Google Desktop Konfusion

Obwohl ich mit dem Thema e-Learning beruflich nicht mehr befasst bin, beobachte ich die Entwicklungen immer noch aus dem Augenwinkel heraus, zumindest an den Schnittstellen zu Web 2.0 und Social Software. Jochen Robes ist dabei eine meiner bevorzugten Anlaufstellen. Beim Durchklicken seines weiterbildungsblog blieb ich bei einer älteren Post mit dem Titel Google Desktop as learning platform hängen.

GOOGLE DESKTOP (SEARCH)

Google Desktop ist eigentlich der Name einer konkreten Google Anwendung. Sie muss erst heruntergeladen und installiert werden. Danach kann man seinen Rechner (Desktop) komfortabel nach emails, Webprotokollen und den verschiedensten Dateiformaten durchsuchen. So weit, so gut. Jetzt interessierte mich brennend, wie eben dieses Google Desktop als Lernplattform benutzt werden kann. Jochen Robes‘ Artikel referiert sowohl auf eine Post von Jay Cross als auch auf einen Vortrag, den Michael Kerres auf der Learntec gehalten hat.

JAY CROSS‘ GOOGLE DESKTOP

Als erstes klickte ich auf Jay’s Beitrag. Dort stellte sich schnell heraus, dass der Altmeister Google Desktop als Sammelbegriff für alle möglichen – vorwiegend webbasierten – Google Applikationen gebraucht, angefangen von A wie Analytics bis W wie Webmaster Tools. Aus seiner Liste ist lediglich Google Talk in dem Sinne eine Desktop Anwendung, dass der Client auf einem lokalen Rechner installiert werden muss.

MICHAEL KERRES‘ GOOGLE DESKTOP

Jetzt war ich echt gespannt, wie Michael Kerres Google Desktop als Lernplattform einsetzt:

ja, da war ich auch überrascht, am Tag nach meinem Vortrag (< zum Reinhören als Gast anmelden) auf der Learntec den gleichen Gedanken bei Jay Cross zu lesen.

(Nebenbei: gemeint ist nicht „google“ als Suchwerkzeug, sondern der „Google Desktop“ als Feed-Aggregator….)

Es muss ja nicht der „Google Desktop“ sein … , meine Aussage bezieht sich auf das Importieren / Exportieren von Feeds in einem „Personal Learning Environment“.

Ok … Feed-Aggregator, Importieren / Exportieren von Feeds… das hörte sich für mich zunächst nach Google Reader an. Der Besuch des besagten Learntec Vortrags brachte Klarheit. Unter Google Desktop versteht auch Michael Kerres nicht die Google Desktop Suche sondern eine Arbeitsoberfläche, auf der persönlich wichtige Inhalte und Informationen (Newsfeeds, Bookmarks, email, Kalender, etc.) zentral verortet sind. Da er zu diesem Zweck die personalisierte Startseite von Google einsetzt, spricht er eben von Google Desktop. Mögliche Alternativen wären z. B. Microsoft’s live.com, Yahoo’s My Yahoo!, aber auch die vielen interessanten Angebote von kleineren Firmen wie Pageflakes, Protopage, yourminis, Webwag oder Netvibes.

GOOGLE TOOLBOX

Sowohl Jay Cross als auch Michael Kerres greifen auf Google’s umfangreiches Angebot zurück, um sich eine individuelle, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Lern- oder Arbeitsplattform zusammenzustellen, die vor allem auch Austausch, Vernetzung und Zusammenarbeit ermöglicht. Beide verwenden dafür den Begriff Google Desktop, auch wenn das in der konkreten Umsetzung ganz unterschiedliche Formen annimmt.

Jay Cross hat sich eine individuelle Google-Suite zusammengestellt, lose verbunden über das „single sign-on“, bei dem man sich nur einmal bei seinem Google-Konto anmelden muss, um danach Zugang zu allen Programmen zu haben. Bei Michael Kerres hingegen handelt es sich um ein personalisiertes Informationsportal als Startseite fürs Web. Damit hat sich meine zeitweilige Verwirrung um Google Desktop als Lernplattform dann auch aufgelöst.

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