Was bedeutet die globale Finanzkrise für das Web 2.0?

Die internationalen Börsen stürzen immer weiter ab, selbst IWF Chef Dominique Strauss-Kahn spricht inzwischen nicht mehr nur von einer ernsten, sondern von einer gefährlichen Lage. In Großbritannien wird ein Gebet zur Finanzkrise auf den Internetseiten der anglikanischen Kirche tausendfach von verängstigten Menschen aufgerufen.

google finance

Michael Arrington, Chef von TechCrunch, einem Blog, das massgeblich mitgeholfen hat, das Phänomen Web 2.0 zu popularisieren, ruft jetzt das unrühmliche, aber notwendige Ende von Web 2.0 aus, bedingt durch ein Versiegen des Risikokapitals und markiert durch ein ignorantes Video einiger selbstverliebter Silicon Valley  Douchebags.

Auf netzwertig.com geht Andreas Göldi mehr in die Tiefe und beschreibt, was die weltweite Krise für die Startup-Finanzierung im Web 2.0 bedeutet. Neben der Analyse der Situation gibt er Jungunternehmern auch Tipps, wie man mit einem härter werdenden Finanzierungsklima umgehen kann. Ein Ratschlag lautet, nicht auf Verdacht grosse Plattformen zu bauen und das Businessmodell später zu überlegen. Marc Zuckerberg kann es sich leisten, solche Ratschläge zu ignorieren, hat der Facebook Gründer sein Venture Capital doch bereits vor der großen Krise eingesammelt. Im Interview mit der FAZ erklärt er, dass Wachstum Vorrang und ein Business-Plan noch Zeit bis in drei Jahren hat.

Insgesamt optimistischer als Göldi schätzt bei Robert Basic ein namentlich nicht genannter Gründer die Situation ein. In Zeiten begrenzter Etats könnten neue Formen gegenüber klassischen Alternativen sogar profitieren. Das gelte sowohl für Werbung, wo Performance Marketing sich gegenüber reichweitenbasierten Kampagnen durchsetze, als auch bei Software Lösungen für Unternehmen.

Dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen. Wenn man Web 2.0 nicht nur auf den Endverbraucher Markt beschränkt, sondern Web 2.0 Lösungen für Unternehmen (Office 2.0, Enterprise 2.0, Cloud Computing) mit ins Kalkül zieht, eröffnen sich vielleicht gerade durch diese Krise ganz neue Chancen.

Nebenbei: c/o operative eröffnete heute vor zwei Jahren mit einem Beitrag zur Übernahme eines Video Sharing Startups durch einen großen Suchmaschinenbetreiber.

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Google Sites für alle

Die erste Meldung, die mir heute in meinem Feedreader auffiel, war Quickly Grab a URL on Google Wikis; No Google Juice Though auf Amit Agarwal’s Digital Inspiration.

Ende Februar dieses Jahres reinkarnierte der von Google bereits 2006 übernommene Wiki Service JotSpot als Google Sites, allerdings nur als Bestandteil von Google Apps, der Online Collaboration Suite von Google und war demzufolge nur Google Apps Nutzern zugänglich.

Vor wenigen Stunden verkündeten verschiedene Google Blogs, unter ihnen der neu installierte Google Sites Blogs, dass Google Sites nicht mehr nur exklusiv in Google Apps sondern frei verfügbar ist von jedem mit einem Google Konto genutzt werden kann. Der Official Google Blog zu den Verwendungsmöglichkeiten:

Now we’ve made it easy for anyone to set up a website to share all types of information — team projects, company intranets, community groups, classrooms, clubs, family updates, you name it — in one place, for a few people, a group or the world. You can securely host your own website at http://sites.google.com/[your-website] and add as many pages as you like for free.

Ich bin auch gleich Amit Agarwal’s Empfehlung gefolgt und habe mir meine bevorzugte URL gesichert.

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Wie Google Sites zu installlieren und zu benutzen ist, zeigt das folgende, knapp dreiminütige Erklärvideo.

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Google Docs mit jeder Menge neuer Features

Google Docs (auf deutsch: Google Text und Tabellen), Google’s Online Office Suite für Dokumente, Tabellen und Präsentationen hat in den vergangen Wochen eine Serie interessanter Updates erhalten.

Nachdem bereits im Februar das Design der Textverarbeitungs Toolbar in Richtung Microsoft Office getrimmt wurde, setzte sich diese Entwicklung fort, als Ende März die Navigations-Tabs durch ein traditionelles Drop-down Menü ersetzt wurden. Vorläufig gibt es dieses neue Design nur bei der Textverarbeitung. Tabellen und Präsentationen erscheinen noch mit dem alten Interface.

Kurze Zeit später kam die Ankündigung, dass Google Docs mit Hilfe von Google Gears auch offline genutzt werden kann. Google Gears ist eine Open Source Erweiterung für den Browser, die Web Applikationen erlaubt, auch ohne Internetverbindung zu arbeiten. Von Google bereits 2007 eingeführt, kam sie bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nur bei einer Google Anwendung, dem Google Reader zum Einsatz.

Auch eine Reihe anderer Anbieter macht von Google Gears für bestimmte Applikationen Gebrauch. Das Offline Feature wird sukzessive ausgerollt und zeigt sich durch einen Offline Link, wenn es angekommen ist. Es soll sowohl für die Textverarbeitung und nach neuesten Informationen auch für Tabellenkalkulation (Spreadsheets) zur Verfügung stehen. Bei Präsentationen dauert es wohl noch ein bischen länger. Im folgenden Video erklärt der Produktmanager von Google Docs wie das alles funktioniert:

Neben erweiterten Suchfunktionen und der Möglichkeit, Suchen zu speichern, wurde vor zwei Tagen auch noch ein Feature nachgereicht, das viele vermissten. Bisher war lediglich der Import von PowerPoint Dateien möglich. Jetzt kann man Google Presentations auch als PPT speichern und somit in Microsoft Office oder OpenOffice exportieren. Wer bei der weiteren Ausgestaltung von Google Docs ein Wörtchen mitreden will, kann seine Vorschläge hier einbringen.

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JotSpot reinkarniert als Google Sites

Ende Oktober 2006 akquirierte Google den Wiki Service JotSpot. 16 Monate und unzählige Spekulationen später, lüftete Google vor drei Tagen das Geheimnis um dessen weitere Verwendung.

Google Sites basiert auf der JotSpot Technologie und verstärkt Google Apps, die Online Collaboration Suite von Google, zu der auch Gmail, Google Calender, Google Docs und Google Talk gehören.

Mit Google Sites können in einer Wiki-Arbeitsumgebung und ohne HTML Kenntnisse Webseiten gemeinsam erstellt werden, in denen neben Text auch Tabellen, Präsentationen, Slideshows, Kalender und Videos, etc. von anderen Google Diensten eingefügt werden können. Erklärtes Ziel ist es, den Nutzern in Unternehmen und Organisationen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sich schnell und unkompliziert Intranet-, Projekt- oder Profilseiten bauen lassen.

Obwohl Google das Wort ‘Wiki’ vermeidet, sind wiki-typische Funktionen eingebaut. Jeder, der berechtigt ist, kann Seiten nicht nur lesen, sondern auch editieren. Alle Veränderungen werden aufgezeichnet, so dass sie bei Bedarf auch wieder rückgängig gemacht werden können.

Die Reaktionen auf Google Sites fallen sehr unterschiedlich aus. Während beispielsweise Venture Beat oder Webware.com lobende Worte finden, gibt es viele Stimmen, die nach 16 Monaten Entwicklung von einem Mega-Unternehmen wie Google etwas mehr erwartet hätten, etwa eine bessere Integration mit den anderen Diensten.

Was trotz aller ‘Unperfektheiten’ für Google spricht, sind die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit der Services, die nicht vorhandenen bzw. niedrigen Kosten und die Gewissheit, dass auch ein steigender Bedarf bedient werden kann. Zumindest für kleinere und mittlere Unternehmen könnte das Google Apps Paket eine – wenn auch im Funktionsumfang reduzierte – Alternative zu Microsoft’s SharePoint oder IBM’s Lotus Notes darstellen. Mal sehen, ob Google’s Strategie, durch die Hintertür und an der IT vorbei in die Unternehmen zu gelangen, auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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Wird Jotspot bald Google Pages ersetzen?

googlewiki3 Anfang September dieses Jahres war die Gerüchteküche kräftig am Brodeln. Das Comeback des vor einem Jahr übernommenen Wiki Service JotSpot als zentraler Bestandteil von Google Apps sollte umittelbar bevorstehen. Die offizielle Bestätigung von Google lässt bis heute auf sich warten.

google_pages Neueste Spekulationen, die Garett Rogers auf ZDNet anstellt, gehen noch einen Schritt weiter. Er vermutet, dass JotSpot (wieder mal) kurz vor einem Release steht und über kurz oder lang Google Pages ersetzen wird. Er empfiehlt jetzt schon jedem, der Google Pages benutzt, über die Konsequenzen dieses Szenarios nachzudenken.

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Zoho’s neues Business Modell

Im Vorfeld der Office 2.0 Conference wurde heftig darüber spekuliert, ob Google diese Gelegenheit nutzen würde, zwei neue Office 2.0 Produkte zu lancieren. Die Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Die Einführung von Presentations und Wiki Service lässt weiter auf sich warten.

Zoho, die umtriebige Konkurrenz im Office 2.0 Markt, ließ dagegen mit Zoho Business eine interessante Alternative zu Google Apps vom Stapel, die versucht, Google’s Angebot mit günstigerem Preis und größerer Funktionalität zu schlagen. Momentan befindet sich Zoho Business noch in private beta (Zugang per Einladung), aber schon kommenden Monat soll der Wechsel zu public beta erfolgen.

Im Zuge dieser Ankündigung wird Zoho sein umfangreiches Angebot an Services in zwei Kategorien einteilen: Zoho Personal und Zoho Business. Zoho Personal für den individuellen Bedarf steht weiterhin kostenlos zur Verfügung. Zoho Business wird in zwei Ausführungen (Free & Pro) erhältlich sein. Angedacht sind 40 $ pro Nutzer und pro Jahr. (Ausführliche Infos in dieser Notebook Präsentation.)

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Nachdem Zoho bereits vor einem Jahr das komfortable single-sign-on für seine Online Office Suite eingerichtet hat, geht Zoho Start noch einen Schritt weiter und führt Zoho’s Sammlung von einzelnen Applikationen durch eine integrierte Startseite unter einem Dach zusammen.

zoho start small

Der Name Zoho ist übrigens eine spielerische Abwandlung von “SOHO = Small Office / Home Office” und macht deutlich, dass Zoho nicht den Enterprise 2.0 Markt, also die großen Unternehmen im Blick hat, sondern kleinere und mittlere Unternehmen. Oder wie es der Zoho Evangelist Raju Vegesna in seiner Blogpost zur Ankündigung von Zoho Business ausdrückte:

We have said several times that we wanted to be the IT Department for SMBs and this is our first step towards that.

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Jotspot’s Comeback als Google Wiki?

Vieles deutet darauf hin, dass Google seiner Web Office Suite zwei neue Elemente hinzufügen wird. Seit Google sich vor 10 Monaten das Wiki Unternehmen Jotspot einverleibte, blieb es außer gelegentlich aufkommenden Spekulationen verdächtig ruhig.

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Seit kurzem gibt es jedoch vermehrt Anzeichen, dass Jotspot als Google Wiki reinkarniert. Bereits vor Monaten sind Jotspot’s Help Center und die Jotspot User Group zu Google umgezogen. Anfang Juli bestätigte Google Enterprise Vizepräsident Dave Girouard die Integration von Jotspot in Google Apps.

Google Blogoscoped entdeckte als letzten, entscheidenden Hinweis dieses Login mit einem etwas verzerrten Logo, das zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht aktiviert ist.

googlewiki_login.jpg

Ein weiterer sehnlichst erwarteter Service ist die Präsentations Software, für die Google in der ersten Jahreshälfte bereits Tonic Systems und Zenter eingekauft hatte.

Nachdem die Office 2.0 Conference schon 2006 als Plattform zur Einführung von Google Docs & Spreadsheets diente, vermutet Google Operating Systems, dass sie erneut für die Ankündigung der beiden neuen Google Apps Module genutzt wird. Wenn dem so ist, werden wir nicht mehr lange auf die Folter gespannt. Die diesjährige Office 2.0 Conference findet vom 5. bis 7. September statt.

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