re:publica 07 – noch ein nachtrag

Reichlich spät, um noch etwas über die re:publica 07 zu schreiben. Dabeigewesene und Daheimgebliebene veröffentlichten in den vergangenen Tagen bereits eine Vielzahl von Beiträgen. Auch die konventionellen Medien schenkten der re:publica 07 große Beachtung. (Den kombinierten Presse- und Blogspiegel gibt es hier.) Dennoch will ich kurz von meinen persönlichen Eindrücken berichten, die ich am Donnerstag, den 12.04.07, dem zweiten Tag der Konferenz sammeln konnte. Trotz knalligen Sommerwetters war die Veranstaltung sehr gut besucht. Man hatte Gelegenheit, prominente BloggerInnen (Mario Sixtus, Johnny Haeusler, Don Dahlmann, Nicole Simon, Jan Schmidt, Stefan Niggemeier, Robert Basic, et al.) mal in echt und aus der Nähe zu sehen. Das Publikum war – aus meiner Perspektive betrachtet – sehr jung (geschätzter Durchschnitt: 26 Jahre), der Frauenanteil erstaunlich erfreulich hoch und die Laptopausstattungsrate betrug mindestens 60%. Die freundliche und lockere Atmosphäre unterschied sich wohltuend von der drögen Ernsthaftigkeit herkömmlicher Konferenzen. Der Unterhaltungswert war sowieso um ein Vielfaches größer. Drei Faktoren haben haben maßgeblich dazu beigetragen:

1. Die SMS-Leinwand:

Stand neben der Hauptbühne und war als Live Kommentarmöglichkeit via SMS gedacht. Wurde ausgiebig genutzt, wenn auch nicht unbedingt im Sinne des Erfinders. Die teilweise recht originellen Eingaben entfernten sich (und die Aufmerksamkeit der Zuschauer) phasenweise komplett vom Geschehen auf der Bühne. Der Ausdruck „gegen eine Wand reden“ bekam vor diesem Hintergrund eine ganz neue Bedeutung.

2. Sascha Lobo:

Der Mitautor von „Wir nennen es Arbeit“ und Mitbegründer von Riesenmaschine.de ist eine Marke für sich und ein begnadeter Entertainer. Sowohl als Podiumsteilnehmer bei Cash from Chaos als auch als Jurymitglied bei Powerpoint Karaoke trieb er mir Tränen vor Lachen in die Augen.

Jury Powerpoint Karaoke

3. Powerpoint Karaoke:

Ich hatte schon viel davon gehört; es hier aber zum ersten Mal live und in Farbe gesehen. Zur Auswahl standen 17 Powerpoint Präsentationen unterschiedlichster Gruseligkeitsgrade. Titel wie „Messen der Totzeit des Systems“, „Fundmunition und ihr (Gefahren-)potential“, „Ökosystem Pansen“ wollten von Freiwilligen aus dem Stehgreif interpretiert werden. Besonders gut gefallen hat mir ein Trio aus Bayern, das die „Stilgeschichte des Möbels“ souverän umsetzte. Letztendlich erklärte die launige Jury, bestehend aus Stefan Niggemeier, Philip Albrecht, Hilfscheckerbunny und Sascha Lobo den auch nicht schlechten Jan Schmidt zum Sieger des Abends. Niemand traute sich allerdings an den „gefürchtet narkotisierenden Klassiker“ mit der höchsten Schwierigkeitsstufe heran – „Chinakontakte der IHK Bochum“ bleibt eine Herausforderung.

Technorati Tags:

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s