Wissensmanagement 2.0

Das Thema Web 2.0 für den Einsatz in Unternehmen ist schon seit längerem im Gespräch, wird aber, wie Thomas Pleil anmerkt, oft auf einen Aspekt reduziert:

In der Diskussion um Web 2.0 und Unternehmen wird mir zu viel über Blogs als PR- oder Marketing-Instrument (v.a. mit Zielrichtung Kunden) diskutiert und viel zu wenig über Wissensmanagement.

(in einem Kommentar zu “Die 10 besten Intranets 2007 – hyped by Web 2.0“)

Der Einsatz von Web 2.0 Technologien und Social Software ist in vielen Bereichen denkbar – für Wissensmanagement sind sie prädestiniert. Geht es doch gerade hier um Austausch, Beteiligung, Vernetzung, Interaktion sowie das gemeinschaftliche Sammeln und Strukturieren von Informationen im Rahmen von Projekten, Teams oder Abteilungen.

Mitarbeiter lernen am besten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit und sehr oft durch Interaktionen mit Gleichgestellten. Social Software fokussiert auf diese informelle Kommunikation und bietet einen Ausgleich zu den formaleren Prozessen.

(Dieses Zitat stammt aus einem sehr lesenwerten Interview, das CHECKpoint eLearning mit dem Analysten Mike Gotta von der Burton Group führte.)

Die Analysten (Garnter, Burton Goup, McKinsey) prognostizieren übereinstimmend ein Ansteigen komplexer, nicht zu automatisierender Abläufe und Prozesse (“tacit interactions”). Wissensarbeiter, die sich in Teams, Abteilungen oder Netzwerken diesen Herausforderungen stellen, brauchen Software, die diesen Anforderungen auch gewachsen ist. Innovative Lösungen zur Erhöhung der Performance können dadurch entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern.

Gotta äußert sich in dem bereits zitierten Interview zu vielen Aspekten, unter anderem zur Einführung von Social Software. Seine Empfehlung:

Ich würde nicht mehr als drei bis fünf Piloten zur gleichen Zeit starten. Einige Social Software-Tools sind ausgereifter (Blogs, Wikis), während andere sich gerade noch entwickeln (Tagging, Social Bookmark Service, Social Networking).

Wie ein konkreter Einsatz von Blogs in der Praxis aussehen kann, zeigt ‘Innovation Creator’ Rod Boothby in seinem Artikel “How to use Blogs in the Workplace”. Seine Argumentation geht von der steilen Adaptionskurve der von Blogs / Social Software im Consumer Bereich und den vergleichsweise geringen Kosten für die Einführung aus. Den Unterschied zwischen Blogs vor und hinter der Firewall charakterisert Boothby so:

The issue is one of creating a platform that supports many to many communication, as opposed to most consumer blogging tools, which were originally designed to support one to many communication.

Ausgehend vom Bedarf einer Beratungsfirma entwickelt er fünf Typen von Activity Centric Worksites auf der Basis von Blogsoftware mit dem Ziel, die Unternehmenskommunikation zu verbessern:

  • Project Worksites – projektbezogene Kommunikation
  • Client Worksites – kundenspezifische Kommunikation
  • People Worksites – für den internen Ableich / Updates
  • Pracitce Worksites – für die Kommunikation innerhalb eines Teams
  • Focus Worksites – für kleine Teams, die an speziellen technischen Lösungen arbeiten

Am Ende seines Beitrags gibt er noch einige Tips, u. a. diesen hier:

Forget Dashboard – Use an RSS Reader – If you are a senior executive responsible for a whole cascade of projects, use a tool like Netvibes to monitor each of those projects. Skim the headlines. Click on the posts that seem to need your attention.

.. wobei ich mich frage, wieso er diese Empfehlung auf Projektverantwortliche beschränkt. Ein Tool wie Netvibes kann für den “gewöhnlichen” Projektmitarbeiter genauso nützlich sein.

Klassiker zum Thema:

Martin Röll: “Distributed KM – Improving Knowledge Workers’ Productivity and Organisational Knowledge Sharing with Weblog-based Personal Publishing”

Andrew P. McAfee: Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration

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