Die Bedürfnispyramide für das Social Media Business

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich zwar für den Einsatz von Social Media als Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. Allerdings lassen dabei viele eine gute Vorbereitung und eine systematische Implementierung vermissen.

Auf der LeWeb’11 Konferenz hat Jeremiah Owyang von der Altimeter Group eine Keynote gehalten, die auf einer Untersuchung gründet, für die Anwender in großen Unternehmen und Software Anbieter befragt wurden, komplettiert durch 50 Social Media Fallstudien. Die zugehörige Präsentation steht auf Slideshare zur Verfügung.

Owyang zeigt, ausgehend von Maslow’s Bedürfnispyramide, wie eine konsequente Social Media Strategie über verschiedene Stufen umgesetzt werden kann, bis hin zur vollständigen Integration wie bei den Bestpractice Beispielen Dell oder Zappos.

Dare to Share: Eine neue Kultur der Zusammenarbeit in Unternehmen

Die permanenten Veränderungen in der digitalen Technologie und im Netz haben nachhaltigen Einfluß auf die Kommunikation und die Zusammenarbeit in Unternehmen. Das Web 2.0 war zu Beginn ein Phänomen im Consumer Bereich. Die Unternehmen taten sich eher schwer mit der Adaption von Web 2.0 Technologien, also der Transformation in ein Enterprise 2.0. Inzwischen haben sich die Widerstände gelegt. Die  möglichen Vorteile für Unternehmen liegen in einer besseren Vernetzung, stärkerer Interaktion, größerer Transparenz, sowie besserer Zusammenarbeit und Kooperation der Mitarbeiter.

Die  Steigerung der kollektiven Intelligenz und der Produktivität  können zu entscheidenden Vorteilen im Wettbewerb führen. Mit diesem Thema beschäftigte ich mich sehr stark in den Jahren 2006 bis 2008. Der Name dieses Blogs (c/o operative) entstand in diesem Zusammenhang. 2006 verfasste ich für CHECK.point eLearning den Markreport “Enterprise 2.0: Web 2.0 in Unternehmen”. Inzwischen verfolge ich dieses Thema nur noch aus dem Augenwinkel heraus. Mein Fokus hat sich in Richtung Online- und Social Media Marketing verschoben. Dennoch freue ich mich über die positive Entwicklung, die in dieser Infographik von Socialcast anschaulich gemacht wird:

Dare to Share: A New Culture of Collaboration in the Enterprise

[Dank an Hugo E. Martin (Facebook) für den Hinweis.]

McKinsey: Sechs Erfolgsfaktoren für Web 2.0 in Unternehmen

Social Networking Seiten wie Facebook oder MySpace werden monatlich von hunderten von Millionen Menschen besucht. Was die private Nutzung angeht, haben sich Web 2.0 Dienste in den letzten fünf Jahren vom Rand her kontinuierlich in Richtung Mainstream bewegt.

Auch Unternehmen versuchen, die möglichen positiven Effekte von Web 2.0 zu nutzen, das eine ganze Reihe von Technologien wie Blogs, Wikis, Podcasts, Verschlagworten von Informationen (‘Tagging’) oder soziale Netzwerke umfasst. Der Internet Vordenker Clay Shirky sieht den größten Mehrwert darin, ungenutztes Potenzial bei den Mitarbeitern durch partizipatorische Tools zu aktivieren und den Unternehmen dadurch einen Zuwachs an Intelligenz zu sichern.

McKinsey hat in den vergangen zwei Jahren 50 Unternehmen und ihre Bemühungen, Web 2.0 zu implementieren untersucht, um herauszufinden, wie man dabei möglichst erfolgreich vorgeht und welche Faktoren entscheidend sind. In dem Artikel ‘Six ways to make Web 2.0 work’ werden die Ergebnisse vorgestellt und mit der Einführung vorangegangener Technologien wie Enterprise Resource Planning (ERP), Customer Relationship Management (CRM) und Supply Chain Management (SCM) verglichen.

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Was bedeutet die globale Finanzkrise für das Web 2.0?

Die internationalen Börsen stürzen immer weiter ab, selbst IWF Chef Dominique Strauss-Kahn spricht inzwischen nicht mehr nur von einer ernsten, sondern von einer gefährlichen Lage. In Großbritannien wird ein Gebet zur Finanzkrise auf den Internetseiten der anglikanischen Kirche tausendfach von verängstigten Menschen aufgerufen.

google finance

Michael Arrington, Chef von TechCrunch, einem Blog, das massgeblich mitgeholfen hat, das Phänomen Web 2.0 zu popularisieren, ruft jetzt das unrühmliche, aber notwendige Ende von Web 2.0 aus, bedingt durch ein Versiegen des Risikokapitals und markiert durch ein ignorantes Video einiger selbstverliebter Silicon Valley  Douchebags.

Auf netzwertig.com geht Andreas Göldi mehr in die Tiefe und beschreibt, was die weltweite Krise für die Startup-Finanzierung im Web 2.0 bedeutet. Neben der Analyse der Situation gibt er Jungunternehmern auch Tipps, wie man mit einem härter werdenden Finanzierungsklima umgehen kann. Ein Ratschlag lautet, nicht auf Verdacht grosse Plattformen zu bauen und das Businessmodell später zu überlegen. Marc Zuckerberg kann es sich leisten, solche Ratschläge zu ignorieren, hat der Facebook Gründer sein Venture Capital doch bereits vor der großen Krise eingesammelt. Im Interview mit der FAZ erklärt er, dass Wachstum Vorrang und ein Business-Plan noch Zeit bis in drei Jahren hat.

Insgesamt optimistischer als Göldi schätzt bei Robert Basic ein namentlich nicht genannter Gründer die Situation ein. In Zeiten begrenzter Etats könnten neue Formen gegenüber klassischen Alternativen sogar profitieren. Das gelte sowohl für Werbung, wo Performance Marketing sich gegenüber reichweitenbasierten Kampagnen durchsetze, als auch bei Software Lösungen für Unternehmen.

Dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen. Wenn man Web 2.0 nicht nur auf den Endverbraucher Markt beschränkt, sondern Web 2.0 Lösungen für Unternehmen (Office 2.0, Enterprise 2.0, Cloud Computing) mit ins Kalkül zieht, eröffnen sich vielleicht gerade durch diese Krise ganz neue Chancen.

Nebenbei: c/o operative eröffnete heute vor zwei Jahren mit einem Beitrag zur Übernahme eines Video Sharing Startups durch einen großen Suchmaschinenbetreiber.

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Lenovo: Lektionen in Globalisierung

Lenovo ist einer der größten PC Hersteller der Welt. 2005 übernahm das Unternehmen die PC Sparte von IBM. Innerhalb der letzen zwei Jahrzehnten hat Lenovo eine beeindruckende globale Struktur aufgebaut, die sich über 6 Kontinente und über 160 Länder hinweg erstreckt.

Geführt wird das Unternehmen nicht von einem isolierten zentralen Hauptquartier von oben nach unten. Lenovo installierte ein radial dezentralisiertes System, das über regionale Knotenpunkte (‘hubs’) operiert und damit so nah wie möglich an den Kunden und den regionalen Entwicklungen sein will.

Reid Walker, Vizepräsident der Global Communications and Sponsorships von Lenovo gewährt in dem ChangeThis Manifesto Globalization Becomes Truly Global Einblicke in global entstehende und vernetzte Märkte (‘emerging markets’). Anderen weltweit agierenden Unternehmen gibt er vier Ratschläge (‘lessons learned’) mit auf den Weg:

1. Worldsource, don’t outsource.

In a world with just one time zone (“now”), business must source materials, innovation, talent,  logistics, infrastructure and production wherever they are best available.

2. Don’t try to homogenize cultural diversity, embrace it.

Worldsourced teamwork and cultural cross-pollination creates products tempered by world-girdling innovation, design, and process.

3. Blend the telescope and the microscope.

A company’s go-to-market strategy must also blend the telescope and the microscope. Collaborate globally to develop the fnest-quality products, and then zoom down to the local level to serve customers in ways that are suited best to them.

4. It’s all about the brand.

The more broadly a company reaches out to the entire world for the best ideas,  people and processes, the more it becomes  the refined essence of its brand.

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Enterprise 2.0 Buch von Niall Cook – Auszüge vorab als Download

niall_cook_ep20 Niall Cook ist Leiter des Bereichs Marketing Technologie der Kommunikations Beratungsagentur Hill & Knowlton und u. a. auch Gründer und Vorsitzender von Cogenz Ltd., einer Firma, die Social Bookmarking Lösungen für Unternehmen entwickelt. Sein Buch “Enterprise 2.0 – How social software will change the future of work” wird am 21. Juli dieses Jahres offiziell erscheinen.

Als Vorgeschmack bietet der Autor am Thema Interessierten auf dem zugehörigen Blog die Einleitung und das erste Kapitel zum Download an (pdf, 820 kb) an. Die einleitenden Worte stammen von keinem Geringeren als Don Tapscott, u.a. bekannt für das Buch Wikinomics: How Mass Collaboration Changes Everything, das er zusammen mit Anthony D. Williams verfasste. Ein kurzer Auszug aus seinem Vorwort:

This book provides language and taxonomies that will be very helpful for any manager in understanding and harnessing the myriad new software tools and the opportunities they provide to transform the nature of work for the better.

Read, enjoy and prosper.

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Richtig Geld sparen mit Enterprise RSS

RSS Icon 3D Die meisten Leute, die sich intensiv mit dem Web (2.0) beschäftigen, lieben RSS. Obwohl schon seit Ende der 90er Jahre im Einsatz und inzwischen fast in jeder Web 2.0 Anwendung integriert, fristet RSS im Endverbraucher Bereich immer noch ein Schattendasein.

Das liegt zum einen daran, dass RSS eine Funktionalität ist und keine alleinstehende Applikation oder Plattform wie Twitter oder Facebook. Zum anderen sind vielleicht die Vorteile von RSS Feeds und den zugehörigen Endgeräten, den RSS-Readern, nur für diejenigen interessant, die viele Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen konsumieren. Der normale Nutzer hat eben eine recht übersichtliche Zahl von Seiten, die er direkt ansteuert, um sein Informationsbedürfnis zu befriedigen. Dazu braucht er nicht unbedingt einen Feedreader.

Wirklich große Chancen für RSS sehe ich auch in Zukunft nicht im Endverbraucher-Markt sondern im Unternehmensbereich. Soweit ich das überblicken kann, ist RSS dort zur Zeit zwar auch nicht das vorherrschende Thema. Unternehmen wiederum lassen sich stärker als vom angesagten Zeitgeist von einem konkreten Nutzen überzeugen, vor allem, wenn er sich direkt in Geld ausdrücken lässt.

Ein beeindruckendes Fallbeispiel schildert Janet Johnson in ihrer Post “Enterprise RSS Saves > $400M in Oil”. Das Fracht- und Schifffahrtsunternehmen Wallem hat weltweit über 6000 Mitarbeiter auf über 300 Schiffen und 600 Mitarbeiter in über 50 Büros, die wiederum über 18 Länder verteilt sind. Zur Koordination dieses riesigen, dezentralen und mobilen Unternehmens-Netzwerks setzt Wallem RSS ein, um “die richtige Information zur richtigen Zeit den richtigen Leuten zur Verfügung zu stellen”. Dazu wurde das Enterprise RSS System von Attensa in die Kombination von Blackpearl’s K2 und Microsoft’s SharePoint integriert.

Wallem war durch die effektivere Informations-Verteilung in der Lage, das Flottenmanagement derart zu verbessern, dass der Ölverbrauch der 329 Schiffe um 8 % bzw. um 394.800 Dollar pro Jahr gesenkt werden konnte. Auch bei Schmieröl konnten 6% bzw. 11.844 Dollar eingespart werden.

Patrick Schlesiger, Wallem’s CIO präsentierte das Fallbeispiel auf der zurückliegenden Enterprise 2.0 Konferenz mit einer trockenen Ansage:

This is not an elegant solution. But guess what? It adds value. It’s simple. Everyone knows what’s going on. If my chief architect leaves, I can hire someone else who will understand it. Business isn’t at risk.

Hier sind die Folien zu seiner Präsentation: