Content Marketing und Social Media Marketing: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Nachdem ich mich in meinem letzten Posting mit dem Thema Content Marketing und seiner wachsenden Bedeutung beschäftigte, will ich hier kurz auf die Übereinstimmung, aber auch die Abgrenzung zu Social Media Marketing eingehen. Da es auch bei einer Social Media Marketing Strategie darum geht, Inhalte zu erstellen und über das Social Web zu verbreiten, scheint Content Marketing lediglich ein anderer Begriff dafür zu sein. Content Marketing wiederum bedient sich natürlich auch der sozialen Medien, um Botschaften zu verbreiten. Soweit, so verwirrend.

Toby Murdock hat in seiner Blogpost “Content Marketing vs. Social Media Marketing: What’s the Difference?” auf Content Marketing Institute Gemeinsamkeiten, aber vor allem Unterschiede in den Zielen und Abläufen herausgearbeitet, um Klarheit zu schaffen:

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Social Media Marketing Report 2012: Die wichtigsten Erkenntnisse in der Übersicht

Social Media Marketing Industry Report 2012Social Media ist längst im Mainstream angekommen und es wird nicht mehr weggehen, was immer mehr Unternehmen veranlasst, sich eingehender mit Social Media Marketing zu beschäftigen. Michael Stelzner, Gründer des Social Media Examiner veröffentlicht jährlich den Social Media Marketing Industry Report.

Darin sind die wichtigsten Erkenntnisse einer Studie zusammengefasst, für die 3800 Marketing-Fachleute in den USA befragt wurden. Wie stehen sie zu Social Media Marketing, wie wird es bereits genutzt und was erwarten sie in Zukunft von diesem noch relativ jungen Zweig des Marketing? Fragen, die sich so oder so ähnlich vermutlich auch Marketing Verantwortliche in deutschen Unternehmen stellen.

Die wichtigsten Erkenntnisse, die Stelzner in einer Zusammenfassung auflistet,  sind:

  • Die Marketer setzen große Hoffnungen in Social Media. 83% erachten Social Media als wichtig für ihren Geschäftserfolg.
  • Targeting und das Messen des Return on Investment (ROI) sind für 40% von übergeordneter Bedeutung.
  • Video Marketing steht hoch im Kurs. 76% wollen ihre Anstrengungen und Investition in diesem Bereich verstärken.
  • Das Interesse an Google+ ist enorm groß. Während bislang nur 40% Google+ nutzen, wollen 70% aller Befragten mehr darüber erfahren. 67% planen, diese neue Plattform zu nutzen oder bestehende Aktivitäten auszubauen.
  • Die wichtigsten Vorteile, die man sich von Social Media Marketing verspricht, sind eine bessere Präsenz (85%), höherer Traffic (69%), und Erkenntnisse über den Markt (65%)
  • Die fünf wichtigsten Social Media Plattformen sind: Facebook, Twitter, LinkedIn, (Corporate) Blogs und YouTube. Google+ folgt auf Platz 6.
  • Social Media wird als sehr zeitaufwändig bewertet: 59% sind mindestens 6 Stunden pro Woche mit Social Media beschäftigt und ein Drittel investiert sogar 11 Stunden oder mehr pro Woche.
  • Das Outsourcen von Social Media Aufgaben ist noch unterentwickelt. Lediglich 30% der Unternehmen geben Teile ihres Social Media Marketings extern in Auftrag.

Der Report steht noch bis zum 19. April zum kostenlosen Download bereit. Mehr Infos auf Social Media Examiner.

Tod und Auferstehung von SEO

Das Internet hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Neue Technologien und  das Aufkommen von Social Media haben erheblich dazu beigetragen. Auch Google hat seine Suchmaschine und deren Algorithmus ständig weiter entwickelt, einerseits, um Spam und Manipulation zu unterbinden, zweitens, um eine bessere Nutzererfahrung zu bieten und drittens, um neue Entwicklungen im Web aufzugreifen und diese zu kongenial abzubilden.

Dazu gehört beispielsweise die Integration von sozialen Signalen (Tweets, Likes, etc.) als Ranking-Faktoren. Oder die Nutzererfahrung einer Website, die seit dem letzten Update namens Panda wesentlich stärker bewertet wird. Vor diesem Hintergrund verändern sich auch die Aufgaben von SEO.

Rand Fishkin, Chef der Internet Marketing Company SEOmoz und einer der Vordenker eines neuen, integrierten Ansatzes ist der Meinung, dass der moderne SEO ein Webstratege werden muss. Was damit gemeint ist, erläutert er in der folgenden Präsentation, die ich nur  jedem wärmstens an’s Herz lege, der sich auch nur ansatzweise für Online Marketing, SEO und Social Media interessiert.

EdgeRank: Was der Facebook Algorithmus für die Sichtbarkeit im Newsfeed und damit für das Marketing bedeutet

Dass Google einen Algorithmus, den PageRank benutzt um sein Suchergebnisse nach Relevanz zu sortieren, hat sich herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass auch Facebook einen Algorithmus einsetzt, um sein Herzstück, den Newsfeed nach Relevanzkriterien zu strukturieren.

Der Newsfeed ist ein aktuelles, personalisiertes Nachrichten-Angebot, angetrieben von einer dynamischen Maschine, die kontinuierlich Status Updates, Fotos, Videos, etc., also Inhalte von allen Freunden und Angeboten, die man abonniert hat, in den zentralen Bereich jeder Startseite einspielt. Diese Maschine muss unablässig für über 600 Millionen Facebook Nutzer jeweils individuelle Newsfeeds generieren.

Newsfeeed

Die erzeugten Nachrichtenströme (Neuigkeiten) teilen sich auf in Hauptmeldungen und Neueste Meldungen. Während bei letzteren (nahezu) alle Neuigkeiten aus dem eigenen Netzwerk (Social Graph) angezeigt werden, nutzt Facebook für die Hauptmeldungen (Top News) eine Formel namens EdgeRank, um die darin gezeigten Objekte, sprich Inhalte auszuwählen. Je mehr auf ein Objekt (beispielsweise ein Status Update) durch andere Nutzer (beispielweise durch Kommentare, oder Likes) reagiert wird, desto mehr Edges werden dadurch kreiert.

edgerank

Die drei wesentlichen Faktoren sind:

Affinity Score: Je öfter man mit einem Nutzer oder einer Page interagiert, desto höher wird die Affinität oder die Nähe zu diesem “Inhalteerzeuger” eingestuft.

Weight: Jede Form der Interaktion durch andere Facebook Nutzer, ob Kommentar, Like oder Share erhält ein bestimmtes Gewicht, das sich zu einem “Gesamtgewicht” addiert, wobei nicht alle Interaktion gleich bewertet werden. So ist anzunehmen, dass ein Kommentar mehr wiegt, als ein Like.

Time Decay: Hier handelt es sich um ein Verfallsdatum. Je älter ein Edge, also eine einzelne Interaktion ist, desto mehr schwindet ihre Bedeutung.

Als Formel ausgedrückt:  Facebook EdgeRank = Affinity score * Weight * Time Decay

Einfacher gesagt, bestimmt der EdgeRank die Wahrscheinlichkeit mit der ein Nutzer bestimmte Inhalte in seinem Newsfeed erhält. Facebook geht davon aus, dass beide Ansichten, also Hauptmeldungen und Neueste Meldungen gleich häufig genutzt werden. Es versteht sich von alleine, dass Inhalte mit einem höheren EdgeRank auch eine größere Wahrscheinlichkeit haben, in den Newsfeeds von Nutzern aufzutauchen.

An dieser Stelle beginnt die Herausforderung für Marken und das Marketing auf Facebook. Wenn man inoffiziellen Studien glauben will, schaffen es 95% aller Posts nicht durch den EdgeRank Filter. Hinzu kommt, dass Objekte (= Nachrichten) im Newsfeed laut AdAge ein Verfallsdatum von 80 Minuten haben.

Deswegen zum Abschluss ein paar  Tipps von Experten wie man den EdgeRank, also die Interaktion mit den Nutzern (Fans) und damit die Sichtbarkeit und Reichweite u. a. auch durch Nutzung der neuen Werbeform Sponsored Stories für seine Marke erhöhen kann:

Jeff Bullas: 25 Facebook Marketing Tips to Increase Sales

Scott Meldrum: How to leverage Facebook’s news feed algorithm

Dave Williams: The Key to an Effective Facebook Ad Formula: EdgeRank

Janet Arconica: How to Succeed in a Crowded Newsfeed

Jim Lodico: 6 Tips to Increase Your Facebook EdgeRank and Exposure

Michael Grey: What Are You Doing To Earn Facebook Likes and Facebook Fans

re:publica – Ein Blick zurück

Gestern ging die inzwischen fünfte  re:publica zu Ende. Wie nach jeder re:publica werden Rückblicke geschrieben und abschließende Bewertungen getroffen. Ich konnte dieses Mal nicht persönlich dabei sein, mir aber zumindest teilweise über den Livestream und den beständigen Fluß der #rp11 Tweets einen Eindruck verschaffen. Die Konferenz hat von Jahr zu Jahr mehr TeilnehmerInnen angezogen. Dieses Jahr sollen es wohl über 3.000 im Friedrichstadpalast und angrenzenden Locations gewesen sein.

Auf der re:publica 2007 konnten 700 Besucher noch bequem von der Kalkscheune aufgenommen werden. Twitter war im early-adopter Stadium, deswegen gab es noch eine SMS-Leinwand, um das Geschehen auf dem Podium zu kommentieren. Sowohl Sascha Lobo als auch Powerpoint Karaoke waren allerdings schon damals Bestandteile des Programms.  Als kleinen Rückblick veröffentliche ich nochmal meine Post vom 18. April 2007, die ich nach der ersten re:publica geschrieben habe. (Die Links führen teilweise in’s Leere, weil die Inhalte so nicht mehr im Netz stehen.):

Reichlich spät, um noch etwas über die re:publica 07 zu schreiben. Dabeigewesene und Daheimgebliebene veröffentlichten in den vergangenen Tagen bereits eine Vielzahl von Beiträgen. Auch die konventionellen Medien schenkten der re:publica 07 große Beachtung. (Den kombinierten Presse- und Blogspiegel gibt es hier.) Dennoch will ich kurz von meinen persönlichen Eindrücken berichten, die ich am Donnerstag, den 12.04.07, dem zweiten Tag der Konferenz sammeln konnte. Trotz knalligen Sommerwetters war die Veranstaltung sehr gut besucht. Man hatte Gelegenheit, prominente BloggerInnen (Mario Sixtus, Johnny Haeusler, Don Dahlmann, Nicole Simon, Jan Schmidt, Stefan Niggemeier, Robert Basic, et al.) mal in echt und aus der Nähe zu sehen. Das Publikum war – aus meiner Perspektive betrachtet – sehr jung (geschätzter Durchschnitt: 26 Jahre), der Frauenanteil erstaunlich erfreulich hoch und die Laptopausstattungsrate betrug mindestens 60%. Die freundliche und lockere Atmosphäre unterschied sich wohltuend von der drögen Ernsthaftigkeit herkömmlicher Konferenzen. Der Unterhaltungswert war sowieso um ein Vielfaches größer. Drei Faktoren haben haben maßgeblich dazu beigetragen:

1. Die SMS-Leinwand:

Stand neben der Hauptbühne und war als Live Kommentarmöglichkeit via SMS gedacht. Wurde ausgiebig genutzt, wenn auch nicht unbedingt im Sinne des Erfinders. Die teilweise recht originellen Eingaben entfernten sich (und die Aufmerksamkeit der Zuschauer) phasenweise komplett vom Geschehen auf der Bühne. Der Ausdruck „gegen eine Wand reden“ bekam vor diesem Hintergrund eine ganz neue Bedeutung.

2. Sascha Lobo:

Der Mitautor von „Wir nennen es Arbeit“ und Mitbegründer von Riesenmaschine.de ist eine Marke für sich und ein begnadeter Entertainer. Sowohl als Podiumsteilnehmer bei Cash from Chaos als auch als Jurymitglied bei Powerpoint Karaoke trieb er mir Tränen vor Lachen in die Augen.

Jury Powerpoint Karaoke

3. Powerpoint Karaoke:

Ich hatte schon viel davon gehört; es hier aber zum ersten Mal live und in Farbe gesehen. Zur Auswahl standen 17 Powerpoint Präsentationen unterschiedlichster Gruseligkeitsgrade. Titel wie „Messen der Totzeit des Systems“, „Fundmunition und ihr (Gefahren-)potential“, „Ökosystem Pansen“ wollten von Freiwilligen aus dem Stehgreif interpretiert werden. Besonders gut gefallen hat mir ein Trio aus Bayern, das die „Stilgeschichte des Möbels“ souverän umsetzte. Letztendlich erklärte die launige Jury, bestehend aus Stefan Niggemeier, Philip Albrecht, Hilfscheckerbunny und Sascha Lobo den auch nicht schlechten Jan Schmidt zum Sieger des Abends. Niemand traute sich allerdings an den „gefürchtet narkotisierenden Klassiker“ mit der höchsten Schwierigkeitsstufe heran – „Chinakontakte der IHK Bochum“ bleibt eine Herausforderung.

Social Media Analytics oder Wie man den ROI von Social Media Kampagnen misst

Viele Unternehmen sind sich noch unsicher in der Bewertung von Social Media als Teil ihrer Marketing Strategie – insbesondere im Hinblick auf den konkreten Nutzen. Obwohl nicht alle inhaltlichen Faktoren einfach zu quantifizieren sind, geht es bei der Erfolgskontrolle von Social Media Maßnahmen darum, aus den strategischen Zielen im Vorfeld messbare, nachvollziehbare und spezifische Kennzahlen abzuleiten, welche die Grundlage für das Reporting darstellen.

Araceli Perez von e-interactive hat eine Infografik als Einführung in das Thema erarbeitet, die zunächst auf Spanisch und auf dem Raven Blog dann in einer englischen Version veröffentlicht wurde.

 

Social Media Analytics

 

(via Raven Internet Marketing Tools Blog)

Die Evolution des Google Rankings und die Konsequenzen für das Online Marketing

Wachsende Kritik an der Qualität seiner Suchergebnisse, die zunehmend von qualitativ minderwertigen Seiten wie zum Beispiel Content Farmen beherrscht wurden, veranlasste Google, mit einem Update seines Algorithmus zu reagieren. Das sogenannte Farmer/Panda Update wurde Ende Februar vorgenommen und betraf immerhin etwa 12% der US Suchergebnisse. Die deutsche SEO Firma Sistrix hat die Auswirkungen untersucht und die größten Verlierer ermittelt.

Google hat im Lauf der Zeit seinen Algorithmus, der sich aus mindestens 200 verschieden Faktoren zusammensetzt, immer wieder durch Updates angepasst bzw. weiterentwickelt. Die wichtigsten Updates, früher auch Google Dances genannt, sind in einer Infografik von Level343.com dargestellt.

Rand Fishkin, Chef der amerikanische SEO Company SEOmoz hat sich Gedanken die zukünftige Entwicklung der Suchmaschinen, auch im Hinblick auf Traffic für Websites gemacht. Er geht davon aus, dass:

  1. Die Suchmaschinen in eine “ganzheitliche” Richtung gehen werden, bei der Marken mit einer mehrdimensionalen Online-Präsenz bevorzugt werden und natürlichen Traffic beispielsweise auch durch Social Media Aktivitäten erhalten.
  2. Die Zunahme und die zunehmende Bedeutung von Social Media Seiten wie Facebook, Twitter, Yelp, aber auch Newcomern wie Foursquare oder Quora  kann – wenn geschickt genutzt – zu einer zunehmenden Diversifikation des Traffics führen und so den Anteil bzw. die einseitige Abhängigkeit von Suchmaschinen (aber auch anderen dominanten Kanälen) verringern.

In der Präsentation The Evolution of Google Rankings führt er diese Überlegungen weiter aus.

Bonus: Passend zum Thema gibt es ein aktuelles Adzine Interview mit dem bekannten deutschen SEO Markus Tandler aka Mediadonis –>  “Wie groß ist der Einfluss von Social Media auf das Ranking”