Studium 2.0 – Essentielle Web Tools, Teil 1

Prolog. Ende der 80er Jahre machte ich den Sprung vom Grund- ins Hauptstudium und von der elektronischen Schreibmaschine zu meinem ersten Computer, einem Atari Mega St. Der Hauptspeicher hatte gerade mal 1 MB und die Programme mussten umständlich von Diskette gestartet werden. Das Internet war noch eine Angelegenheit für Militärs, Forscher und Freaks. Die Grundlage für das World Wide Web – die Kombination von Internet mit Hyperlinks – wurde von Tim Berners-Lee und seinen Kollegen in den Labors von CERN gerade entwickelt.

Heutigen StudentInnen stehen da ganz andere Möglichkeiten offen. Sie sind mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien aufgewachsen und vertraut.

Die meisten von ihnen verfügen über PCs oder Laptops und einen Internetanschluss. Sie haben damit Zugang zu einem riesigen Informations – und Wissensspeicher und sind in der Lage, sich weltweit zu vernetzen.

In den kommenden Wochen werde ich – über mehrere Folgen verteilt – eine Sammlung ausgesuchter Tools vorstellen, mit denen sich das Potenzial des Web gewinnbringend für das Studium nutzen lässt.

Zwölf hilfreiche Recherche Quellen

Jede Arbeit, sei es ein Referat, eine Semester- oder gar eine Diplomarbeit beginnt mit einer Recherche zum Thema. Neben dem, was die digitalen und analogen Archive der Fachbereiche hergeben, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, relevante Informationen im Web zu finden.

Internet Archive: Das Internet Archive wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, eine Online Bibilothek aufzubauen, in der historisch wertvolle digitale Inhalte gesammelt und zur Verfügung gestellt werden. Es beinhaltet Sammlungen von Texten, Audio- und Vidoedateien, Software und Webseiten.

The Wayback Machine: Ein Seitenprojekt des Internet Archive für die Zeitreise in die Vergangenheit des Internet. Hier können 55 Millionen Webseiten durchstöbert werden, die ab 1996 archiviert wurden. Man gibt einfach die Webadresse einer Website ein und erhält dann die, über die Jahre hinweg dazu gespeicherten Daten. So lassen sich beispielsweise Informationen finden, die durch Updates von Seiten verloren gingen oder gar Spuren von Seiten, die schon längst nicht mehr im Netz stehen. Kleines historisches Beispiel – eine frühe Google Seite vom 2. Dezember 1998.

Project Gutenberg: Das Projekt ist eine Internet Bibliothek mit einer Sammlung von mehr als 19.000 freien e-books, also elektronischen Ausgaben physisch existierender Bücher. Gegründet wurde das Projekt 1971 von Michael Hart. Ebenso wie bei Wikipedia sind auch hier tausende von freiwilligen Helfern involviert. Die größtenteils englischsprachigen Angebote sind Public Domain und können kostenlos heruntergeladen werden.

Wikipedia: Wikipedia ist eine freie Online Enzyklopädie, mit einem Wiki als Plattform. Tausende von Freiwilligen haben die inzwischen umfangreichste Sammlung freier Inhalte im Web verfasst. Wikipedia ist zwar nicht unumstritten, aber definitv eine der wichtigsten Referenz-Seiten im Internet. Die meisten werden Wikipedia bereits kennen und nutzen. Ich führe die Seite hier lediglich aus Gründen der Vollständigkeit auf.

The World Factbook: Das Wold Factbook wird jährlich von der CIA herausgegeben und enthält statistische Daten zu jedem einzelnen Land der Welt, unter anderem zu Bevölkerung, Regierung, Wirtschaft und Infrastruktur. Ursprünglich ein geheimes Dokument, steht es seit 1971 in öffentlichen Versionen zur Verfügung. Die Inhalte auf der World Factbook Website sind Public Domain und können ausdrücklich(!) ohne Erlaubnis der CIA verwendet werden.

Google News: Die News-Seite von Google wird aus 700 deutschsprachigen Nachrichtenquellen mit Schlagzeilen beliefert. Die Beiträge werden durch ein computergestütztes Verfahren ausgesucht, gewichtet und thematisch gruppiert. Die Darstellung kann vom Nutzer entsprechend seiner Interessen personalisiert werden. Auf Google News kann man nicht nur blättern, sondern auch gezielt nach Nachrichten suchen. Insgesamt werden über 30 internationale bzw. regionale Versionen von Google News angeboten.

Google News Archive: Das Google News Archiv bietet komfortable Möglichkeiten für historische Recherchen. Man kann nach Ereignissen oder Personen suchen und nachvollziehen, wie sie im Verlauf der Zeit beschrieben wurden. Eine automatisch generierte Zeitleiste teilt die Suchresultate in übersichtliche zeitliche Abschnitte ein.

Google Buchsuche: Für dieses Angebot arbeitet Google mit Verlagen und Bibliotheken auf der ganzen Welt zusammen. Über die Google Buchsuche kann man sich Bücher zu seinen Suchbegriffen anzeigen lassen. Neben bibliographischen Informationen liefern die Suchergebnisse auch Textauszüge, welche die Suchbegriffe im Kontext zeigen. Je nach Vereinbarung, die Google mit den Rechteeinhabern hat, werden mehrere Seiten als Auszüge gezeigt. Bücher, die nicht urheberrechtlich geschützt sind, können sogar komplett eingesehen werden. Links zu Online-Buchhandlungen runden das Angebot ab. Google Book Search ist das Pendant für englischsprachige Bücher.

Google Scholar: Google Scholar hat den Untertitel: „Auf den Schultern von Giganten“. Der Anspruch ist, die zentrale Instanz bei der Suche nach wissenschaftlicher Literatur zu den verschiedensten Themen zu sein. „Dazu gehören von Kommilitonen bewertete Seminararbeiten, Magister-, Diplom- sowie Doktorarbeiten, Bücher, Zusammenfassungen und Artikel, die aus Quellen wie akademischen Verlagen, Berufsverbänden, Magazinen für Vorabdrucke, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen stammen“, so der beschreibende Text zur Webseite. Die Gewichtung der Suchergebnisse erfolgt über Relevanz, sprich durch das Google-spezifische Ranking-Verfahren.

Yahoo! News: Die Yahoo! News sind mit ihrem Nachrichtenangebot stärker auf die USA konzentriert als Google News und bieten weniger regionale Differenzierung an. Die Darstellung der Nachrichten lässt sich aber auch hier personalisieren. Die Suchoptionen beinhalten im Unterschied zu Google News zusätzlich Nachrichten aus der Blogoshpere, die bei Bedarf separat angezeigt werden können.

FindArticles: FindArticles ist ein Angebot des Suchmaschinen Anbieters Looksmart, das Zugriff auf eine gewaltige Sammlung von mehr als 10 Millionen Artikel erlaubt. Ein weites Themenspektrum wird duch neun Hauptkategorien gegliedert, angefangen von „Arts & Entertainment“ über „Business & Finance“ bis hin zu „Sport“. Die Archive speisen sich aus international renommierten Publikationen und reichen zurück bis ins Jahr 1984. Bei der Suche kann man nach freien und kostenpflichtigen Premium Artikeln differenzieren.

Creative Commons Search: Mit dieser Meta Suchmaschine lassen sich Photos, Texte, Musik, Bücher und Unterrichtsmaterialien finden, die einer Creative Commons Lizenz unterliegen und die entsprechend dieser Lizenz – in vielen Fällen ohne Einschränkungen – benutzt werden können. In die Suche eingebunden sind u. a. Google, Yahoo! und der Bilderdienst Flickr.

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