Meine Top Ten Tools 2006

Das Jahr 2006 ist gerade abgelaufen und so will ich mich der schönen Tradition eines Jahresrückblicks an- und es mit einer Best of Variante abschließen. Dazu habe ich eine Liste mit meinen zehn absolut unverzichtbaren Lieblings-Tools zusammengestellt:

WordPress.com: 2006 war das Jahr, in dem ich mit dem Bloggen begann und c/o operative auf dieser sich kontinuierlich entwickelnden Open Source Plattform einrichtete. An dieser Stelle nochmals Danke an die WordPress.com Crew für dieses wunderbare Tool.

Windows Live Writer: Auf der Suche nach einem geeigneten Blogeditor, der auch offline funktioniert, stieß ich auf den frisch veröffentlichten Windows Live Writer, der auf Anhieb so überzeugte, dass ich ihn als Standard Lösung beibehielt. Eine ausführliche Besprechung seiner Möglichkeiten gibt es hier.

Google Calendar: Nach langem Vorlauf wurde Google Calendar im April 2006 schließlich eingeführt. Die Bedienung ist einfach und intuitiv, das Zusammenspiel mit Gmail klappt hervorragend. Kalender können importiert, mit anderen geteilt und durchsucht werden. Vor kurzem wurde noch eine extra Suchfunktion für öffentliche Events hinzugefügt.

Google Notebook: Ebenfalls in der ersten Jahreshälfte kam Google Notebook auf den Markt und erhielt eher durchwachsene Kritiken. Es handelt sich um einen Clipping Service, mit dem man entweder ganze Seiten bookmarken oder auch nur spezielle Ausschnitte (Bild, Text) speichern kann. Die gespeicherten Inhalte können mit eigenen Anmerkungen versehen und in Sektionen unter einer passenden Überschrift gruppiert werden. Den richtigen Kick bekommt das Ganze durch das mini Google Notebook Feature, das sich in der Status Bar des Browsers integriert. Hinzu kommt, dass Suchergebniss bei der regulären Google Suche direkt über einen Note this Link hinzugefügt werden können. Google Notebook hat mir gute Dienste erwiesen und z. B. bei den Recherchen für den Marktreport „Enterprise 2.0: Web 2.0 in Unternehmen“ geholfen, eine Flut von Informationen übersichtlich und zentral zu organisieren.

Diigo: Diigo steht für „Digest of Internet Information, Groups and Other stuff“ und ist ein komplexes Recherche Tool, das mit außergewöhnlich durchdachten Features ausgestattet ist. Der Schwerpunkt liegt auf „social annotations“, wobei Diigo Social Boomarking Elemente mit ausgedehnten Clipping- und Kommentarfunktionen vereint. Die gespeicherten Inhalte können zentral verwaltet, durchsucht und mit anderen geteilt werden; Bookmarks lassen sich simultan auf anderen populären Diensten wie del.ico.us, Furl oder Simpy speichern. Der volle Funktionsumfang erschließt sich mit der Diigo Toolbar.

Netvibes: Personalisierbare Startseiten oder Homepages werden seit 2005 sowohl von den großen Playern (Microsoft’s Live.com, Google Personalized Homepage, My Yahoo) als auch von einer Reihe unabhängiger, kleinerer Unternehmen angeboten, die sich mit guten Konzepten und gelegentlicher Risikokapitalaufstockung durchaus am Markt behaupten können. Bei den Kleinen ist Netvibes nicht nur am längsten dabei, sondern kann auch die größten Zuwächse verzeichnen. Der große Vorteil von Startseiten ist, dass man sie als zentrales, übersichtliches Dashboard für seine wichtigsten Informationsquellen nutzen kann. Die Möglichkeit, verschiedene Seiten (bei Netvibes „Tabs“ genannt) anzulegen, erlaubt eine bessere Strukturierung. Auf meinem persönlichen Netvibes („Inform Me!“) habe ich meine wichtigsten RSS Feeds/Blogs auf verschiedene Seiten verteilt, von denen jede einer Kategorie wie z. B. Technology News, Web 2.0 oder Marketing zugeordnet ist. Pageflakes trat erst später auf den Plan, würde aber sicher genauso gute Dienste leisten; Goowy hat mit yourminis eine witzige, flashbasierte Alternative in’s Rennen geschickt.

Google Reader: Für den Konsum größerer Mengen an RSS Feeds sind Startseiten wie Netvibes weniger geeignet. Für diesen Zweck verwende ich nach vielen Experimenten mit unterschiedlichen Feedreadern den Google Reader. Die erste, 2005 veröffentlichte Version, war ein unausgegorener Versuch. Nach einer gründlichen Überarbeitung kam Ende September 2006 dann eine überzeugende, neue Version heraus. Das übersichtliche Aussehen erinnert an Gmail, das Verwenden von Shortcuts erlaubt eine schnelle Navigation. Die River of News Anzeige (Feeds werden nach Aktualität und nicht innerhalb ihres Kontexts angezeigt) zur Durchsicht der neuesten Meldungen ist sowohl für die Gesamtheit aller Feeds als auch für einzelne Ordner möglich. Etwas langwierig gestaltet sich das Abonnieren neuer Feeds und – eigentlich unfassbar für Google – eine Suchfunktion ist schlicht nicht vorhanden. Inzwischen gibt es ein Greasemonkey Script, das Abhilfe verspricht. Ansonsten kann man sich auch mit Hilfe des shortcuts „gu“ (= go to subscriptions) gezielt durch die abonnierten Feeds bewegen.

del.furl.icio.us (del.icio.us + Furl): Zwei Services, die mich schon länger begleiten und mein erweitertes Gedächtnis bilden. Furl war der erste Social Bookmarking Service, den ich benutzte. Del.icio.us kam später dazu und löste Furl als Standardlösung ab. Dennoch nutze ich Furl weiterhin für Seiten – meistens Artikel – von denen ich eine lokale Kopie erstellen will, auf die ich immer noch zurückgreifen kann, falls das Orignial mal vom Netz genommen wird – ein Feature, über das del.icio.us leider nicht verfügt. Inzwischen haben sich auf meinem del.icio.us account mehr als 3.000 Bookmarks angesammelt. Aber del.icio.us ist weitaus mehr als ein System zum Ablegen von Bookmarks. Durch seine hochspezialisierte, fokussierte Nutzerschaft, die 2006 die 1 Millionen Grenze überschritten hat, ist es gleichzeitig eine hochwertige Search- und Discovery Engine. Ich hoffe inständig, dass Yahoo! dieses Konzept nicht durch eine Zusammenlegung mit MyWeb verwässert.

Firefox: Nicht nur für mich der beste Browser der Welt – ein Open Source Projekt – koordiniert von der Mozilla Foundation und unterstützt von Hunderten von Entwicklern. Das Schöne an Firefox ist, dass man sich (s)einen Browser, ausgehend vom Basismodell, ganz individuell nach eigenen Bedürfnissen konfiguieren kann. Neben den Standard Plugins stehen dafür Hunderte von add-ons (Extensions und Themes) zur Verfügung. Ende Oktober 2006 wurde Firefox 2 veröffentlicht, der in vielerlei Hinsicht eine Verbesserung zu den Vorgängerversionen darstellte. Da aber einige meiner bevorzugten Extensions noch immer nicht Firefox 2 kompatibel sind, benutze ich die alte 1.5 Version weiterhin parallel.

Moleskine: Moleskine steht hier eigentlich nur als Gattungsbegriff. Damit meine ich ein offline Notebook, oder schlicht Notizbuch, das ich bei mir trage, um Einfälle, Ideen oder ähnlich Bemerkenswertes festzuhalten und dadurch mein Gedächtnis zu entlasten. Da Moleskine für meinen Geschmack überteuert ist, habe ich mich für eine deutlich günstigere Kaufhausvariante entschieden.

Damit lasse ich 2006 jetzt hinter mir, wünsche allen ein Glückliches, Neues Jahr und warte gespannt, was uns Web 2.0 07 an Überraschungen bringen wird.

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