Das Unternehmen, das die größte Bedrohung für Google darstellt

In der öffentlichen Wahrnehmung sind Google’s schärfste Konkurrenten entweder Apple, Facebook oder der langjährige Erzrivale Microsoft. Doch Business Insider identifiziert einen noch gefährlicheren Wettbewerber. Einen der Google wirklich da treffen kann, wo es richtig wehtut, nämlich bei den Werbeeinnahmen. Die Rede ist von Amazon.

Laut Comscore gibt es einen starken Trend dahingehend, dass die Nutzer ihre produktbezogenen Suchanfragen direkt bei Amazon eingeben und den Intermediär Google zunehmend übergehen. Im letzten Jahr sind die Suchanfragen bei Amazon um über 73% gestiegen. Die kommerziellen Suchanfragen machen bei Google zwar nur ca. 20% aller Suchanfragen aus. In deren Umfeld aber kann Google die passenden, suchwortbezogenen AdWords Anzeigen schalten, mit denen das Unternehmen den größten Teil seines Umsatzes generiert.

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Setzt Google mit dem Fokus auf Google+ den Kern seines Geschäftsmodells auf’s Spiel?

Google ist mit seinem neuesten Update zur Suche namens “Search, plus Your World” (SPYW) auf heftige Kritik gestoßen. Die Integration von sozialen Verbindungen (Social Graph) in die Suche kann prinzipiell eine gute Sache sein, weil sie spezifischere, personalisierte Suchergebnisse liefern kann. Google nutzt dazu bislang allerdings nur Informationen aus Google+ und anderen Google Diensten wie Picasa, YouTube oder dem Google Reader. Daten von anderen wichtigen sozialen Plattformen wie Facebook oder Twitter werden erstmal nicht verarbeitet, was Kritiker veranlasst, die Relevanz des Angebots und gar Google’s Integrität als Unternehmen in Frage zu stellen. Sicher ist, eine soziale Suche, die diesen Namen verdient, muss Ergebnisse aus allen wichtigen sozialen Plattformen reflektieren. Was ist der Grund für Google’s ziemlich robuste Strategie im Zusammenhang mit der Promotion von Google+ und SPYW? Warum riskiert Google, die öffentliche Meinung derart gegen sich aufzubringen? Ist es die Arroganz eines Monopolisten, der Too Big To Fail ist und glaubt, sich alles leisten zu können?

Vielleicht ist es etwas komplizierter. Google’s Mission war es von Anfang an, das offen zugängliche Web zu crawlen, zu indexieren und für alle zugänglich zu machen. Die Strukturen im Netz haben sich durch soziale Netzwerke wie Facebook in den letzten Jahren grundlegend geändert. Facebook und ähnliche Veranstaltungen sind “walled-gardens”, Daten-Silos, die von Google und seinen Crawlern nur begrenzt durchsucht werden können. Das gleiche gilt – eingeschränkt – auch für Twitter. Obwohl der überwiegenden Teil der Tweets öffentlich ist (Twitter spricht von 250 Millionen pro Tag), braucht Google zusätzliche Daten, um sinnvolle Ergebnisse zu liefern. Amit Singhal, der Verantwortliche für die Google Suche zu diesem Problem:

A good product can only be built where we understand who’s who and who is related to whom. Relationships are also important alongside content. To build a good product, we have to do all types of processing. But fundamentally, it’s not just about content. It’s about identity, relationships and content. Anything else trivializes a very hard product.

Bereits 2007 hat Google mit Open Social versucht, auf diese Entwicklungen mit offenen Standards zu reagieren, ist aber gescheitert. Bei der Realtime-Search, die 2009 eingeführt wurde, bezahlte Google sowohl an Twitter als auch an Facebook Lizenzgebühren, um Zugang zu qualifizierteren Datensätzen zu erhalten. (Eine kleine Zwischenfrage: Wem gehören eigentlich die Tweets oder Statusupdates, die da verkauft wurden? Den Nutzern, welche die Inhalte generierten oder den Plattform-Betreibern?) Die Entwicklung dieses Dienstes hat Google einiges an Geld und Entwicklungsarbeit gekostet. Er verarbeitete Echtzeit-Daten aus verschiedenen Quellen – neben Twitter und Facebook u.a. auch von MySpace, Quora, Gowalla oder Identi.ca. und lieferte gute Ergebnisse. Als Twitter Anfang Juli 2011 den Vertrag nicht mehr verlängerte und Google den Zugang zu diesem speziellen Datenstrom sperrte, entschied Google, die Realtime-Search vorerst einzustellen, weil der überwiegende Teil der Inhalte von Twitter stammte. Dagegen verlängerte Twitter  einen ähnlichen Deal mit Bing, Microsoft’s Suchmaschine, die ebenfalls eine soziale Suche anbietet. Facebook stellt aufgrund der Verflechtungen mit Microsoft Bing sowieso mehr Daten zur Verfügung als Google.

Google hat zwar schon frühzeitig erkannt, welche Bedeutung dem Thema “Social” im gesamten Web zukommt und welche Rolle es auch für die Suche spielen wird. Die ersten Versuche Google’s, das soziale Web durchsuchbar zu machen, scheiterten. Da Google über keine (nennenswerten) eigenen sozialen Signale verfügte, war es abhängig von den großen Playern wie Facebook und Twitter. Meines Erachtens setzt der neue CEO Larry Page deswegen mit soviel Nachdruck auf eine eigene Social Strategie mit Google+ und dem +1 Button, um eben den Kern seines Geschäftsmodells – die Suche – auch in den Zeiten des Social Web intakt zu halten. Es geht weniger darum, Facebook als Social Network Konkurrenz zu machen.

Ich gehe davon aus, dass “Search, plus Your World” sich in einem vorläufigen Stadium befindet, in dem Google mit eigenen sozialen Daten experimentieren kann, um es kontrolliert weiter zu entwickeln. Auch bin ich fest davon überzeugt, dass Google wie schon bei der Realtime Search mittelfristig daran interessiert ist, ein breites Spektrum an relevanten Quellen, natürlich auch Facebook und Twitter zu integrieren. Dazu braucht es eine für alle Seiten tragfähige und verbindliche Lösung. Wie die aufgeregten Reaktionen von Facebook und Twitter gezeigt haben, ist Google inzwischen in einer besseren Verhandlungsposition. Und wie eine Verständigung aussehen könnte, skizziert Danny Sullivan in seinem Artikel “A Proposal for Social Network Détente”. Google’s soziale Suche würde durch Inhalte aus Facebook und Twitter reichhaltiger werden, während beide – insbesondere Twitter – von Google  im Hinblick auf die Such- und Sichtbarkeit ihrer Inhalte profitieren könnten. Letztendlich aber würde es uns, den Nutzern, am meisten zu Gute kommen.

Die Evolution der Google Suche

Von einem Forschungsprojekt zweier Studenten an der Universität Stanford im Jahr 1996 bis zu einem der größten Internet-Unternehmen weltweit war es ein langer Weg. Das Herzstück des Unternehmens ist und bleibt trotz aller Diversifizierung die Suchmaschine. In einem sechsminütigen Video erklären prominente Google Mitarbeiter wie Marissa Mayer oder Ben Gomes die Entwicklung der Suchmaschine über wichtige Stationen hinweg.

 

Einige der Meilensteine, die im Video hervorgehoben werden:

  • Universal Results: Die Integration von Bildern, Videos, News, etc.  in die Suchergebnisseiten (SERPs)
  • Quick Answers: Die Präsentation von schnellen Antworten in sogenannten One-Boxes oben auf den SERPs zu Sportergebnissen, Flugzeiten, Wetter, etc.
  • Die Zukunft der Suche: Google war schon immer besessen von Geschwindigkeit. Google Instant liefert noch schnellere und bessere Suchergebnisse, während Voice Search die Suche noch weiter vereinfachen soll.

Komplementiert wird das Ganze von einer Timeline, die während der Produktion des Videos erstellt wurde und auf der die wichtigsten Suchfunktionen und die Daten ihrer Einführung angegeben sind.

Ich bin gespannt, wie sich dieser Zeitstrahl – gerade auch durch die Einbindung von “Social” Elementen – in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.

via The Official Google Blog

 

Tod und Auferstehung von SEO

Das Internet hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Neue Technologien und  das Aufkommen von Social Media haben erheblich dazu beigetragen. Auch Google hat seine Suchmaschine und deren Algorithmus ständig weiter entwickelt, einerseits, um Spam und Manipulation zu unterbinden, zweitens, um eine bessere Nutzererfahrung zu bieten und drittens, um neue Entwicklungen im Web aufzugreifen und diese zu kongenial abzubilden.

Dazu gehört beispielsweise die Integration von sozialen Signalen (Tweets, Likes, etc.) als Ranking-Faktoren. Oder die Nutzererfahrung einer Website, die seit dem letzten Update namens Panda wesentlich stärker bewertet wird. Vor diesem Hintergrund verändern sich auch die Aufgaben von SEO.

Rand Fishkin, Chef der Internet Marketing Company SEOmoz und einer der Vordenker eines neuen, integrierten Ansatzes ist der Meinung, dass der moderne SEO ein Webstratege werden muss. Was damit gemeint ist, erläutert er in der folgenden Präsentation, die ich nur  jedem wärmstens an’s Herz lege, der sich auch nur ansatzweise für Online Marketing, SEO und Social Media interessiert.

What is SEO / Search Engine Optimization in Plain English

Was sich hinter dem Begriff SEO (= Search Engine Optimization) zu deutsch Suchmaschinenoptimierung verbirgt, ist nicht unbedingt jedem klar und auch nicht so einfach zu erklären. Und immer, wenn es darum geht etwas Komplexes im Internet möglichst anschaulich zu vermitteln, ist Commoncraft nicht weit.

Für die großartige Ressource zum ThemaWhat is SEO” von Search Engine Land, einem der populärsten Blogs zum Thema Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing, haben sie ein knapp 3:30 minütiges Video in bewährter “plain English” Manier verfasst. Sehen Sie selbst!

Die Evolution des Google Rankings und die Konsequenzen für das Online Marketing

Wachsende Kritik an der Qualität seiner Suchergebnisse, die zunehmend von qualitativ minderwertigen Seiten wie zum Beispiel Content Farmen beherrscht wurden, veranlasste Google, mit einem Update seines Algorithmus zu reagieren. Das sogenannte Farmer/Panda Update wurde Ende Februar vorgenommen und betraf immerhin etwa 12% der US Suchergebnisse. Die deutsche SEO Firma Sistrix hat die Auswirkungen untersucht und die größten Verlierer ermittelt.

Google hat im Lauf der Zeit seinen Algorithmus, der sich aus mindestens 200 verschieden Faktoren zusammensetzt, immer wieder durch Updates angepasst bzw. weiterentwickelt. Die wichtigsten Updates, früher auch Google Dances genannt, sind in einer Infografik von Level343.com dargestellt.

Rand Fishkin, Chef der amerikanische SEO Company SEOmoz hat sich Gedanken die zukünftige Entwicklung der Suchmaschinen, auch im Hinblick auf Traffic für Websites gemacht. Er geht davon aus, dass:

  1. Die Suchmaschinen in eine “ganzheitliche” Richtung gehen werden, bei der Marken mit einer mehrdimensionalen Online-Präsenz bevorzugt werden und natürlichen Traffic beispielsweise auch durch Social Media Aktivitäten erhalten.
  2. Die Zunahme und die zunehmende Bedeutung von Social Media Seiten wie Facebook, Twitter, Yelp, aber auch Newcomern wie Foursquare oder Quora  kann – wenn geschickt genutzt – zu einer zunehmenden Diversifikation des Traffics führen und so den Anteil bzw. die einseitige Abhängigkeit von Suchmaschinen (aber auch anderen dominanten Kanälen) verringern.

In der folgenden Präsentation The Evolution of Google Rankings führt er diese Überlegungen weiter aus:

 

Bonus: Passend zum Thema gibt es ein aktuelles Adzine Interview mit dem bekannten deutschen SEO Markus Tandler aka Mediadonis –>  “Wie groß ist der Einfluss von Social Media auf das Ranking”

Google und die ungewisse Zukunft der Suche

Die Geschäfte laufen gut. Die Quartalsergebnisse von Google geben kontinuierlich Anlass zur Freude. Der Mobile Markt entwickelt sich anscheinend prächtig. Die Kriegskasse ist gut gefüllt, auch für die Übernahme von “überbewerteten” Unternehmen wie Twitter. Und doch gibt es Grund zur Sorge. Der Kern des Unternehmens, die Suchmaschine und die Qualität ihrer Ergebnisse geraten immer mehr und öffentlich in Misskredit.  Wurde das Thema bereits seit einiger Zeit (wieder) verstärkt in Experten- und SEO-Kreisen diskutiert, ist es auch bei den Mainstream Magazinen wie Spiegel oder der Süddeutschen Zeitung angekommen. Ungeachtet dessen werden die Nutzer vor allem bei produktbezogenen Suchanfragen wie etwa “Geschirrspüler” unmittelbar mit dem Problem konfrontiert.

Die Vorwürfe an Google lauten, dass organisierter Spam die Kontrolle über die Suchergebnisse gewonnen habe. Inzwischen herrschten wieder Zustände wie vor 1998/9, also dem Zeitpunkt, als das frische und noch unkorrumpierte Google auf den Plan trat und viele nutzlose und spamverseuchte Suchmaschinen Geschichte werden ließ. Seit jeher befinden sich Suchmaschinen in einem ständigen Kampf mit Websites, die versuchen, mit unlauteren Mitteln ihre Positionen in den Suchergebnissen zu verbessern und den Algorithmus zu manipulieren. Google hat deswegen Richtlinen entwickelt, um Webmastern und SEOs dezidierte Grundlagen für eine gute Zusammenarbeit zu geben. Darin werden auch unerlaubte Verfahren beschrieben. Die Verschlechterung der Qualität der Suchergebnisse hat verschiedene Ursachen. Hier sind einige der wichtigsten:

Scraping bezieht sich auf das automatisierte “Abkratzen” von dynamischen Inhalten anderer Seiten, um sie dann auf eigenen Seiten einzubinden. So wird einerseits  teures Geld für die Erstellung von originären Inhalten gespart. Zum anderen entsteht dadurch sogenannter duplicate content (mehrfach verwendete Inhalte), was Google verhindern will. Von Google’s Bereinigungsmaßnahmen kann im schlechtesten Fall das Orignal und nicht die Kopie betroffen sein.

Linkspam bedeutet Einsatz von gekauften oder getauschten Links. Seit bekannt wurde, dass Google eingehende Links auf Webseiten für deren Bewertung im Rahmen des PageRank heranzieht, gehört Linkaufbau zu den Aufgaben von Webmastern und SEOs. Dabei werden von einigen schon mal Grenzen überschritten, wie es kürzlich im  heftig diskutierten Fall Bloggergate zu sehen war. Einen Vorfall viel größeren Ausmaßes  deckte die New York Times auf, als sie die guten Suchergebnisse der Kaufhauskette JCPenny und die dahinter stehenden Linkstrukturen untersuchte. Das Irritierende dabei ist, dass Google dieses Treiben monatelang geduldet haben soll.

Content-Farmen produzieren am Fließband Inhalte (Texte, Artikel), die auf Seiten wie beispielsweise ehow.com veröffentlicht werden. Ziel und Zweck dieser billig produzierten Inhalte (das bezieht sich auch auf die schlechte Bezahlung der Autoren) ist es, für bestimmte Themen (also Suchanfragen) in den Suchmaschinen auf den vorderen Plätzen zu erscheinen, was durch geschickte Verlinkung und optimierten Einsatz der Suchbegriffe , sprich SEO, erreicht wird. Auf diesen Seiten wird dann Werbung, insbesondere Google AdWords geschaltet. Das bekannteste Unternehmen in dieser Branche ist Demand Media, das auch hinter eHow steckt. Mit Hilfe eines eigenen Algorithmus wird errechnet, mit welchen Themen sich genügend Werbeeinnahmen erwirtschaften lässt.

Google sah sich aufgrund der massiven Kritik und der negativen PR gezwungen, zu reagieren. Im Hinblick auf Scraping Seiten kündigte dessen oberster Spam Bekämpfer Matt Cutts Ende Januar eine Verbesserung des Algorithmus an. Was den Umgang mit Content-Farmen und “low-quality” Seiten angeht, soll ebenfalls nachgebessert werden:

Nonetheless, we hear the feedback from the web loud and clear: people are asking for even stronger action on content farms and sites that consist primarily of spammy or low-quality content. We take pride in Google search and strive to make each and every search perfect. The fact is that we’re not perfect, and combined with users’ skyrocketing expectations of Google, these imperfections get magnified in perception. However, we can and should do better.

Die kleine, aufstrebende Suchmaschinenkonkurrenz blekko ist da schon einen Schritt weiter. Sie erlaubt sowieso standardmäßig die Suchergebnisse zu kuratieren (für den persönlichen Bedarf anzupassen) und so unerwünschte Seiten auszuschließen. Darüber hinaus wurde jetzt auch eine Liste von Content-Farmen geblockt. Wo wir schon bei alternativen Suchmaschinen sind. DuckDuckGo ist ebenfalls einen näheren Blick wert.

Heute legte Google nach. Zumindest für Nutzer von Google Chrome steht jetzt eine Erweiterung zur Verfügung, mit der sich unerwünschte Seiten, zum Beispiel Content-Farms in den Suchergebnissen blocken lassen. Gleichzeitig gewinnt Google durch dieses Crowdsourcing  wertvolle Rückmeldungen für die Verbesserung seines Algorithmus und die Eindämmung von Spam.