9to5 – Ich nenne es Rückblick

Das 9to5 Festival Camp ist zu Ende. Eindrücke und Besprechungen gibt es bereits in rauen Mengen. Nicht nur Blogger, auch die klassischen Medien schenkten der Veranstaltung große Beachtung.

Ich hatte mir vorgenommen, am Freitag auf jeden Fall von 9to5, also 21 Uhr bis 5 Uhr durchzumachen. Der Abend im Radialsystem fing mit Régine Debatty sehr charmant an. Die Belgierin plauderte auf Englisch aber mit einem bezaubernden französischen Akzent über ihren Blog we-make-money-not-art; wie sie damit Geld verdient, ohne ihre Prinzipien aufzugeben und wie sich dadurch ihr Leben insgesamt verändert hat.

In der darauf folgenden Show Berlin Bunny Lecture „Economy“ mit den Hostessen Supatopcheckerbunny und Hilfscheckerbunny waren der Schriftsteller Peter Glaser und Veronika Mirschel, die Leiterin des Referats für Freiberufler bei ver.di zum Thema ‚Prokrastination und Selbstdisziplin, die Zukunft der Arbeit und ihre Feinde‘ eingeladen. Das Ganze blieb über weite Strecken leider eine ziemlich fahrige Angelegenheit. Erst gegen Ende, als Peter Glaser die Gelegenheit erhielt, ein bischen auszuholen, wurde es dann doch noch interessant. In einer sehr unterhaltsamen Tour de Force sprach er über den souveränen Umgang mit dem ‚Informationshydranten‘ Internet, das Elvis-Presley-Prinzip, Kraftwerk, Fruchtbarkeitsgöttinnen und Astronauten in Ohrensesseln. Wer wissen will, was es damit auf sich hat, sollte sich (zumindest) die letzten 15 Minuten der Audio-Aufzeichnung anhören.

Mein besonderes Interesse galt den beiden letzten Workshops in dieser Nacht: ‚Putting the Pro in Procrastination‘ mit Kathrin Passig und ‚Wie ich die Dinge geregelt kriege – ohne einen Funken Selbstdisziplin‘ mit Kathrin Passig und Sascha Lobo. War Kathrin Passig alleine noch einigermaßen ernst bei der Sache, änderte sich die Situation erwartungsgemäß, als Sascha Lobo dazustieß. Was folgte, war eine sehr freie Interpretation von Getting Things Done, die David Allen so wahrscheinlich nicht unterschreiben würde. Nach 40 Minuten bester Unterhaltung war es dann auch schon 4:45 Uhr. Zeit für ein bischen frische Luft und einen kleinen Schlummertrunk im Hof, bevor ich dann müde, aber gut gelaunt nach Hause radelte.

Fazit: Trotz inhaltlicher Kritik, die hier und da geäußert wurde, fand ich es eine gelungene Veranstaltung, die mich auch durch die sehr gute Organisation beeidruckt hat. Und schließlich war/ist das Radialsystem einfach eine wunderbare Location. Speziell das Sonnendeck werde ich echt vermissen.

Nachtrag 01.09.2007:

Auf zwei interessante Artikel will ich im Nachklang zu 9to5 noch hinweisen. Beide sind in der Berliner Zeitung erschienen. Holm Friebe selbst erklärt, wie die Hacker von c-base das robuste ‚Internet für 500 Leute‘ in das Radialsystem eingezogen haben. Lotte Everts und Felix Petersen beschäftigen sich in ‚Rechtschaffen Müde‘  mit der digitale Bohème aus der Sicht der Generation Praktikum.

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