Wikipedia Gründer will eigene Suchmaschine

Nach OpenServing plant Jimmy Wales laut Times Online seinen nächsten Coup. Bereits für das erste Quartal 2007 ist die Einführung einer Suchmaschine mit dem Namen Wikiasari vorgesehen, die mit der gleichen Technologie und den gleichen Prinzipien wie Wikipedia funktionieren soll. Wiki ist das hawaiianische Wort für “schnell”; asari kommt aus dem Japanischen und bedeutet in etwa “herumstöbernde Suche”.

Wie bei OpenServing erhielt Wikia, Inc. auch für dieses Projekt ein kräftige Finanzspritze von amazon.com, die das Projekt auch in Zukunft unterstützen wird.

Jimmy Wales sieht gute Chancen für seine Suchmaschine durch die immer offensichtlicheren Defizite von Google’s Suchtechnologie, die in vielen Fällen irrelevante Resultate liefert und zunehmend anfällig für Manipulationen wird. Bei Wikiasaria sollen nicht Suchalgorithmen, sondern tausende von Freiwilligen Seiten bewerten und entscheiden, ob sie “gut” oder “schlecht” sind.

We just look at the page. It usually only takes a second to figure out if the page is good, so the key here is building a community of trust that can do that.

Wales glaubt fest daran, dass die durch Wikipedia aufgebaute Reputation und die Transparenz der eingesetzten Technologie eine Vertrauensbasis schaffen, die künftige Nutzer überzeugen wird. Durch Werbeeinahmen soll sich das Projekt finanzieren und langfristig sogar Gewinne erzielen. Geplant ist Wikiasari wohl schon seit längerem. Im Blog Herald findet sich der Hinweis auf eine entsprechende Domain Registrierung, die auf November 2004 datiert ist.

Technorati Tags:

About these ads

4 Gedanken zu „Wikipedia Gründer will eigene Suchmaschine

  1. David,

    danke für den Hinweis, dass sich der Name von Wikisaria in Search Wikia geändert hat und die Infos über mobile Suche. Was die Fähigkeit von Google angeht, große Quantiäten an Daten zu erfassen, gibt es keine Zweifel. Ob sie auch immer zeitnah abgebildet werden, ist eine andere Frage.

    Der Punkt, um den es Jimmy Wales und vielen anderen offensichtlich geht, ist, den Faktor menschliche Intelligenz stärker zu involvieren, um die Qualität der Sucherergebnisse zu verbessern. In Deinem Artikel hast Du mit Eurekster Swicki oder Wink ja zwei passende Beispiele dazu aufgeführt, Stumble Upon wäre ein weiteres, das mir spontan dazu einfällt.

    Ansonsten verweise ich in diesem Zusammenhang gerne nochmal auf zwei meiner Artikel zum Thema Suchmaschinen:

    a) Suche jenseits von Google – 14 alternative Suchmaschinen
    b) Customized bzw. Social Search am Beispiel Google Co-op

  2. “Search Wikia” ist mit Sicherheit eine gute Ergänzung zu klassischen Suchmaschinen. Ob es allerdings möglich sein wird, mit einem manuellen System die weiter wachsenden Datenmengen so aktuell und lückenlos zu erfassen, wie ein automatisierter Rankingalgorithmus, bleibt zu bezweifeln.

    Im übrigen denke ich, werden mobile Suchservices mindestens genauso wichtig: 1., weil sowieso bald jedes Mobile-Equipment ein Computer sein wird und insofern die Karten für den “General-Searchservice” neu gemischt werden.

    Und 2., weil die Mobil-Suche nach eigenen Gesetzen funktioniert. Denn anders, als bei der PC-Suche, bei welcher der Nutzer durchaus verschiedene Links zur Auswahl bekommen möchte, muss die Antwort eines Mobil-Suchdienstes gleich auf den Punkt sein: wegen des kleinen Bildschirmes sofort die zwei, maximal drei relevanten Ergebnisse liefern.

    Wen’s interessiert, mehr dazu hier:
    http://brainwash.robertundhorst.de/uncategorized/online-marketing-suchmaschinen-wettbewerb/

  3. Natürlich ist die beherrschende Stellung von Google die Ursache dafür, dass hier auch die meisten Manipulationsversuche unternommen werden. Ein vorderer Platz beim Google Ranking kann sich gerade bei e-commerce Seiten in barem Geld ausdrücken. Grundsätzlich sind alle Suchmaschinen, die sich bei der Bewertung der Seiten auf Computer bzw. Algorithmen verlassen, anfällig für Manipulationen. Genau aus diesem Grund verfolgt Wikisaria einen alternativen Ansatz, der sich auf die Bewertung durch Menschen stützt. Ob sich dieses Modell bewährt und relevantere Suchergebnisse liefert, kann bald jeder für sich selbst herausfinden.

  4. Es gefällt mir nicht, dass hier behauptet wird, Google’s Suchtechnologie würde zunehmend anfällig für Manipulationen.
    Richtig ist doch wohl eher, dass die Versuche Google zu manipulieren zugenommen haben. Das Problem liegt also in den Leuten, die auf Manipulation aus sind und nicht in der Suchmaschine. Lediglich lohnt es sich eher Google zu manipulieren, weil es die beliebteste Suchmaschine ist.
    Und wenn das Projekt Wikiasari den gewünschen Erfolg haben sollte, wird es ebenso die unerwünschten Begleiterscheinungen dieses Erfolges zu spüren bekommen, denn die Leute, die versuchen eine Suchmaschine zu manipulieren, wird es dann noch immer geben.

    Wo ist der prinzipielle Unterschied zwischen einem, der durch den Betrieb einer Suchmaschine Geld verdienen will und einem (oder vielen ;-) der durch die Manipulation einer Suchmaschine Geld verdienen will?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s