesforce, LinkedIn, Ning, Hi5, Plaxo, Friendster, Viadeo, Oracle und – wie sich inzwischen bestätigt hat – auch XING. Von Seiten der Software-Entwickler sind Flixster, iLike, RockYou und Slide der Allianz mit von der Partie.

Open Social ist als System einheitlicher und offener Schnittstellen geplant, quasi als offenes Gegenstück zur Entwickler Plattform von Facebook und einem entsprechenden Standard, der es Entwicklern in Zukunft erlauben soll, Web Applikationen (externe Zusatzprogramme) zu bauen, die auf allen angeschlossenen Netzwerken funktionieren. Aus Nutzersicht hat das den Vorteil, dass ein Austausch von Daten (Profil, Freunde, Aktivitäten) über die Grenzen von Social Networks hinweg möglich wird.

Marc Andreessen, der CEO von Ning erläuterte bereits gestern in einer ausführlichen Post die verschiedenen Aspekte von Open Social und schob heute zur Veranschaulichung einen ersten Screencast nach. Nachdem er vor einiger Zeit Facebook als großen Schritt nach vorne lobte, sieht er jetzt in Open Social die nächste Entwicklungsstufe und eine zukunftsweisende Alternative zu den geschlossenen Systemen (walled-gardens) von MySpace und Facebook:

Open Social takes the Facebook platform concept and provides an open standard approach that can be used by the entire web. Open Social is an open way for everyone to do what Facebook has done…

Selbst Nicholas Carr, nicht gerade als Freund von Google oder gar Web 2.0 bekannt, zeigt sich beeindruckt und sinniert in Open Social and Enterprise 2.0 über die möglichen Implikationen für die Unternehmenslandschaft:

Companies have faced a conundrum with Enterprise 2.0: they want the benefits of sharing, but they also need to maintain controls. OpenSocial points to one possible way out.

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Dinge in diesem Bereich in den kommenden Monaten entwickeln.

Update 1 MySpace wird laut Mashable! Google’s OpenSocial Allianz beitreten.

Update 2 Schnell reagiert: Auf der Web 2.0 Expo wird es im Development Track eine Session zu OpenSocial mit Google’s Patrick Chanezon geben. (via)

Weiterführende Artikel:

Techcrunch: Details Revealed: Google OpenSocial To Launch Thursday

New York Times: Google and Friends to Gang Up on Facebook

ZDNet.com: Google’s OpenSocial: What it means

Google Operating System: OpenSocial, Google’s APIs for Social Applications

zweinull.cc: OpenSocial: Google verbündet internationale Social Networks – auch Xing

Netzökonom: Googles Antwort auf Facebook: OpenSocial

Media-Blog: Open Social – oder was Google und XING gegen Facebook tun wollen

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3 Gedanken zu „Google vs Facebook: Open Social statt Walled-Gardens

  1. Pingback: Kurze Nachlese zum Barcamp Berlin 2 #bcb2 at nosneb’s weblog

  2. Ich bin mir nicht sicher, ob Google damit speziell auf Facebooks Planungen hinsichtlich SocialAds reagiert. Auf jeden Fall platziert sich Google damit geschickt als Bindeglied zwischen Social Networks und Web Applikationen und erschließt sich so ganz neue Distributionswege für sein Werbegeschäft. Ansonsten stimme ich Deinen Überlegungen zu.

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