Blogging for Bucks – Get rich …

… or die tryin‘.

Artikel wie A New Model For Getting Rich Online – Unterzeile: Investors Not Needed, Just a Site With Ads – auf washingtonpost.com, skizzieren verlockende Möglichkeiten von online Geschäftsmodellen, mit denen Hunderttausende, ohne große Anfangsinvestitionen und in kurzer Zeit zu Reichtum kommen können. Alles, was es braucht, ist eine kleine Webseite und Deals mit Google (Adsense) und Yahoo (Overture) über die Platzierung von Werbung auf eben diesen Seiten. Natürlich werden erfolgreiche Beispiele vorgeführt, die zeigen, dass es funktionieren kann:

Andrew Leyden startete 2004 die PodcastDirectory.com. Bei inzwischen fast einer Million Besuche verdient er $30.000 bis $40.000 pro Jahr.

David Miles Jr. und Kato Leonard, legen noch einen drauf: Mit Freeweblayouts.net, einer Seite, die kostenlose Templates für MySpace zum Download bereitstellt, kommen sie ein Jahr nach der Gründung bereits auf $100.000 pro Monat.

Sehen wir uns jetzt mal in der internationalen Blog-Szene nach Beispielen um:

Darren Rhowse, der u.a. den ProBlogger Blogs betreibt, sorgte 2005 für einiges Aufsehen und sprunghaft ansteigenden Traffic, als er durchblicken ließ, er verdiene mit seinen drei Blogs zwischen $10.000 und $20.000 pro Monat. Rhowse nutzte die gesteigerte Aufmerksamkeit und entwickelte daraus gleich eine neue Geschäftsidee. Mit Partner Andy Wibbels bietet er den Kurs Six Figure Blogging an, der auch weniger ausgeschlafenen Bloggern auf die Sprünge, bzw. zu sechstelligen Adsene Einkünften verhelfen soll.

Michael Arrington ist noch erfolg- und einflussreicher. Mit seinem seinem Techcrunch Blog nimmt er eine zentrale Stellung im Web 2.0 Universum ein. Er ist der „Königsmacher unter den Silicon Valley Entrepreurs“, wie es der San Francisco Chronicle formulierte, dem er auch einen Blick in seine Einkünfte gewährte. In den ersten 18 Monaten nach seinem Start hat er mit Techcrunch $500.000 Gewinn erzielt. Allein im Monat November 2006 machte er $180.000 Umsatz. Im Moment verfügt Techcruch über 140.000 Abonnenten via Feedburner und belegt in den Technorati Top 100 den 4. Platz.

Dass diese beiden aber die oberste Spitze der Pyramide darstellen, sollte jedem klar sein, der die Hoffnung hegt, mit Bloggen Geld verdienen oder gar seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Da ist Power-Seller auf ebay eine realistischere Perspektive.

Um diesbezügliche Erwartungen zu relativieren, ein anderes Beispiel: Guy Kawasaki, ein anerkannter Marketing Experte, Risikokapitalgeber und Autor erfolgreicher Bücher zog Anfang Januar nach einem Jahr Bloggen Bilanz. Die folgende Passage erregte große Aufmerkamkeit:

Total advertising revenue: approximately $3,350 = $1.39 cpm. (This assumes that I can get Google to pay me. I’ve tried several times during the year to get my snail mail PIN so that I can get paid, but I’ve never received it. I don’t mind Google getting the float…)

Wenn ein Mann vom Rang eines Guy Kawasaki, der 21.000 Abonnenten via Feedburner und 1.457 über FeedBlitz hat, unter den Technorati Top 50 ist und noch nicht mal $4.000 damit verdient, dann lässt das für Chris Anderson, den Erfinder des Long Tail, nur einen Schluss zu: „Don’t Quit Your Day Job„.

Guy Kawaski hat in einer nachfolgenden Post einiges zurechtgerückt und erklärt, dass Geld nicht sein primärer Antrieb sei und dass es ihm eigentlich um ganz andere Dinge gehe. Nichtsdestotrotz wirken seine Zahlen ziemlich ernüchternd.

Wie sieht die Situation in Deutschland aus?

Robert Basic, Betreiber des populären Basic Thinking Blog will herausfinden, wieviel Deutschlands Blogger mit ihren Blogs verdienen. Vor kurzem hat er eine informelle Umfrage gestartet und dazu aufgefordert, offen oder anonym Rückmeldung zu geben. Robert Basic, mit Basic Thinking immerhin auf Platz 3 der deutschen Blogcharts ging mit gutem Beispiel voran und veröffentlichte seine Zahlen:

thematisch nicht sonderlich fokussiertes Blog
– wenn Themenschwerpunkte, dann Metablogging, Web-Startups, IT/Web
– +/- 200.000 PIs/Monat
– 1.5 Jahre
– 700-800 Euro
– ca. 25% AdSense, 63% Textlinks, 12% Sponsoring

In nächster Zeit wird es auf Basic Thinking sicher eine Auswertung der eingegangenen Rückläufe geben. Es sieht aber ganz danach aus, dass für die überwiegende Mehrheit der Blogger – ähnlich wie bei Guy Kawasaki – Geld nicht die entscheidende Motivation ist.

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