Internetnutzung ist untrennbar mit den Themen Datenschutz und Privatsphäre verbunden. Dazu gehören einerseits die “freiwilligen” Entäußerungen von Nutzern beispielsweise auf Social Networks, andererseits aber auch Daten und Informationen, die man unfreiwillig und unwissentlich durch seine Bewegungen im Netz preisgibt.
Gaben sich die Werbetreibenden in den Anfängen des World Wide Web noch damit zufrieden, Anzeigen in einem halbwegs relevanten Umfeld (Website) zu platzieren, geht es heute eher darum, Zugang zu Nutzern mit bestimmten Eigenschaften zu haben. Um Nutzer und ihren Präferenzen auf die Spur zu kommen, wird das sogenannte Tracking eingesetzt.
Mittels kleiner Programme, die beim Besuch von Webseiten auf den Rechner geladen werden, können Informationen gesammelt und Profile erstellt werden. Dazu gehören Cookies oder Beacons. First-party Cookies merken sich zum Beispiel bevorzugte Einstellungen auf einer Seite, was durchaus bequem für den Nutzer ist. Durch Third-party Cookies können Rechner aber mit einer bestimmten ID Nummer versehen und dadurch das Nutzungsverhalten über viele verschiedene Websites (etwa eines Werbenetzwerks) verfolgt werden. Beacons sind in der Lage, die Bewegungen eines Nutzers auf einer Seite aufzuzeichnen, inklusive Eingaben und Mausbewegungen.
Tracking ist die Grundlage einer milliardenschweren Werbebranche und wird für diese immer wichtiger. Je besser die Informationen aus dem Tracking, desto gezielter kann dem einzelnen Nutzer möglichst passende Werbung gezeigt werden. Und je relevanter die Werbung für einen Nutzer, desto höher die Chance auf eine Interaktion mit dem Werbemittel. Im Idealfall wird sie dann schon gar nicht mehr als Werbung sondern als nützliche Information angesehen.
Das nennt sich dann entweder Behavioral Targeting oder auch Interest-based Advertising. Die letztere, etwas euphemistische Variante wird von Yahoo! oder Google bevorzugt. Wie das Ganze funktioniert, zeit das folgende Video von Google, das interessanterweise auf dem Google Privacy Channel veröffentlicht wurde:
Das Wall Street Journal hat diesem Thema ein sehr gut gemachtes Projekt unter der Überschrift What they know gewidmet. In einer Serie von Artikeln werden mit teilweise investigativen Methoden unterschiedliche Aspekte beleuchtet, wobei die einzelnen Beiträge mit aufwändigen interaktiven Grafiken und Videos versehen sind, die das Beschriebene anschaulich machen. Ein Glossar rundet dieses empfehlenswerte Special ab.
Eine Suchanfrage bei Google ist einfach und schnell gemacht. Zu erklären, was danach passiert, dauert aufgrund der Komplexität der Vorgänge etwas länger.
Auf Seobook’s Schwesterblog, dem PPC Blog gibt es eine Infographik, die Google unter die Haube schaut und die komplizierte Arbeitsweise der Suchmaschine sichtbar machen will. Als Nebeneffekt liefert sie Online Marketern wichtige Argumentationshilfen, um skeptischen Kunden vor Augen zu führen, wie aufwändig SEO und SEM Maßnahmen doch sind.
Wovon viele Webseiten-Betreiber träumen, wurde auf der Google Entwickler Konferenz Google I/O 2010 für einige zumindest wahr: Eine Beratung – aus erster Hand sozusagen – durch kompetente Mitarbeiter der wichtigsten Suchmaschine.
Während der Session SEO Site Advice from the Experts konnten die Teilnehmer konkrete Fragen zu ihren eigenen Websites stellen. Das Google Search Quality Team vertreten durch Matt Cutts, Google’s oberstem Spam-Bekämpfer, Greg Grothaus und Evan Roseman sowie die SEO-Expertin Vanessa Fox lieferten Antworten und Analysen.
Das einstündige Video findet sich auf der Google I/O Seite im Bereich Session Videos, (wo über 90 weitere Sessions der Konferenz dokumentiert sind und als Video oder als Präsentationscharts zur Verfügung stehen). Für alle, die nicht soviel Zeit mitbringen, hat das Ikroh Blog die wichtigsten Erkenntnisse daraus schriftlich zusammengefasst.
Diese Frage wird vor dem Hintergrund des überwältigenden Erfolgs des Unternehmens und seiner dominierenden Stellung im Netz immer wieder gestellt. Google will jetzt mit drei kurzen, einfachen Videos auf einer Microsite selbst Antworten dazu liefern. Die drei Kernbereiche Suche, Anzeigen und Anwendungen (Search, Ads und Apps) undihre wichtigsten Aspekte werden von renommierten Mitarbeitern aus der jeweiligen Sparte allgemeinverständlich erklärt.
Matt Cutts erklärt, wie die Suche funktioniert:
Nundu Janakiram erläutert die Anzeigen auf den Suchergebnisseiten:
Vivian Leung veranschaulicht die Google Anwendungen:
Google erzielt im Krisenjahr 2009 nicht nur den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte. Im weltweiten Suchmaschinenmarkt, der 2009 ein sattes Wachstum von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen hatte, nimmt das Unternehmen eine dominierende Stellung ein.
Laut einer gerade veröffentlichten Studie des Marktforschungsunternehmens comScore beantwortete Google im Monat Dezember 2009 zwei Drittel von über 131 Milliarden weltweit getätigten Suchanfragen, also knapp 88 Milliarden und legte im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent zu.
Die folgende Tabelle von comScore verdeutlicht das ganze Ausmaß von Google’s Vormachtstellung innerhalb des globalen Wettbewerbsumfelds:
Die Online Reputation einer Person, einer Marke oder eines Unternehmens wird durch das bestimmt, was im Netz an Daten gefunden wird. Das muss nicht immer mit der gewünschten Selbstwahrnehmung oder dem projizierten Image übereinstimmen.
Personas ist ein Experiment, das im Rahmen der Metropath(ologies) Ausstellung gezeigt wird. Gibt man (s)einen Namen ein, wird das Netz mit Hilfe ausgeklügelter Technik durchsucht, um die digitale Identität dieser Person aus öffentlich zugänglichen Daten zu ermitteln, wie sie beispielsweise auch Suchmaschinen wie Google benutzen. Der Rechenprozess wird bei diesem Versuch, aus öffentlich zugänglichen Daten Sinn zu machen, in jedem Stadium bis hin zum endgültigen Resultat visualisiert.
Die Macher nehmen dabei ganz bewusst Unschärfen und Irrtümer in Kauf, die beispielsweise aus der Unfähigkeit von Computern resultieren, Daten zu unterschiedlichen Personen mit dem gleichen Namen zu trennen. Insofern geht es gerade darum, auf die Fehlbarkeit und Undurchsichtigkeit von Maschinen hinzuweisen und den geneigten Betrachter zum Nachdenken anzuregen und beispielsweise Black Boxes wie Google und sein Ranking-Methoden zu hinterfragen.