Das wurde echt Zeit: Google integriert Twitter-Inhalte in Suchergebnisse

Nur kurz nachdem Microsoft seine Partnerschaft mit Twitter und die Integration von Tweets in seine Suchmaschine Bing ankündigte, folgte Google’s Gegenschlag mit einer Ankündigung von Marissa Mayer auf dem Official Google Blog. Auch Google wird jetzt die Möglichkeit anbieten, Nachrichten der Twitter-Nutzer in Echtzeit zu durchsuchen.

Google Twitter updates

Aus Marissa Mayer’s Posting:

In the past few years, an entirely new type of data has emerged — real-time updates like those on Twitter have appeared not only as a way for people to communicate their thoughts and feelings, but also as an interesting source of data about what is happening right now in regard to a particular topic.
Given this new type of information and its value to search, we are very excited to announce that we have reached an agreement with Twitter to include their updates in our search results.

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Google verstehen: Strategie, Erfolgsfaktoren, Geschäftsmodelle

Bis Mitte der 90er Jahre galten Suchmaschinen lediglich als nettes Beiwerk, das Geld kostet, statt welches einzubringen. Bill Gates hat bei seinem Abschied von Microsoft wehmütig eingeräumt, die Bedeutung von Suchmaschinen speziell in Kombination mit Online-Werbung nicht bzw. zu spät erkannt zu haben.

Die Standford Studenten Larry Page und Sergey Brin wollten ihre seit 1995 entwickelte innovative Suchtechnologie zunächst an etablierte Suchmaschinen verkaufen. Keine wollte sie haben. So waren die beiden gezwungen, ihre eigene Firma zu gründen. 1998 stellte Sun Gründer Andy Bechtolsheim nach einem halbstündigen Gespräch einen Scheck über 100.000 US Dollar an die neugegründete Firma Google aus. Der Rest ist Geschichte.

Der unglaubliche Aufstieg dieses Unternehmens, das dieses Jahr gerade mal sein 10jähriges Firmenjubiläum feierte, ist immer wieder Gegenstand von Betrachtungen, Diskussionen und Analysen. Das französische Beratungsunternehmen faberNovel hat vor kurzem eine vielbeachtete Präsentation unter einer CC Lizenz veröffentlicht: “Everything you always wanted to know about Google … But were afraid to ask”.

Darin werden Google’s Strategie, Erfolgsfaktoren und Geschäftsmodelle erläutert und überdies erklärt, wieso Google auch in Zeiten wirtschaftlicher Krise seine Umsätze sogar steigern kann. Ergänzend zur Präsentation gibt es auf Scribd ein Whitepaper mit dem Titel “Google’s Key Success Factors”, in dem Google’s ausschlaggebende Erfolgsfaktoren nochmal gesondert und ausführlich betrachtet werden.

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Wird Google Chrome zum Windows des Cloud Computing?

Die Einführung des neuen Google Chrome Browsers am 2. September stellt für Microsoft eine ziemliche Herausforderung dar, obwohl sich offizielle Vertreter betont entspannt geben und lediglich von einem weiteren Browser auf dem Markt sprechen. Der Financial Times Kolumnist John Gapper sieht in seinem Artikel Google launches Microsoft’s big fear in Google Chrome dagegen nicht nur einen Webbrowser, sondern eine Plattform und damit die Wiederbelebung eines alten Microsoft Traumas:

Chrome is, in fact, what Bill Gates feared in 1995 when he wrote a memo to Microsoft executives about Netscape Navigator, then the leading web browser. Mr Gates warned that Netscape could “commoditise the underlying operating system” – in other words, render Windows irrelevant.

Google Chrome ist nicht nur für das konventionelle Absurfen von Webseiten sondern vornehmlich für  Online Anwendungen konzipiert. Diese lassen sich sowohl in Tabs, bei Bedarf aber auch in eigenen Fenstern (Windows) ausführen. Gapper verzeichnet eine unaufhaltsame Entwicklung vom Desktop hin zu Online Anwendungen für die Google Chrome die passende Plattform bietet.

Auch wenn die Betriebssysteme wie Windows, Apple OS X oder Linux nach wie vor auf Rechnern notwendig sind, verlieren sie durch die zunehmende Migration ins Web langsam aber sicher an Bedeutung. So kann beispielsweise für einen, hauptsächlich mit Web Applikationen arbeitenden Menschen eine Kombination von Linux und Google Chrome als Setup bereits völlig ausreichend sein. Das Fazit seiner Überlegungen:

Like many Google initiatives, Chrome is as much a philosophy as a product. And the philosophy is: never mind the computer, the action is on the internet. That is getting truer by the day.

Zusatz: Thomas Vehemeier hat sich passend dazu eine witzige graphische Spielerei mit den Logos von Windows und Google Chrome einfallen lassen.

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Twitter: Ein Blick in die Zukunft

mirgrating birds Don Alphonso hat ein ausführliches Szenario für den weiteren Lebenszyklus von Twitter über diverse Stationen hin zur endgültigen Übernahme durch Microschuft entwickelt.

Sehr unterhaltsam, alleine schon wegen der schönen, verklausulierenden Namensschöpfungen, die auch in den nicht minder witzigen Kommentaren fortgeführt werden. Unbedingt lesen!

(Photo: Migrating birds by McGun, CC License)

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JotSpot reinkarniert als Google Sites

Ende Oktober 2006 akquirierte Google den Wiki Service JotSpot. 16 Monate und unzählige Spekulationen später, lüftete Google vor drei Tagen das Geheimnis um dessen weitere Verwendung.

Google Sites basiert auf der JotSpot Technologie und verstärkt Google Apps, die Online Collaboration Suite von Google, zu der auch Gmail, Google Calender, Google Docs und Google Talk gehören.

Mit Google Sites können in einer Wiki-Arbeitsumgebung und ohne HTML Kenntnisse Webseiten gemeinsam erstellt werden, in denen neben Text auch Tabellen, Präsentationen, Slideshows, Kalender und Videos, etc. von anderen Google Diensten eingefügt werden können. Erklärtes Ziel ist es, den Nutzern in Unternehmen und Organisationen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sich schnell und unkompliziert Intranet-, Projekt- oder Profilseiten bauen lassen.

Obwohl Google das Wort ‘Wiki’ vermeidet, sind wiki-typische Funktionen eingebaut. Jeder, der berechtigt ist, kann Seiten nicht nur lesen, sondern auch editieren. Alle Veränderungen werden aufgezeichnet, so dass sie bei Bedarf auch wieder rückgängig gemacht werden können.

Die Reaktionen auf Google Sites fallen sehr unterschiedlich aus. Während beispielsweise Venture Beat oder Webware.com lobende Worte finden, gibt es viele Stimmen, die nach 16 Monaten Entwicklung von einem Mega-Unternehmen wie Google etwas mehr erwartet hätten, etwa eine bessere Integration mit den anderen Diensten.

Was trotz aller ‘Unperfektheiten’ für Google spricht, sind die Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit der Services, die nicht vorhandenen bzw. niedrigen Kosten und die Gewissheit, dass auch ein steigender Bedarf bedient werden kann. Zumindest für kleinere und mittlere Unternehmen könnte das Google Apps Paket eine – wenn auch im Funktionsumfang reduzierte – Alternative zu Microsoft’s SharePoint oder IBM’s Lotus Notes darstellen. Mal sehen, ob Google’s Strategie, durch die Hintertür und an der IT vorbei in die Unternehmen zu gelangen, auf lange Sicht Erfolg haben wird.

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Gastbeitrag auf Alt Search Engines

Vor zwei Wochen schrieb ich einen Beitrag über die aktuelle Situation auf dem Suchmaschinenmarkt und wies dabei auf das AltSearchEngines Blog als eine der Anlaufstellen für die unzähligen Alternativen zu den Angeboten von Google, Yahoo und Microsoft hin. Gestern erhielt ich einen Trackback, der mich darüber informierte, dass ‘Alternative Suchmaschinen: Suche jenseits von Google, Yahoo und Microsoft’ als ‘Gastbeitrag’ auf AltSearchEngines veröffentlicht wurde.

Auf den deutschsprachigen Teaser und einem Link auf die Originalpost folgt eine englische Übersetzung von Wolf Garbe, der mit der Peer-to-Peer Suchmaschine FAROO ein ambitioniertes Projekt am Start hat. ‘Besten Dank’ an Wolf und ‘Best Regards’ an Charles Knight, den Herausgeber von AltSearchEngines. Hat mich wirklich gefreut.

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Alternative Suchmaschinen: Suche jenseits von Google, Yahoo und Microsoft

Vor dem Hintergrund des Übernahmeangebots von Microsoft für Yahoo! und der scharfen Reaktion von Google erhalten aktuelle Statistiken zu den Marktanteilen im Werbe- und Suchmaschinenmarkt besonders große Aufmerksamkeit. Comscore hat vor kurzem neue Zahlen für die großen Internet Unternehmen vorgelegt, die von Netzökonom Holger Schmidt übersichtlich aufbereitet und interpretiert wurden.

Demnach wurde Google für 62,4 Prozent der Suchanfragen weltweit genutzt. Yahoo und Microsoft kommen hier zusammen gerade mal auf 15,7 Prozent. In den USA sieht die Lage für Yahoo und Microsoft deutlich optimistischer aus. Hier erreichen sie gemeinsam immerhin 33 Prozent der Suchanfragen, Google liegt bei 58 Prozent.

In Deutschland dagegen ist die dominierende Stellung von Google geradezu erdrückend. Laut der aktuellen Daten von Webhits liegt der Marktanteil Google’s bei der Nutzung von Suchmaschinen bei sagenhaften 89, 2 Prozent. Yahoo als Zweitplatzierter kommt gerade mal auf 3,1 Prozent und die MSN Live Search ist auf Rang 4 mit 1,9 Prozent nicht weit von der Bedeutungslosigkeit entfernt.

a Da ist anscheinend nicht mehr viel Platz für neue Angebote jenseits der großen Drei. Aber gerade angesichts deren marktbeherrschender Stellung lohnt sich der Blick auf alternative und spezialisierte Suchmaschinen. Alt Search Engines, ein Schwesterblog von ReadWriteWeb ist dafür eine der besten Anlaufstellen. Ein Teil des Service ist die Liste der Top 100 Alternative Search Engines, die monatlich aktualisiert wird. Die Top 100 Liste für Februar wurde Anfang des Monats veröffentlicht und steht in zwei Versionen zum Download bereit:

The Top 100 Alternative Search Engines, February 2008 (.pdf)

The Top 100 Alternative Search Engines, February 2008 (.xls)

Verwandter Artikel:

Studium 2.0 – Essentielle Web Tools, Teil 2

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