Ebay kauft StumbleUpon, Google kontert

Unmittelbar nachdem durchsickerte, dass StumbleUpon für geschätzte 40 – 45 Millionen Dollar von eBay übernommen wird, veröffentlichte Google einen vergleichbaren „Recommendation“ Service. Google und AOL galten ebenfalls als Kaufinteressenten für das Startup Unternehmen. StumbleUpon erlaubt seinen Nutzern mit Hilfe einer Toolbar, Webseiten zu bewerten, zu kommentieren und dadurch Empfehlungen für andere Nutzer mit ähnlichen Interessen abzugeben.

StumbleUpon wird oft den Social Bookmarking Diensten zugerechnet, versteht sich aber weniger als Organisations- denn als Entdeckungstool. Die Empfehlungen der über 2 Millionen Mitglieder zählenden Community führen zu immer neuen, teilweise überraschenden Seiten und Inhalten.

Google’s „Recommendations“ Dienst dagegen basiert nicht auf einer Community sondern auf dem ureigenen, individuellen Suchprotokoll (Search History) und funktioniert auch nur, wenn dieses aktiviert ist. Es gibt zwei Möglichkeiten, das neue Feature zu integrieren:

1. Über einen Button in der Google Toolbar (neueste Version erforderlich) werden pro Tag bis zu 50 Seiten vorgeschlagen, die von Interesse sein könnten.

2. Als „Recommendations“ Modul bzw. Registerkarte für die Personalisierte Startseite, auf dem in übersichtlicher Form täglich aktualisierte Vorschläge gemacht werden.

Chefentwickler Sep Kamvar gibt dazu auf dem Official Google Blog eine ausführliche Gebrauchsanleitung und schraubt am Ende seiner Post die Erwartungshaltung erstmal runter:

Don’t expect very much at the beginning, but the more you build up your search history, and the more you use these features, the better they’ll become. Over time, we will give you more and better recommendations.

An anderer Stelle versucht sich Om Malik an einer Erklärung, welche Absicht eBay mit der Akquisition von StumpleUpon wohl verfolgen könnte:

By marrying the toolbar to Skype client, eBay can do an end run around Google’s dominance of the search business. A simple search box inside Skype client is all it would take. It is not that far fetched: Skype has been slowly integrating various different services (including PayPal) into its client, and slowly becoming eBay’s desktop backdoor.

Wieso Google im Fall StumbleUpon eBay den Vortritt gelassen hat? Darüber lässt sich nur spekulieren. Am mangelnden Kleingeld wird’s wohl nicht gelegen haben. Wahrscheinlicher ist, dass man bei Google der Meinung war, einen vergleichbaren Service viel günstiger mit eigenen, bereits vorhandenen Kapazitäten und Resourcen bauen zu können.

Unabhängig davon hat sich Google weiter gegen Microsoft in Stellung gebracht. Vor drei Tagen kündigte Eric Schmidt in einem Interview mit John Battelle auf der Web 2.0 Expo ein webbasiertes Pendant zu PowerPoint mit dem Namen Google Presentations an, womit die antizipierte Google Office Suite immer mehr Gestalt annimmt. Der Google CEO sagte gleich zu Beginn des Interview einen Schlüsselsatz:

We have concluded that collaboration is the killer app for how communities work.

Zur Untersützung des Projekts wurde Tonic Systems akquiriert. Damit nicht genug, setzte Google mit dem Einkauf des Videokonferenz-Programms Marratech gleich noch einen obendrauf. Jetzt bin ich noch gespannt, wann und wie JotSpot in Google’s Collaboration Suite eingebaut wird.

Google gönnt der Konkurrenz auch nach dem DoubleClick Mega-Deal keine Atempause. Geschichte wird gemacht.

TV Tipp: Passend zu diesem Thema gibt es heute abend ab 22:10 auf Arte das Themenspecial „Google, Apple, Microsoft … Die neuen Herren der Welt“ (via heise online)

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