Archiv für März 2008

re:publica 08 ante portas

publica 08 Der Countdown läuft. In sechs Tagen beginnt die zweite re:publica unter der Überschrift “Die kritische Masse” in Berlin. Das Ticket für die drei Tage währende Konferenz habe ich mir schon vor Wochen und komfortabel über amiando besorgt. Gottseidank, denn vor drei Tagen verkündeten die Organisatoren, dass die Veranstaltung mit kapp über 800 Teilnehmern bereits ausverkauft sei. In der Kalkscheune dürfte es demnach ziemlich kuschelig werden.

Das Programm deckt ein vielseitiges und interessantes Spektrum an Themen ab, das von Technologie, Medien, Politik, Kultur bis hin zu Entertainment reicht.
Ein paar Veranstaltungstitel, die mir beim Überfliegen in’s Auge gestochen sind: Hurra, hurra, die Schule bloggt!, Weil wir es können!, Polizei 2.0, Strickblogs oder Postfeminismus, Wenn Politiker ins Internet sprechen, Twitterwelt - neues Abbild der Realität?, Beten per Mausklick? und die Keynote: Web 2.0 im Unternehmen.

Im Abendprogramm wird es zudem einige unterhaltsame Einlagen geben, wie etwa das von der Zentralen Intelligenz Agentur (ZIA) entwickelte und als neues Schwesterformat von Powerpoint Karaoke angekündigte Domainname-Scrabble oder Blogger-Jeorpardy, die Adaption einer Quiz-Show aus den 90ern, damals moderiert von Frank Elstner.

Ich freue mich auf nächste Woche.

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Diigo 3.0: Das Schweizer Messer für Wissensarbeiter

diigo_logo Diigo steht für “Digest of Internet Information, Groups and Other stuff”. Der Service mit dem Claim “Highlight and Share the Web!” wurde im Juli 2006 veröffentlicht und als ausgeklügelte und umfassende Alternative (= Bookmarking 2.0) zu den Platzhirschen del.icio.us und StumbleUpon positioniert. Um bei den Metaphern aus dem Tierreich zu bleiben: Diigo ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Social Bookmarking Diensten. Die Liste seiner Funktionen ist endlos. Webseiten können nicht nur gebookmarkt, sondern direkt auf der Seite auch mit Unterstreichungen und Anmerkungen versehen werden. Die Bookmarks lassen sich sowohl durch Tags als auch in Listen organisieren. Darüber hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten, das Gefundene weiterzugeben oder anderweitig zu posten - via email, twitter, facebook, del.icio.us oder per widget.

Das Konzept der Macher war von Anfang an, nicht nur ein Recherche Tool für einzelne oder Gruppen anzubieten, sondern darüber hinaus auch eine Wissens-Community und ein Aggregator für Social Content zu sein. Was seine Erfinder für einen einzigartigen Produktvorteil halten, wirkt aufgrund seiner Komplexität auf viele potenzielle Anwender vielleicht eher abschreckend. Während die Nutzerzahlen von del.icio.us und Stumbleupon längst die Millionengrenze überschritten haben, kam Diigo bis jetzt nicht über den fünfstelligen Bereich hinaus.

Vor kurzem wurde eine überarbeitete Version vorgestellt, die von Fachpresse und -blogs eine überwiegend positive Resonanz erhielt. Diigo 3.0 glänzt mit einer neuen Benutzeroberfäche, einer überholten Toolbar inklusive neuer Sidebar sowie über 100 weiteren neuen Features! Besonders witzig finde ich die Möglichkeit, Listen von Bookmarks in eine Slideshow zu verwandeln, die bei Bedarf auch per Widget integriert werden können. (Bitte untenstehenden Button drücken, um den Effekt zu sehen.)

Feed Play

Im Mittelpunkt dieses Updates stehen aber kollaborative, Socialnetwork-orientierte Funktionen, sprich: der Austausch und die Zusammenarbeit von Teams, Gruppen oder Communities sowie die Nutzung der akkumulierten Daten (Social Content) beipielsweise für Empfehlungen.

Auch wenn Diigo auf den ersten Blick vielleicht etwas überladen und unübersichtlich wirkt, würde ich eine kleine Erkundungstour unbedingt empfehlen. Erstens, muss man nicht wirklich jede Funktion nutzen. Zweitens, wird sich jede/r, der über grundlegende Web 2.0 Erfahrung verfügt, relativ schnell zurechtfinden. Wer diese Hürde nimmt, wird unter Umständen mit einem sehr guten und nützlichen (Recherche-) Werkzeug belohnt. Das folgende Video ist ein kleiner Appetithappen; darüber hinaus gibt es im Diigo Help Center weiter gehende Anleitungen.

Verwandte Artikel:

Studium 2.0 - Essentielle Web Tools, Teil 3 

Meine Top Ten Tools 2006 

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FOCUS-Jahrbuch 2008 zu Web 2.0 und Web 3.0

focus_jahrbuch Bereits im fünften Jahr präsentiert das FOCUS Jahrbuch Trends und etablierte Ansätze aus den Bereichen Medien, Marketing sowie den zugehörigen Forschungsbereichen, um  den Austausch und die Diskussion innerhalb der Branche anzuregen. Schwerpunktthema dieses Jahr: Web 2.0 und Web 3.0 - Reale und virtuelle Welt.

Das Jahrbuch, das in der Printversion immerhin 29,90 EUR kostet, wird auch als Hörbuch zum kostenlosen Download angeboten. Darüber hinaus stehen einzelne Textbeiträge online in gekürzten Versionen zur Verfügung. Auszug aus dem sehr interessanten Inhaltsverzeichniss:

  • Wolfgang J. Koschnick - Zwischen Web 2.0 und Web 3.0
  • Martin Oetting - Virales Marketing - Mythos und Klarheit
  • Martin Oetting - Wie Web 2.0 das Marketing revolutioniert
  • Jörg Bienert - Enterprise 2.0
  • Arnold Hermanns, Fritjof M. Lemân, Pascal C. van Overloop, Alexander Richter - Targeting in Social Networks
  • Jörg Rensmann - RSS im Unternehmen
  • Rainer Hillebrand, Thomas Schnieders - Shopping 2.0

(via archivalia)
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Futter für den Feedreader - 15 Ressourcen für gehaltvolle Blogs

rss_food Es gibt viele Möglichkeiten, interessante und relevante Blogs zu finden. Neben unzähligen Blog- und RSS-Verzeichnissen gibt es inzwischen auch eine ordentliche Auswahl an Suchmaschinen, die auf Blogs und Feeds spezialisiert sind. Dazu gehören u.a. Google Blogsearch, Technorati, Icerocket, Ask.com Weblog und Feeds oder MSN Live Search Feeds.

Eine gute Alternative für Leute, die sich erst ein bischen Orientierung verschaffen wollen, sind (Rang-) Listen, Charts und gebündelte Sammlungen. Sie haben den Vorteil, dass aus dem riesigen Angebot bereits eine überschaubare Auswahl getroffen wurde. Diese kann sowohl auf objektiven Statistiken als auch auf einer individuellen Auswahl beruhen. Bei einigen dieser Angebote lässt sich gleich die gesamte Liste per OPML in den Feedreader importieren. Hier ist meine subjektive Selektion an Ressourcen:

1. Deutsche Blogcharts: Der Klassiker. Das wöchentlich aktualisierte Angebot von Jens Schröder präsentiert die 100 meistverlinkten Blogs der deutschsprachigen Blogosphäre. Das Ranking basiert auf Statistiken von Technorati.

2. Rivva Leitmedien: Rivva ist ein Projekt von Frank Westphal, inspiriert vom US Vorbild Techmeme. Rivva Leitmedien listet über 500 der einflussreichsten neuen und traditionellen Medien im deutschsprachigen Raum auf und wird täglich bzw. nächtlich aktualisiert. Das Ranking beruht auf verschiedenen Faktoren wie Einfluss und Präsenz und wird hier näher erklärt. OPML steht zur Verfügung.

3.Wikio Blog-Ranking: Das Informationsportal Wikio stellt Meldungen aus traditionellen Medien und Blogs zusammen. Die ausgewerteten Blogs werden einem Ranking unterworfen, das von der Anzahl und dem Gewicht der eingehende Links abhängt. Neben den allgemeinen Charts gibt es auch Rankings in verschiedenen Kategorien wie Marketing, Media oder High-Tech.

4. Techmeme Leaderboard: Techmeme ist ein Angebot von Gabe Rivera, das Tag für Tag die Links zu den populärsten englischsprachigen Technologie Stories auf einer Website bündelt. Dazu werden mehrere tausend Blogs und konventionelle Medien überwacht. Das Leaderboard listet die Top 100 Quellen mit der größten Präsenz auf. OPML steht zur Verfügung.

5. Technorati: Die Blogsuchmaschine Technorati bietet neben seinen Top 100 Blogcharts noch weitere, spezifischere Möglichkeiten im Rahmen seiner Blog-Directory an.

6. Alltop: Das neue Projekt von Guy Kawasaki ist, wenn man so will, ein fertig konfigurierter Feedreader. Zu verschiedenen Kategorien wie Work, Living oder Culture werden die Feeds von ausgewählten Top-Blogs und Websites einem übersichtlichen Design zusammengeführt (aggregiert). Vergleichbare Angebote gibt es schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Da sie als Einstiegspunkt für das Web gedacht sind, werden sie auch Startpages genannt. Weitere Beispiele sind popurls, Original Signal oder Daily Rotation.

7. Blogged.com: Hierbei handelt es sich um ein neues und neuartiges Blogverzeichnis, das bei der Entdeckung von Blogs helfen will. Die Datenbank enthält bereits über 200.000 Blogs. Orientieren kann man sich wie gewohnt bei Verzeichnissen anhand von Kategorien oder Themen. Darüber hinaus gibt es aber noch eine Suchfunktion, die im Unterschied zu den gängigen Blogsuchmaschinen darauf abzielt, nicht einzelne Beiträge aus Blogs sondern passende Blogs zu den Suchbegriffen zu präsentieren. Mehr Infos dazu gibt hier.

8. AdAge Power 150: Advertising Age veröffentlicht eine Rangliste von 580 englischsprachigen Medien und Marketing Blogs. Für das Ranking benutzt der Macher Todd Andrlik eine Mischung aus Google Page Rank, Technorati Rankings, Bloglines Abonnentenzahlen, Alexa Points und seinen eigenen subjektiven Bewertungen der einzelnen Blogs. OPML steht zur Verfügung.

9. Top 100 Analyst Blogs: Nach dem Vorbild der Power 150 und auf Basis der Tekrati Blogs Directory generierte Jonny Bentwood, ein Edelman PR Berater eine Liste mit den Top 100 der englischsprachigen Analysten Blogs. Am 18. Februar 2008 wurde die aktuelle Ausgabe auf seinem Blog Technobabble 2.0 veröffentlicht.

10. The Top 100 Productivity and Lifehack Blogs: Wer sich für Getting things done, Produktivitätsmethoden und dergleichen interessiert, bekommt hier die wichtigsten englischsprachigen Blogs zu diesen Themen serviert. (via)

11. Die Liste - 67 Blogs und Webseiten für Job und Karriere: Jochen Mai hat auf seinem Blog Die Karriere-Bibel eine Übersicht zu den interessantesten deutschsprachigen Job- und Karriereblogs erstellt. By public demand hat er ein Pendant mit englischsprachigen Blogs nachgereicht.

12. PR and Communications Blogs List: Constantin Basturea veröffentlichte März 2005 zum ersten Mal eine Liste mit 160 internationalen PR Blogs. Sie wird seither in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Das letzte Update stammt vom 25. November 2007 beinhaltet bereits 743 Feeds. OPML Datei steht zur Verfügung.

13. Education Blog List: Aseem Badshah erstellte Anfang Januar 2008 eine Liste der populärsten englischsprachigen Bildungsblogger auf Basis der Technorati Authority. Die Liste besteht aus insgesamt 107 Blogs und wird angeführt von Weblogg-ed (Autor: Will Richardson), Stephen’s Web (Autor: Stephen Downes) und 2 Cents Worth (Autor: David Warlick).

14. Blog Thinkers: Steve Rubel beklagte Anfang des Jahres die Oberflächlichkeit vieler Top-Blogger (’Lazyweb’) und das Fehlen tiefgründiger Beiträge. Seine Liste der Blog Thinkers hat er zusammengestellt, um sich und andere zu inspirieren.

15. Blogrolls: Last but not least gibt es da noch die gute alte Blogroll. Die meisten Blogs verfügen über diese Liste mit handverlesenen Links zu anderen Weblogs, die i.d.R. in der der rechten Navigationleiste zu finden ist und durchaus als Empfehlung verstanden werden kann. Hat man einen interessanten Blog entdeckt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, in dessen Blogroll weitere relevante Blogs zu finden.

(Photo: Stijn Vogels via flickr, CC License)

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Innovation ermöglichen: Einblicke in das Google Intranet

Experimentierfreude und Innovation kennzeichneten bereits die Anfänge von Google’s Entwicklung. Im Jahr 1996 bauten die beiden Stanford Studenten Larry Page und Sergey Brin ihren ersten provisorischen Server mit einem Gehäuse aus Lego Steinen. Die abenteuerliche Konstruktion diente dazu, den frisch entwickelten Pagerank Algorithmus im World Wide Web zu testen.

Bis heute ist Innovation das bestimmende Credo und nach Google’s eigenem Verständnis der Kern seiner Wettbewerbsfähigkeit. Auch wenn Google im Lauf der Zeit dazu übergegangen ist, sich nicht nur auf seine eigene Innovationskraft zu verlassen, sondern verstärkt auch Firmen mit neuen Ideen für sein Portfolio zu akquirieren.

In dem Webinar ‘Innovation @ Google - A Day in the Life’, das von KM World am 11. März 2008 abgehalten wurde, gab Naveen Viswanatha, Sales Engineer bei Google Enterprise, weitgehende Einblicke in das Google Intranet. Am Beispiel eines neuen Mitarbeiters, der seine erste Woche absolviert, werden die verschiedenen Tools vorgestellt, die intern für das Projektmanagement und die Kommunikation zur Verfügung stehen.

Google setzt auf flache Hierarchien und relativ freie Strukturen. Innovation wird als gemeinschaftlicher Prozess verstanden, der Zusammenarbeit, Transparenz, Offenheit und Vernetzung voraussetzt. Die eingesetzten Applikationen sind darauf ausgerichtet, eine kreative, spielerische und kollaborative Atmosphäre zu fördern.

Natürlich ist das Google Intranet auch ein Fallbeispiel für die Adaption von Web 2.0 und Social Media im Unternehmenskontext, auch bekannt als Enterprise 2.0. Das Webinar soll demnächst in’s Archiv von KM World gestellt werden. Die 59-seitige Präsentation von Naveen mit weiteren Details und vielen interessanten Screenshots ist als pdf download auf Scribd erhältlich.

Update 16.03.08: Auf ErkenntisWerk gibt es eine Post zum gleichen Thema, die auf den komplementären Artikel ‘Marissa Mayer’s 9 Principles of Innovation’ verweist. Lesenswert!

(Story via Google Blogoscoped; Photo via Flickr by Cayusa)

Verwandter Artikel:

Das Google Intranet

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Zitat des Tages

Jeder spricht über Glück, als wäre es der Heilige Gral, der ja auch noch gefunden werden muss. Ich glaube an das Glück - aber nur in Momenten, nicht daran, dass das Leben eine lange, mit Rosen bestreute Straße ist.

Die Fotografin Bettina Rheims in einem Interview mit der Berliner Zeitung anlässlich ihrer Ausstellung Can You Find Happiness bei C/O Berlin im Postfuhramt.

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Executive Insights into Enterprise 2.0

Im Vorfeld des Enterprise 2.0 Executive Forums, das am 19. Februar 2008 in Sydney, Australien stattfand, versammelten Ross Dawson’s Future Exploration Network und IBM ausgesuchte Führungskräfte australischer Unternehmen an einem runden Tisch. Diskutiert wurde über das Thema Enterprise 2.0, seine Implikationen und Potenziale.

Auf Ross Dawson’s Blog Trends in the Living Networks steht jetzt die Zusammenfassung dieser Diskussion in Form eines Reports zum kostenlosen Download (pdf) bereit. Und das sind die Inhalte:

- Roundtable Participants
- Introduction to Enterprise 2.0
- Defining Enterprise 2.0
- Identifying Business Value
- Risks and Concerns
- Social Networks in the Enterprise
- The Shifting Role of IT
- Organisational Culture in Enterprise 2.0
- The Role of Governance

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Das umstrittene Interview von Sarah Lacey mit Mark Zuckerberg auf der SXSW

Aufgrund der Tatsache, dass die Autorin Sarah Lacey Lacy sowohl einen Leitartikel als auch ein Buch über Mark Zuckerberg geschrieben hat, wurde vorausgesetzt, dass sie kompetent und in der Lage wäre, ein Keynote Interview mit dem Facebook Gründer auf der SXSW 2008 Konferenz in Austin, Texas zu führen.

Die Mehrheit des versammelten Publikum sah das anders und äußerte den wachsenden Unmut mit dem Gesprächsverlauf direkt und verbal auf der Veranstaltung aber auch via Twitter und in einer Reihe von Blogposts.

Ob das alles so schlimm war, lässt sich anhand des Videomittschnitts von Nick O’Neill überprüfen:

Update: Nicht nur Sarah’s Interviewstil ist umstritten, sondern auch die Schreibweise ihres Nachnamens. Sowohl Lacey als auch Lacy waren im Umlauf. Richtig ist letzterer. In einem Interview, das Brian Solis im Anschluss an das denkwürdige Ereignis mit Sarah Lacy führte, gibt es einen Link zu Ihrer Website, der für endgültige Klarheit sorgt.

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John Hagel und die Zukunft der Werbung

Zunehmende Beschleunigung und stetige Veränderungen kennzeichnen unser Leben im Allgemeinen und die Entwicklungen im Web im Besonderen. John Hagel, renommierter Berater und Autor, geht in seinem Artikel “Shift Happens - The Future of Advertising” der Frage nach, welche Auswirkungen diese Umwälzungen auf die Werbung haben werden.

Gerade im Web ist Werbung für viele Unternehmen das Einnahme-Modell - das gilt für Google genauso, wie für den Großteil der Web 2.0 Startups. Hagel sortiert die verschiedenen Einflussfaktoren für die Veränderungen, auch unter Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Entwicklungen, wie z. B. eine drohende Rezession in den USA und kommt, was die Entwicklung der Internet Werbung angeht, zu folgender Einschätzung:

The basic paradox of the Internet can be framed very simply: The very platform that makes advertising both more relevant and more measurable is the same platform that longer-term will challenge and ultimately undermine the basic role of advertising in communicating with customers.

Die Faktoren, die den bisherigen Ansatz von Werbung im Web unterlaufen, sind:

  • Eine immer größere Vielfalt an Quellen und Informationen kämpft um die Aufmerksamkeit der Nutzer, so dass es mit der Zeit auch für die zielgerichtete und relevante Werbung immer schwieriger wird, wahrgenommen zu werden.
  • Das Web stellt wirksame Alternativen zur Verfügung, wie Nutzer Informationen über neue Produkte und Leistungen erhalten, die für sie wichtig und interessant sind.
  • Hinzu kommen die vielen Tools, mit denen Werbung blockiert und gefiltert werden kann.

Eine wichtige Rolle beim Finden und Filtern von relevanten Informationen werden zunehmend Freunde im Kontext von Social Networks oder Vermittler wie Amazon spielen, zu denen ein Vertrauensverhältnis besteht. Hagel referiert an dieser Stelle auf einen Artikel von Esther Dyson, in dem sie das Thema Nutzerdaten nicht nur unter Privacy Aspekten betrachtet, sondern als Möglichkeit, wie Nutzer kontrolliert Daten für Anbieter zur Verfügung stellen können, um einen besseren, individuellen Service zu erhalten. Hagel geht davon aus, dass sich die Präferenzen der Nutzer weiter in diese Richtung entwickeln und die Bedeutung konventioneller Online Werbung schwinden wird. Werbetreibenden gibt er vor diesem Hintergrund den folgenden Rat:

For advertisers, the key message should be to build the skills required to genuinely engage people around their products and services in such a compelling way that people seek them out – and keep coming back because they have received so much value. [...] The focus shifts to becoming more helpful by creating rich, serendipitous environments that people will actively seek out.

Wenn, wie er postuliert, Online Werbung immer mehr an Bedeutung verliert, wie können dann die Geschäftsmodelle für Online Unternehmungen aussehen? Vor allem, wenn das Internet alles im Überfluss und kostenlos zur Verfügung stellt? Hagel verweist an dieser Stelle auf den exzellenten Artikel “Better than Free” von Kevin Kelly, in dem dieser acht Alternativen aufzeigt, wie sich dennoch Geld verdienen lässt. Für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg empfiehlt John Hagel zum Ende seiner ausführlichen Post:

On the other hand, if entrepreneurs want to build enduring businesses that will change the world, resist the temptation to become too dependent on advertising. It’s OK to offer many products and services for free (in fact, that will be essential for success) but just be sure you understand your role in a broader ecosystem where someone (even if it is not directly you) is making a ton of money with platforms and services that people will pay for. In particular, look for ecosystems with platforms and services that generate increasing value as the number of participants expands.

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Barack Obama - Wahlkampf 2.0

Dass Barack Obama’s Kampagne im Kampf um die Nominierung für die Präsidentschaftswahl bisher so erfolgreich war, auch wenn Hillary Clinton seinen Siegeszug vor kurzem erst einmal gestoppt hat, ist auf eine Reihe von Gründen zurückzuführen. Einer davon ist sicher die intensive und geschickte Nutzung von Web 2.0 bzw. Social Software.

Sowohl Josh Catone in Read Write Web als auch Bill Ives auf Portals and KM beschreiben den Einsatz des wiki-basierten Collaboration Tools Central Desktop. Eigentlich für den Business Einsatz konzipiert, wird es in Obama’s Kampagne dafür benutzt, tausende von freiwilligen Helfern zu vernetzen, zu informieren und zu koordinieren.

Central Desktop is an on demand collaboration platform that is wiki-based and designed for the business user. A political campaign is also a business, as well as a movement, and is really a rapidly growing startup that has huge collaboration and communication needs.

Central Desktop ist ein Konkurrenzprodukt zu 37 signals Basecamp Projekt Software. Im Update zu Josh Catone’s Artikel erfährt man dann noch, dass Obama’s Team auch Basecamp zu schätzen weiß und es beispielsweise beim Bau der Website BarackObama.com eingesetzt hat. Wer mehr Infos zu diesem Thema sucht - auf textundblog.de wird es seit Oktober 2006 unter der Überschrift ‘Barack Obama - Der Kandidat und das Netz’ verfolgt.

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ist ein privates Weblog von Werner Trotter und beschäftigt sich hauptsächlich mit der nächsten Generation von Software, dem neuen Internet und der Vielfalt an theoretischen und vor allem praktischen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

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