Die 10 besten Intranets 2007 – hyped by Web 2.0

Vor kurzem stellte Usability Guru Jakob Nielsen die 10 besten Intranets 2007 vor. Im zugehhörigen Newsletter Beitrag gibt Nielsen einen Überblick und geht die wichtigsten Aspekte durch. Wer die Entscheidungen im Detail nachvollziehen will, muss sich den 360 seitigen Report mit seinen insgesamt 199 Screenshots kaufen.

Was sich wie ein roter Faden durch den ganzen Beitrag zieht, ist seine ablehnende Haltung gegenüber Web 2.0 bzw. Social Web Ansätzen, die er mit süffisant-ironischen Bemerkungen zu unterstreichen sucht. Web 2.0 und alles, was damit zu tun hat, wird fast zwanghaft zwangsläufig mit den Prädikaten „over-hyped“ oder zumindest „hyped“ versehen.

Das fängt bereits in der Einleitung an:

This year’s winners emphasized an editorial approach to news on the homepage. They also took a pragmatic approach to many hyped „Web 2.0“ techniques.

und kulminiert schließlich in dieser Einschätzung:

Intranets tend to avoid the over-hyped fads that wash across the Web. Several winners have weblogs this year, but the blogs are restrained, emphasizing useful information instead of „what I did on my last date.“

Die Zitate sprechen eigentlich für sich. Ob man diesen Aussagen nun zustimmt oder sie eher als tendenziös einstuft, ist eine Frage der eigenen Einstellung zu diesem Thema.

So sehr sich Nielsen allerdings bemüht, Web 2.0 Technologien zu diskreditieren, kommt er dennoch nicht umhin, die zunehmende Infiltration der Intranets mit Blogs, Wikis oder AJAX zu konstatieren. Und irgendwie schafft er es, sich ständig zu konterkarieren:

Many intranets have long offered news feeds, but this year’s winners have taken extra steps to make their news offerings more relevant to employees, both for internal news and for industry-related external news. Labeling and categorization are more extensive than before, and several intranets let users rate and comment on stories.

Ajax was widely used this year, but – fittingly for intranets – it’s applied as an add-on feature that’s integrated into useful contexts as opposed to being used for its own sake.

Microsoft even has a blog for its intranet’s managing editor to discuss features and news coverage.

The employee directory search (the people finder) is a killer app on most intranets. Microsoft uses the over-hyped Internet concepts of social networking and degrees of social distance in a pragmatic manner to make its employee search even better, sorting results by degree of distance from the user. Often, it makes sense that users would want to find people closely related to them; such sorting can be very helpful in a big organization where many people may have similar names or the same job titles.

Is there anything more hyped than wikis? We started to see some wiki use on intranets in 2005, and this year National Geographic Society employs many wikis in a highly useful manner. Is there anything more pragmatic than an acronym explainer? Internet hype meets intranet utility in National Geographic’s NG Lingo wiki, which explains the Society’s many internal acronyms and specialized terminology („base camp“ = the headquarters buildings). Such an intranet feature is especially helpful for new employees; this year’s winners included many more features to facilitate the „onboarding“ (new employee) process.

Dem gibt es von meiner Seite nichts weiter hinzuzufügen.

[Anmerkung: Hervorhebungen in den Zitaten durch den Autor]

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4 Gedanken zu „Die 10 besten Intranets 2007 – hyped by Web 2.0

  1. Eine weitere Variante: Kollaborative Tools wie Blogs oder Wikis kann ich mir auch gut für den Einsatz in den Bereichen Kunden-, Zulieferer- und Partner-Relations vorstellen – im Sinne des vielzitierten Cluetrain Manifesto („markets are conversations“)…

  2. Gern.

    Die beiden Punkte sehe ich auch. Anders gesagt: In der Diskussion um Web 2.0 und Unternehmen wird mir zu viel über Blogs als PR- oder Marketing-Instrument (v.a. mit Zielrichtung Kunden) diskutiert und viel zu wenig über Wissensmanagement.

  3. Ich kann da nur auf ganzer Linie zustimmen. Was die Einführung von Web 2.0 oder Social Software Applikationen angeht, bietet es sich sogar an, (motivierte) Teams oder Abteilungen als Piloten zu nutzen und deren Erfahrungen in ein weitergehendes Roll-out einfließen zu lassen.

    Obwohl da noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen, geht es doch gerade in Unternehmen auch darum, a) Vernetzung/Networking Effekte zu ermöglichen und zu fördern und b) die Performance der Mitarbeiter durch Tools, die sich jenseits der Firewalls längst bewährt haben, wie z. B. Blogs, Wikis oder Social Bookmarking, zu verbessern.

    Danke übrigens für den Gegenbesuch.

  4. Ob Nielsen Web 2.0-Anwendungen mag oder nicht: Ich bin mir sicher, da wird sich in vielen Intranets noch einiges tun. Wichtig erscheint mir, dass viele Lösungen am besten auf Team- bzw. Abteilungsebene funktionieren. So kann ein Team z.B. gemeinsam zu seinen Themen Bookmarks sammeln. Oder es werden – das macht eine Bekannte von mir mit ihren Kolleginnen – Checklisten im Wiki geführt.

    Denke, viele Intranets werden in Zukunft feste Bausteine haben (quasi Pflichtmodule) und zusätzlich die Integration von Feeds erlauben. Dann kann jeder Mitarbeiter die von ihm bzw. seinem Team genutzten Web 2.0 Anwendungen direkt auf seine Startseite bekommen.

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