Archiv der Kategorie 'Datenschutz'

Wie Google’s Friend Connect funktioniert

Die letzten beiden Wochen war es hier ziemlich ruhig. Das lag zum einen daran, dass ich in Urlaub war, zum anderen an beruflichen Verpflichtungen, die meine Aufmerksamkeit verlangten. Während meines Urlaubs habe ich immer mal wieder einen Blick in meinen Feedreader geworfen. Dabei sind mir unter anderem die neuesten Entwicklungen im Bereich Social Networks in’s Auge gesprungen: Zunächst MySpace’s Ankündigung seiner ‘Data Availability’ Initative, danach Facebook mit Facebook Connect und schließlich Google’s Friend Connect.

Alle drei Ankündigungen versprechen den Nutzern von Social Networks die Kontrolle über ihre Daten und die Möglichkeit, diese Daten bei einem Wechsel problemlos mitnehmen zu können (= Data Portability). Experten wie Marc Canter, Chris Saad, Michael Arrington oder Dare Obasanjo beweifeln allerdings, dass die großen Player es wirklich ernst damit meinen.

Inzwischen verbannte Facebook Google’s Friend Connect angeblich aus datenschutzrechtlichen Gründen von seiner Plattform. Google trommelt nichtsdestotrotz weiter für sein Projekt. In einer ausführlichen Post erklärt Google Code Blog - auch an Hand von Facebook Screenshots - wie Google Friend Connect funktioniert. Auf der Website von Friend Connect illustriert es das folgende Video (11:41) ebenfalls sehr anschaulich.

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John Hagel und die Zukunft der Werbung

Zunehmende Beschleunigung und stetige Veränderungen kennzeichnen unser Leben im Allgemeinen und die Entwicklungen im Web im Besonderen. John Hagel, renommierter Berater und Autor, geht in seinem Artikel “Shift Happens - The Future of Advertising” der Frage nach, welche Auswirkungen diese Umwälzungen auf die Werbung haben werden.

Gerade im Web ist Werbung für viele Unternehmen das Einnahme-Modell - das gilt für Google genauso, wie für den Großteil der Web 2.0 Startups. Hagel sortiert die verschiedenen Einflussfaktoren für die Veränderungen, auch unter Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Entwicklungen, wie z. B. eine drohende Rezession in den USA und kommt, was die Entwicklung der Internet Werbung angeht, zu folgender Einschätzung:

The basic paradox of the Internet can be framed very simply: The very platform that makes advertising both more relevant and more measurable is the same platform that longer-term will challenge and ultimately undermine the basic role of advertising in communicating with customers.

Die Faktoren, die den bisherigen Ansatz von Werbung im Web unterlaufen, sind:

  • Eine immer größere Vielfalt an Quellen und Informationen kämpft um die Aufmerksamkeit der Nutzer, so dass es mit der Zeit auch für die zielgerichtete und relevante Werbung immer schwieriger wird, wahrgenommen zu werden.
  • Das Web stellt wirksame Alternativen zur Verfügung, wie Nutzer Informationen über neue Produkte und Leistungen erhalten, die für sie wichtig und interessant sind.
  • Hinzu kommen die vielen Tools, mit denen Werbung blockiert und gefiltert werden kann.

Eine wichtige Rolle beim Finden und Filtern von relevanten Informationen werden zunehmend Freunde im Kontext von Social Networks oder Vermittler wie Amazon spielen, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Hagel referiert an dieser Stelle auf einen Artikel von Esther Dyson, in dem sie das Thema Nutzerdaten nicht nur unter Privacy Aspekten betrachtet, sondern als Möglichkeit, wie Nutzer kontrolliert Daten für Anbieter zur Verfügung stellen können, um einen besseren, individuellen Service zu erhalten. Hagel geht davon aus, dass sich die Präferenzen der Nutzer weiter in diese Richtung entwickeln und die Bedeutung konventioneller Online Werbung schwinden wird. Werbetreibenden gibt er vor diesem Hintergrund den folgenden Rat:

For advertisers, the key message should be to build the skills required to genuinely engage people around their products and services in such a compelling way that people seek them out – and keep coming back because they have received so much value. [...] The focus shifts to becoming more helpful by creating rich, serendipitous environments that people will actively seek out.

Wenn, wie er postuliert, Online Werbung immer mehr an Bedeutung verliert, wie können dann die Geschäftsmodelle für Online Unternehmungen aussehen? Vor allem, wenn das Internet alles im Überfluss und kostenlos zur Verfügung stellt? Hagel verweist an dieser Stelle auf den exzellenten Artikel “Better than Free” von Kevin Kelly, in dem dieser acht Alternativen aufzeigt, wie sich dennoch Geld verdienen lässt. Für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg empfiehlt John Hagel zum Ende seiner ausführlichen Post:

On the other hand, if entrepreneurs want to build enduring businesses that will change the world, resist the temptation to become too dependent on advertising. It’s OK to offer many products and services for free (in fact, that will be essential for success) but just be sure you understand your role in a broader ecosystem where someone (even if it is not directly you) is making a ton of money with platforms and services that people will pay for. In particular, look for ecosystems with platforms and services that generate increasing value as the number of participants expands.

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Google total?

Daniel Leisegang analysiert in “Blätter für die deutsche und internationale Politik” die ausgeklügelte Strategie des Google-Imperiums zur Datensammlung und - vermarktung. Was dabei deutlich herausgearbeitet wird, ist Google’s emsiges Bestreben durch immer neue und nur vermeintlich kostenlose Angebote an immer umfangreichere Nutzerdaten zu gelangen und sich mittels offener Plattformen wie OpenSocial im Bereich Social Networks oder Android im Mobilfunkmarkt geschickt an zentralen Schnittstellen für den Datenverkehr im Web zu platzieren. Wo notwendig, wird das Portfolio durch Zukäufe wie DoubleClick oder YouTube verstärkt. Google ist mit dieser Strategie schon ziemlich weit gekommen:

Da der Widerstand gegen diese Praktiken bislang – trotz gelegentlicher Kritik – insgesamt gering ausfällt, dürfte Google mittlerweile nicht nur über die größte Datenbank an Nutzerinformationen weltweit verfügen. Vielmehr spricht vieles dafür, dass der Konzern heute über mehr Wissen über die Bürgerinnen und Bürger verfügt als irgendeine Institutionen zuvor in der Menschheitsgeschichte. [...] Vermutlich werden wir uns damit abfinden müssen, dass Konzerne in den persönlichen Daten der Bürgerinnen und Bürger längst nicht mehr deren Privateigentum sehen, sondern diese immer mehr zur Ware machen.

Verwandte Artikel:

Google’s Masterplan - Die dunkle Seite der Macht

Big Brother Google?

Datenschutz: Alles im grünen Bereich?

(via Endl, Schockwellenreiter)

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Was ist eigentlich Dataportability?

Das Thema Datenschutz hatte in den letzen Wochen Hochkonjunktur. Die Versuche von Social Networks wie Facebook, XING und StudiVZ, ihre Nutzerdaten zu Geld zu machen und für personalisierte Werbung zur Verfügung zu stellen, sind auf vehementen Protest gestoßen. Die Pläne der Plattform-Betreiber wurden zumindest teilweise bzw. vorläufig durchkreuzt.

Die Sensibilität für das Thema dürfte also zur Zeit ziemlich hoch sein. Gefragt sind mehr Transparenz, ein besserer Schutz sowie bessere Kontrolle persönlicher Daten durch die Nutzer, ergänzt durch die Möglichkeit, seine Daten beim Verlassen oder Wechsel einer Plattform ohne großen Aufwand mitnehmen zu können.

DataPortablitiy.org hat sich der Umsetzung dieser Ziele verschrieben. Worum es dabei grundsätzlich geht, veranschaulicht das Video DataPortability - Connect, Control, Share, Remix von Michael Pick:

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studiVZ in der tagesschau

StudiVZ hat es heute sogar in die Tagesschau gebracht. Bereits um 12:00 Uhr, aber auch in der Hauptausgabe um 20:00 Uhr gab es einen Beitrag, in dem es um die neuen AGBs, personalisierte Werbung und den Protest von Nutzern ging. Enthalten war auch ein Hinweis auf die gut versteckte Möglichkeit, der Verwendung seiner Daten zu widersprechen.

Bettina Gayk, die Pressesprecherin der Datenschutzbeauftragten Nordrhein-Westfalens formuliert den Kern der ganzen Angelegenheit, der auch andere kommerzielle Social Networks betrifft:

Man sieht bei diesem Vorgehen von studiVZ, dass dieses scheinbar kostenlose Forum doch nicht kostenfrei ist, denn ich muss etwas geben, ich muss etwas verkaufen, nämlich mein Profil, meine Daten.

(via Networking leicht gemacht)

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Die neuen Facebook Business Solutions

Nach der Aufregung um Beacon hat Facebook seine Business Solutions nochmal überarbeitet, um den starken Bedenken wegen Datenschutz und Privatsphäre, etc. Rechnung zu tragen. Und wenn man sich die New Business Solutions so anschaut, muss man wirklich zugeben, dass Zuckerberg und Co. aus ihren Fehlern gelernt haben. Das Ganze wurde auf f8club übrigens kongenial ins Deutsche übertragen.

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Datenschutz: Alles im grünen Bereich?

Digitale Daten sind heiß begehrt. Je mehr und detaillierter, desto besser. Neben den staatlichen gibt es auch jede Menge kommerzieller Datensammler. Das betrifft nicht nur Online bzw. Web 2.0 Dienste, sondern alle Bereiche, in denen digitale Nutzerdaten gespeichert werden, sei es bei Banken, Versicherungen, E-Commerce Unternehmen, Mobilfunk-Anbietern, etc.

Wie weit diese Rundum-Überwachung schon in unseren Alltag eingedrungen ist, veranschaulicht die interaktive Flash-Präsentation “Panopti.com” von Johannes Widmer. Die 2006 als Abschlussarbeit im Studiengang Digital Media entstandene Arbeit ist eine sehr beeindruckende Visualiserung eines komplexen und kontroversen Themas. (via RSS Blogger)

In diesen Zusammenhang passt die aktuelle Veröffentlichung eines Reports von Privacy International zum Thema Datenschutz bei Internet Dienstleistern. Untersucht wurden die Praktiken von 23 herausragenden Unternehmen:

Amazon, AOL, Apple, BBC, Bebo, eBay, Facebook, Friendster, Google, Hi5, Last.fm, LinkedIn, LiveJournal, Microsoft, Myspace, Orkut, Reunion.com, Skype, Wikipedia, Windows Live Space, Xanga, Yahoo! und YouTube

Die Ergebnisse der Analyse wurden im PDF Format veröffentlicht. Google erhielt die schlechteste Bewertung von allen und landete auf dem letzten Platz. Das Verdikt lautete ‘Hostile to Privacy’ mit folgender Begründung:

Track history of ignoring privacy concerns. Every corporate announcement involves some new practice involving surveillance. Privacy officer tries to reach out but no indication that this has any effect on product and service design or delivery.

privacy int categories b

Recht gut abgeschnitten haben BBC, eBay, Last.FM, LiveJournal und Wikipedia (’Generally privacy aware’). Google’s Rivale Microsoft, bisher immer auf die Rolle des Bösen abonniert, konnte sich im Ranking dagegen verbessern (’Serious lapses in privacy practices’) und landete damit noch vor AOL, Apple, Hi5, Reunion.com, Windows Live Space, Yahoo! und Facebook, die allesamt in die zweitschlimmste Kategorie (’Substantial and comprehensive privacy threats’) eingeordnet wurden. In den grünen, also unbedenklichen Bereich (’Privacy-friendly and privacy enhancing’) gelangte übrigens keiner der Kandiaten.

Facebook könnte Google auf mittlere Sicht den Titel des ‘Big Brother’ streitig machen. Bereits 2006 sorgte die konspirative Flash Präsentation ‘Does what happens in the Facebook stay in the Facebook?’ für einiges Aufsehen - und das lange bevor Facebook durch die neue Entwickler Plattform zum Social Operating System avancierte. (via Mark Evans)

Aber wie formulierte es Tim O’Reilly (im Bezug auf Web 2.0) bereits sehr pragmatisch und gänzlich unsentimental in einem Wired Interview:

A lot of people still think, “Oh, it’s about social networking. It’s about blogging. It’s about wikis.” I think it’s about the data that’s created by those mechanisms, and the businesses that that data will make possible.

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Big Brother Google?

Das Google Masterplan Video hat das Thema Google und Datenschutz wieder in den Fokus gerückt. Passend dazu ist jetzt auf Business Intelligence Lowdown ein Artikel mit dem Titel “Top 10 Big Brother Companies: Ranking the Worst Consumer Privacy Infringers” erschienen.

Die Top 10 der Big Brother Kandiaten:

1. ChoicePoint
2. Google
3. Acxiom
4. Accenture
5. Microsoft
6. Yahoo!
7. Amazon.com
8. America Online
9. LexisNexus
10. Response Unlimited

Zu jedem der zehn Unternehmen werden die gröbsten Verstöße gegen den Datenschutz aufgeführt. Google rangiert dabei weit oben und noch vor Microsoft, Yahoo! oder Amazon.com.

Die Vorwürfe, die gegen Google ins Feld geführt werden, sind nicht gerade neu und wurden schon mehrfach erhoben, etwa in einem Wired Artikel von Ryan Singel “How to Foil Search Engine Snoops” oder in einem Beitrag auf Search Engine Land, der Anfang des Jahres große Aufmerksamkeit erregte: “14 “Is Google Evil?” Tipping Points since 2001″.

Beide beziehen wichtige Argumente von Google Watch, einer Website, die von Daniel Brandt 2002 initiiert wurde, um die Öffentlichkeit über Google’s Politik und Praktiken gerade im Hinblick auf Datenschutz zu informieren.

Ich denke, es ist legitim und sogar notwendig, einem Multimilliarden Dollar Unternehmen wie Google auf die Finger zu schauen. Allerdings sollte man auch die erhobenen Vorwürfe einer Prüfung unterziehen.

Danny Sullivan, der Chefredakteur von Search Engine Watch, hat bereits 2003, anläßlich Google’s Nominierung für die US Big Brother Awards, die neun häufigsten Anschuldigungen hinterfragt. Wer um eine ausgewogene Sicht der Dinge bemüht ist, sollte seinen Artikel “Google And The Big Brother Nomination” ebenfalls lesen.

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Google’s Masterplan - Die dunkle Seite der Macht

Ozan Halici und Jürgen Mayer, zwei Studenten der Fachhochschule Ulm haben als Diplomarbeit einen sehr gelungenen, dreiminütigen Animationsfilm mit dem Titel “Masterplan - About the Power of Google” produziert. Thema: Die zunehmende Kontrolle von Google über die Informationen im Web zu Lasten von Privatsphäre und Datenschutz. (via Google Blogoscoped)

Auch wenn man mit den kritischen, teilweise spekulativen Aussagen nicht unbedingt übereinstimmt, ist es zumindest ein guter Anlaß, mal wieder darüber nachzudenken, wem und in welchem Umfang man seine Daten zu Verfügung stellt.

Holm Friebe und Kathrin Passig haben sich vor kurzem ebenfalls und auf recht unterhaltsame Weise mit dem Thema auseinandergesetzt. In ihrem Artikel “Public Private Partnership” beleuchten sie die verschiedenen Aspekte der zumeist freiwilligen Datenübermittlung im Zusammenhang mit der Nutzung neuester mobiler oder webbasierter Technologien. Ihr Fazit:

Derzeit lautet die Frage jedenfalls nicht, ob wir bereit sind, uns von der Privatsphäre zu verabschieden. Sie ist schon weg. Wir können ihr nur noch fröhlich winken.

(Erschienen in der Kolumne DAS NÄCHSTE GROSSE DING; Berliner Zeitung vom 25.01.2007)

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ist ein privates Weblog von Werner Trotter und beschäftigt sich hauptsächlich mit der nächsten Generation von Software, dem neuen Internet und der Vielfalt an theoretischen und vor allem praktischen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

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