Archiv für Dezember 2006

Snap Preview for WordPress.comes

Snap Preview Anywhere ist ein Plugin, das Vorschauen zu verlinkten Seiten zeigt. Sobald es auf einem Blog oder einer Website installiert ist, und der Cursor über einen Link fährt, geht eine kleine Voransicht der entsprechenden Seite auf.

Spätestens seit der Besprechung auf Techcrunch gibt es eine gesteigerte Nachfrage und Snap Previews sind vermehrt auf Blogs zu sehen. Die Reaktionen darauf fallen allerdings sehr unterschiedlich aus und reichen von großer Begeisterung bis zu totaler Ablehnung. Vor einiger Zeit fragte ich im Forum von WordPress.com an, ob Snap Preview zu implementieren wäre. Da es sich um ein Javascript handelt, das in den Quellcode eingebaut werden muss, könne es nicht von einem einzelnen Nutzer installiert werden, sondern wenn überhaupt, dann ginge das nur Plattform-übergreifend, so das Feedback der Experten, die sich ansonsten recht abfällig über Snap Preview Anywhere äußerten.

Umso erstaunter war ich über die Ankündigung von WordPress Mastermind Matt Mullenweg, dass ein beta Test für das Snap Preview Anywhere Plugin auf 10% der WordPress.com Blogs läuft, um zu sehen, ob es auf der gesamten Plattform eingeführt werden kann. Matt hat das Tool auf seinem persönlichen Blog ausprobiert und fand Gefallen daran und die Zusammenarbeit mit den Snap Preview Leuten scheint auch gut zu funktionieren.

Während des Tests haben sowohl die ausgesuchten Blogbetreiber als auch deren Leser die Möglichkeit, die Snap Preview bei Nichtgefallen zu deaktivieren. Eine Option, die auf jeden Fall beibehalten werden sollte, damit jeder selbst entscheiden kann, ob er die Funktion nutzen will oder nicht.

Mal sehen, wie die Rückmeldungen der Beta-Tester ausfallen und ob das Tool danach der gesamten WordPress.com Community zur Verfügung gestellt wird.

Technorati Tags: - - -

Alle Jahre wieder

Leider habe ich das schöne Weihnachts Theme von WordPress.com (Vermilion Christmas) erst heute entdeckt, da ich in den letzten Tagen wenig im Web, dafür mehr mit Familie und Freunden unterwegs war. Um wenigstens noch ein bischen weihnachtlich-winterliche Festagsstimmung zu verbreiten, behält c/o operative diese pittoreske Dekoration noch bis Anfang Januar. Danach gibt’s wieder business as usual und das gewohnte k2-lite Theme.

Guten Rutsch in’s Neue Jahr!

Wikipedia Gründer will eigene Suchmaschine

Nach OpenServing plant Jimmy Wales laut Times Online seinen nächsten Coup. Bereits für das erste Quartal 2007 ist die Einführung einer Suchmaschine mit dem Namen Wikiasari vorgesehen, die mit der gleichen Technologie und den gleichen Prinzipien wie Wikipedia funktionieren soll. Wiki ist das hawaiianische Wort für “schnell”; asari kommt aus dem Japanischen und bedeutet in etwa “herumstöbernde Suche”.

Wie bei OpenServing erhielt Wikia, Inc. auch für dieses Projekt ein kräftige Finanzspritze von amazon.com, die das Projekt auch in Zukunft unterstützen wird.

Jimmy Wales sieht gute Chancen für seine Suchmaschine durch die immer offensichtlicheren Defizite von Google’s Suchtechnologie, die in vielen Fällen irrelevante Resultate liefert und zunehmend anfällig für Manipulationen wird. Bei Wikiasaria sollen nicht Suchalgorithmen, sondern tausende von Freiwilligen Seiten bewerten und entscheiden, ob sie “gut” oder “schlecht” sind.

We just look at the page. It usually only takes a second to figure out if the page is good, so the key here is building a community of trust that can do that.

Wales glaubt fest daran, dass die durch Wikipedia aufgebaute Reputation und die Transparenz der eingesetzten Technologie eine Vertrauensbasis schaffen, die künftige Nutzer überzeugen wird. Durch Werbeeinahmen soll sich das Projekt finanzieren und langfristig sogar Gewinne erzielen. Geplant ist Wikiasari wohl schon seit längerem. Im Blog Herald findet sich der Hinweis auf eine entsprechende Domain Registrierung, die auf November 2004 datiert ist.

Technorati Tags: - - - - -

Summende Suche

Eine Melodie spukt einem im Kopf herum. Man kennt aber weder Titel, noch Interpret, eigentlich auch keinen zusammenhängenden Text, will aber unbedingt wissen, was das ist. Alles, was man hat, sind ein paar Töne, die man vorsummen kann. Ich habe mir schon früher in solchen Situationen gewünscht, dass es eine Maschine gäbe, die in der Lage wäre, anhand der gesummten Sequenz den Titel zu identifizieren.

Mein Wunsch ist - im Ansatz - in Erfüllung gegangen. Die Nayio Humming Search beta funktioniert genau nach diesem Prinzip und in drei Schritten - (da ActiveX gebracht wird, bin ich für diesen Zweck von Firefox auf IE 7 umgestiegen):

1. Man summt einen möglichst prägnanten Ausschnitt eines Songs über ein Mikro ein und zeichnet ihn mit einer Recording Funktion auf.

2. Die aufgezeichnete Passage (max. 15 sec) kann man sich dann nochmal vorspielen lassen, um zu hören, ob man gesanglich einigermaßen in der Spur geblieben ist.

3. Danach auf den Search Button drücken und überraschen lassen, welche Titel dazu vorgeschlagen werden.

Ich habe die Humming Search mit verschiedenen sehr populären Songs getestet. Die Trefferquote war allerdings recht bescheiden. Das kann verschiedene Ursachen haben:

  • Die Datenbank, die übrigens mit Napster gekoppelt ist, enthält bislang nur eine recht eingeschränkte Auswahl an Titeln
  • Die eingesetzte Technologie, Songs über Tonhöhe zu erkennen und zu unterscheiden, ist noch nicht weit genug entwickelt
  • Sowohl die Qualität des verwendeten Mikrofons als auch die gesanglichen Fähigkeiten des Anwenders sind verbesserungswürdig

Nach diesem enttäuschenden ersten Durchlauf bin ich andersrum vorgegangen und habe nun Titel vorgesummt, von denen ich wusste, dass sie in der Datenbank sind, um zu sehen, wie Humming Search reagiert. Durch diesen billigen Trick ließ sich die Trefferquote dann zwar steigern, aber die Anwendung ist insgesamt noch sehr weit von der Marktreife entfernt und in diesem Stadium bestenfalls ein nettes Gimmick.

Technorati Tags: - - - - -

Suchmaschinen der nächsten Generation

Mit dem Pagerank führte Google vor Jahren eine bahnbrechende Technologie ein, die zur Grundlage für den überwältigenden Erfolg und die unangefochtene Spitzenstellung im Suchmaschinen Markt wurde. Lange Zeit konnte sich Google auf den Lorbeeren ausruhen, doch gerade dieser Erfolg spornt sowohl Entwickler als auch Investoren an, innovative Alternativen zu entwickeln, um dem Suchgiganten Marktanteile abzutrotzen. Hinzu kommt, dass Google auf Grund der immer größer werdenden Menge indizierter Seiten oft nur eine Flut von unspezifischen und irrelevanten Ergebnissen liefert, die ihrerseits nochmal durchsucht werden muss.

Read/WriteWeb stellt in “Search 2.0 - What’s next?” eine Reihe von Herausforderern der etablierten Suchmaschinen (Google, Yahoo!, MSN) vor. Einige davon habe ich auch in meinem Beitrag “Suche jenseits von Google - 14 alternative Suchmaschinen” innerhalb der Reihe “Studium 2.0 - Essentielle Web Tools” beschrieben. Dazu gehören Live.com, hakia, der Vivisimo Ableger Clusty, Ask.com und Rollyo. Zwei der vorgestellten Suchmaschinen fand ich besonders interessant:

Mit SearchMash schickt Google selbst einen Protoypen ins Rennen mit dem die neuesten Technologien und innovative Features getestet werden. Rechts neben den normalen Suchergebnissen aus dem Web gibt es ein Related Results Panel in dem man sich zusätzliche Ergebnisse aus den Sparten Images, Blogs, Videos und Wikipedia anzeigen lassen kann. Mit der Hide/Show Details Funktion lässt sich zwischen reiner Link Ansicht und ausführlicheren Infos wechseln. Die More Results Bar am Ende der Suchergebnis Seite bietet eine komfortable Möglichkeit, sich durch die Resultate zu bewegen. Ein Klick genügt und es werden zehn weitere Ergebnisse angezeigt, ohne dass dafür ein neues Fenster geöffnet wird, wie dies bei der konventionellen Google Suche der Fall ist.

Das herausragende Merkmal von Snap ist die integrierte Preview Funktion. Das Ergebnis Fenster ist in zwei Hälften geteilt. Im linken Feld werden die Suchresultate gelistet. Im rechten Feld wird sobald man einen Link anklickt eine Vorschau der zugehörigen Website als Screenshot gezeigt. Die Preview kann bei Bedarf auch direkt per email verschickt werden. Darüber hinaus bietet Snap zwei Bewertungsoptionen (Perfect oder Junk) an, um die Nutzer durch dieses “social” Element an der konstanten Verbesserung der Suchergebnisse zu beteiligen.

Dass Seiten wie del.icio.us oder Wink auch gut als Suchmaschinen funktionieren, trifft eigentlich auf alle Social Bookmarking Dienste zu, die über eine hinreichend große Community verfügen.

Technorati Tags: - - - - - - -

OpenServing - Freier Content für Alle

Gestern kündigte die Geschäftsführung von Wikia auf LeWeb3 in Paris ein neues Projekt mit dem dem Namen OpenServing und damit gleichzeitig ein neues Web Business Modell an: “Get Rich Using Wikia’s Services for Free!”

openserving1.jpg

OpenServing ist eine Plattform für Online Community Seiten und stellt durch sein Konzept eine Erweiterung des Open Source Modells dar. Nutzer können eine gemeinsame Blogging Seite zu einem bestimmten Thema einrichten. Sowohl Speicherplatz, Bandbreite und Software werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Betreiber der Seiten dürfen darüber hinaus sogar Werbung schalten und die Einnahmen für sich behalten! Der entsprechende Auszug aus der Pressemitteilung liest sich wie folgt:

The six pillars of Wikia’s OpenServing offering are: FREE software, FREE bandwidth, FREE storage, FREE computing power, FREE content over the Internet, and GIVING AWAY 100% of the ad inventory and revenue to bloggers and website owners who partner with Wikia.

Alle veröffentlichten Inhalte können kommentiert und wie bei der Social News Seite Digg von der Community bewertet werden; die populärsten Beiträge finden sich dann auf der Startseite wieder.

Hinter OpenServing steht mit Wikia ein weiteres Projekt von Wikipedia Gründer Jimmy Wales, auf dem Gruppen und Communities freie Inhalte mit Hilfe der MediaWiki Software erstellen und veröffentlichen können. Um den Betrieb von OpenServing zu ermöglichen, erwarb Wikia vor kurzem die nutzerfreundliche Technologie von ArmchairGM.com. In der Presserklärung heißt es weiter, dass dies nur der Anfang sei und in naher Zukunft noch hunderte weitere freier Software Pakete folgen werden.

Technorati Tags: - - - - - -

Google-Co op: Der Name ist Programm

Ein sehr schönes Beispiel für eine großflächige Anwendung der Custom Search Engine von Google Co-op fand ich auf dem projektbegleitenden Google Custom Search Blog.

global-voices-logo-1.jpg

Ethan Zuckerman ist einer der Gründer von Global Voices Online, einer Nonprofit Organisation, deren Ziel es ist, auch den Menschen außerhalb der USA oder Westeuropas die Teilnahme an der international vernetzten Kommunikation zu ermöglichen. Im Rahmen dieser Mission spielt Golbal Voices die Rolle eines Aggregators, der interessante Beiträge zur globalen Konversation aus Regionen sammelt, die in den westlich dominierten Medien kaum wahrgenommen oder ignoriert werden.

Ethan suchte nach einer Möglichkeit, eine Suchmaschine auf Gobal Voices zu installieren, mit der es möglich sein sollte, die Inhalte von den inzwischen fast 3.000 vorgestellten Blogs bequem zu durchsuchen. Für die Eingabe der URLs via OPML Listen brauchte er gerade mal eine halbe Stunde. Ethan war allerdings mit dem Ergebnis völlig unzufrieden. Die Suche lieferte nur wenige zwar präzise, aber völlig unvollständige Resultate, die nicht in die Tiefe gingen. Das Suchwort “Ghana” beispielsweise erzielte nur drei Ergebnisse.

Durch seine Blogpost, in der er diesen Mißstand beschrieb, wurde man bei Google Co-op auf ihn aufmerksam und arbeitete eine Woche an der Lösung des Problems. Der optimierte Suchalgorithmus überzeugte mit stark verbesserten Suchergebnissen und veranlasste Ethan zu einem zweiten Beitrag, in dem er sich ausdrücklich für die kundenorientierte Haltung des Google Custom Search Teams bedankte. Die Suchmaschine ist inzwischen auf der Gobal Voices Startseite unterhalb der Tagcloud installiert und kann getestet werden, zum Beispiel mit dem Suchbegriff “Ghana”.

Was ich bei Google Co-op bzw. bei den Custom Search Engines (CSE) stark vermisse, ist eine Directory ähnlich wie bei Rollyo, in der alle veröffentlichten Engines gesammelt und verfügbar gemacht werden. Auf der Google Co-op Seite werden bis jetzt lediglich ausgesuchte Beispiele vorgestellt. Inzwischen versuchen bereits Dritte, diese Lücke mit einem ziemlich undurchsichtigen Angebot zu füllen.

Technorati Tags: - - - - - -

Web 2.0 Definition - Zweiter Versuch

Im Zuge der Diskussion um Web 3.0 sah sich Tim O’Reilly veranlasst, seine ursprüngliche Definition von Web 2.0 nochmal zu überarbeiten. Dieser erste Versuch aus dem Jahr 2005 wurde für die meisten zum Referenzwerk, das den theoretischen Überbau lieferte und half, das Phänomen Web 2.0 besser zu verstehen.

Allerdings gab es auch von Anfang an kritische Stimmen. Ein konkreter Vorwurf lautete, seine erster Wurf sei eine schwammige Ansammlung von Analogien und vor allem - für eine Definition viel zu lang. Tim O’Reilly reagierte mit einer kurzen und knappen Variante:

Web 2.0 is the business revolution in the computer industry caused by the move to the internet as platform, and an attempt to understand the rules for success on that new platform. Chief among those rules is this: Build applications that harness network effects to get better the more people use them. (This is what I’ve elsewhere called “harnessing collective intelligence.”)

Dieser Kernsatz wird dann aber anschließend doch noch durch fünf Regeln ergänzt, die ebenfalls aus der ersten Definition destilliert sind. In den Kommentaren gibt es wie immer eine lebhafte Diskussion. Dort bietet franticindustries eine noch kürzere Definition an, die auch die volle Zustimmung von Tim O’Reilly findet:

Maybe one day my grandson asks me what web 2.0 is. I guess I’ll say: Web 2.0 was the moment when we stopped using computers and started using the Internet.

Um etwaigen Mißverständissen vorzubeugen: Natürlich braucht man immer noch einen Computer, um das Internet bzw. das Web nutzen zu können. Gemeint ist hier der Wechsel bei den Plattformen, seit immer mehr webbasierte Applikationen genutzt werden.

Technorati Tags: - - -

Studium 2.0 - Essentielle Web Tools, Teil 4

Die drei vorangegangenen Teile dieser Reihe waren ziemlich recherche- und arbeitsintensiv. Im vierten Teil lehne ich mich jetzt ein bischen zurück und verweise auf zwei interessante und bereits fertig geschnürte Software Pakete von Google. Das Schöne daran ist, sie kosten keinen Cent.

Die volle (Google) Packung

Die Rede ist von Google Pack und Google for Educators. Was darin an Software enthalten ist, zum Beispiel das spektakuläre 3D Programm Google Earth, könnte auch für teuer Geld verkauft werden. Google stellt diese Programme natürlich nicht völlig selbstlos zur Verfügung, sondern um sich möglichst prominent in den Browsern und Desktops dieser Welt zu platzieren. Aber der Deal ist, denke ich, fair genug.

Google Pack ist zwar nicht speziell für Studenten konzipiert, passt aber auf Grund seiner Zusammensetzung hervorragend in diesen Kontext. Es handelt sich dabei um ein richtiges Download Paket und beinhaltet:

  • 4 Google Programme (Google Earth, Google Desktop, Picasa, Google Toolbar für Internet Explorer)
  • 4 zusätzlichen Software Angebote (Mozilla Firefox mit Google Toolbar, Adobe Reader 7, das Antispyware Programm Ad-Aware SE Personal und ein 6 Monate gültiges Abo für Norton AntiVirus 2005 Special Edition)
  • 3 optionale Software Angebote (Real Player, Skype und GalleryPlayer HD Images)

Man kann sich entweder das komplette Paket herunterladen oder aber auch nach Bedarf eine individuelle Auswahl treffen.

Google for Educators richtet sich eigentlich an Lehrer und Professoren. Es handelt sich hierbei nicht um ein Download Paket sondern um eine Plattform, auf der alle Software Angebote aus dem Hause Google versammelt sind, die sich für den Lehrbetrieb eignen - mit kurzen Beschreibungen und Beispielen zu Einsatzmöglichkeiten.

In zwei Fällen (Google Earth und Picasa) gibt es Überschneidungen mit Google Pack in der Zusammensetzung. Da hier die Überschrift Bildung heißt, sind die versammelten Tools natürlich nicht nur für Lehrer sondern genauso für Schüler und Studenten interessant.

Meine Empfehlung, wie immer: Programme aussuchen, die interessant oder nützlich erscheinen und damit experimentieren, denn “Probieren geht über Studieren”.

Technorati Tags: - - - - -

Studium 2.0 - Essentielle Web Tools, Teil 3

In den beiden vorangegangenen Teilen dieser Reihe habe ich Tools für Recherche und Suche vorgestellt. Aber was macht man mit den gefundenen Inhalten? Wie kann man sie sinnvoll speichern und verwalten, so dass sie später problemlos wieder gefunden und weiter genutzt werden können?

Das Anlegen von Lesezeichen für Webseiten, also das Speichern der zugehörigen URL, gehört bei den meisten Browsern seit langem zum Standard. Beim Internet Explorer heißen sie Favoriten, in Firefox Bookmarks. Die so gespeicherten Lesezeichen sind allerdings nur lokal, auf dem jeweiligen Rechner verfügbar.

Die Alternative ist, Bookmarks online auf einer zentralen Plattform zu hinterlegen. Das hat gleich zwei handfeste Vorteile: Erstens kann man von überall (respektive von jedem Rechner mit Internetzugang) darauf zurückgreifen. Zweitens lassen sich die Bookmarks mit anderen teilen. Das online Bookmarking erlebte ab 2003 durch den innovativen Dienst del.icio.us einen gewaltigen qualitativen Sprung. Es ging nicht mehr nur darum, Bookmarks zu speichern, sondern sie mittels Tags (Schlagwörter) zu klassifizieren, mit Anmerkungen zu versehen und mit anderen bzw. der Community zu teilen. Der Begriff Social Bookmarking spiegelt diese community-orientierte Ausrichtung wider.

Der besondere Mehrwert von Social Bookmarking Diensten besteht im gesammelten, handverlesenen Content der jeweiligen Gemeinschaft von Nutzern, der allen zur Verfügung steht. Das macht sie zu hochwertigen Suchmaschinen mit einem “human touch”, die oftmals bessere und relevantere Ergebnisse liefern, als die konventionellen, algorithmenbasierten Suchmaschinen. Die Gemeinschaft der Nutzer strukturiert durch die vergebenen Tags ihre Inhalte selbst (= Folksonomy), im Unterschied zu einem von Experten vorgegebenen Kategoriensystem (= Taxonomy).

Die Bookmarking Dienste stellen in der Regel zwei Möglichkeiten zur Verfügung, um Lesezeichen direkt beim Surfen, also aus dem Browser heraus, abzuspeichern: Ein einfache Variante ist ein Bookmarklet, das idealerweise in der Lesezeichen Symbolleiste platziert wird. Die zweite, etwas aufwändigere Variante ist eine Toolbar, die über erweiterte Funktionen verfügt.

Speichern, Teilen & Entdecken: 10 Social Bookmarking Dienste

Del.icio.us: Del.icio.us ist der Social Bookmarks Champion, Liebling der Geeks und Referenz-Objekt in diesem Bereich. Del.icio.us hat eine große Nutzergemeinde, vor allem aus den aus den Sparten IT und Technologie. 2003 als Freizeitprojekt gegründet, wurde der del.icio.us Ende 2005 von Yahoo! gekauft. Das Design ist zwar eher spartanisch; dafür ist der Service mit umfangreichen Funktionen ausgestattet, was allerdings auch eine gewisse „Einarbeitung“ erforderlich macht. Del.icio.us legt großen Wert auf die Aspekte Folksonomy und Sharing. Strukturierende Elemente sind die Tags. Auf Ordner und Kategorien wird im Unterschied zu vielen anderen Bookmarking Diensten vollständig verzichtet. Alle vom einzelnen Nutzer vergebenen Tags werden in einer Tagcould dargestellt, die nach unterschiedlichen Kriterien sortiert werden kann.

Furl: Wie del.icio.us 2003 als unabhängiges Projekt gegründet, wurde Furl später von Looksmart übernommen. Als “Veteran” im Bereich Social Bookmarking kann Furl ebenfalls eine große Nutzergemeinde aufweisen. Furl ist zwar einfacher in der Handhabung, aber auch nicht ganz so flexibel wie del.icio.us oder neuere Services. Dafür bietet Furl andere Vorteile: Beim Speichern eines Links gibt es auf der Eingabeseite neben Titel und URL noch Felder für Kategorie, Bewertung, Schlüsselwörter, Kommentare und Auszüge der gespeicherten Seite Darüber hinaus speichert Furl automatisch die mitgelieferten Metadaten zu Autor, Quelle, Veröffentlichungsdatum, etc. Tagging spielt im Vergleich zu del.icio.us eine eher untergeordnete Rolle. Jedem Nutzer stehen 5 GB Speicherkapazität zur Verfügung, was für mehrere 10.000 Seiten ausreicht. Furl erstellt Kopien der gespeicherten Seiten und verfügt über Volltextsuche.

Spurl: Spurl ist seit Anfang 2004 online. Der Service wartet mit einem guten Design auf und ist übersichtlich in der Handhabung. Die gespeicherten Bookmarks können sowohl in Ordner abgelegt, als auch mit Tags versehen werden. Spurl bietet außerdem eine Synchronisation mit del.icio.us an. Hat ein Nutzer gleichzeitig ein del.icio.us Konto, kann die Einstellung bei Spurl so gewählt werden, dass alle gespeicherten Seiten parallel auf del.icio.us hinterlegt werden. Die Nutzergemeinschaft von Spurl ist noch kleiner als bei den etablierteren Services, aber im Wachsen begriffen. Spurl erstellt Kopien der gespeicherten Seiten und verfügt über Volltextsuche.

Ma.ngolia: Ma.ngolia ging 2005 an den Start und kommt mit einem sehr schönen, aufwändigen Web 2.0 Design daher. (Web-) Designer stellen auch einen wichtigen Teil der Nutzerschaft dar. Das Konzept von Ma.gnolia legt großen Wert auf Community Building und fördert Vernetzung und Kommunikation unter den Nutzern. Ähnlich wie Furl hat Mangolia ein Bewertungs-System (1 bis 5 Sterne) für die Bookmarks installiert und erstellt auch Kopien der hinterlegten Seiten. Ma.gnolia’s Community ist noch relativ überschaubar und die Seite reagiert stellenweise etwas langsam.

Blinklist: Ein relativ neuer Service, der mit einer beeindruckenden Vielfalt an Funktionen aufwartet. Die Bedienung ist einfach und intuitiv; darüber hinaus gibt es einen umfangreichen Nutzer Support. Blinklist hat von den Platzhirschen gelernt, will aber nicht einfach kopieren, sondern durch innovative Features überzeugen. Dazu gehören Bewertungen für die Bookmarks in Kombination mit einem Ranking-System und integrierte Thumbnail Ansichten der gespeicherten Websites. Blinklist bietet eine Reihe von Community Features an und macht besondere Angebote für den Bildungsbereich. Lehrende und Lernende können spezielle Räume (Blinkspaces) und Listen (Blinklists) für die Zusammenarbeit einrichten.

StumbleUpon: StumpleUpon ist wahrscheinlich der weltweit populärste Bookmarking Dienst. Auf der About Page wird Anfang Dezember 2006 die Zahl der Nutzer mit 1.606.529 angegeben. Das dürften deutlich mehr als bei del.icio.us sein, wo im September 2006 die 1 Millionen Marke übersprungen wurde. StumbleUpon versteht sich weniger als Organisations- sondern als Entdeckungstool. 500 Themengebiete stehen dafür zur Auswahl. Passend zu den eigenen Interessen und Präferenzen werden Ergebnisse anzeigt, die von Nutzern mit ähnlichen Interessen vorgeschlagen, bewertet und kommentiert wurden. So führen einen die Empfehlungen der Community zu immer neuen Seiten und Inhalten. Man kann natürlich auch seinerseits Webseiten empfehlen und bewerten. Je aktiver StumbleUpon benutzt wird, desto feiner justiert sich das System auf die eigenen Vorlieben ein.

Mr Wong: Ein deutscher Social Bookmarking Dienst, der sichtlich von del.icio.us inspiriert ist. Seit 2006 am Netz, ist Mr Wong schon auf Grund der deutschen Oberfläche und der deutschssprachigen Community eine Alternative zu den marktbeherrschenden englischsprachigen Angeboten. Laut Angaben auf der Homepage wurden 630.000 Bookmarks abgelegt und mit über 1.400.000 Tags versehen. Mr Wong verfügt im Unterschied zu vielen anderen Diensten über zusätzliche Networking Möglichkeiten. So können sich Gruppen zu bestimmten Themen bilden. Am beliebtesten derzeit: Die Web 2.0 Gruppe mit 231 Mitgliedern und 528 Bookmarks. (Alle Zahlen: Stand 05.12.06)

Oneview beta: Ein weiterer deutschssprachiger Dienst in dieser Liste. Die Online Bookmarking Seite Oneview, die bereits 1999 als Internet-Plattform exisitiert, erfuhr vor kurzem einen Relauch zur Social Bookmarking Seite und ist jetzt in einer Prototypen Version als “oneview beta” am Start. Die grundlegenden Funktionen sind ähnlich wie bei anderen Social Bookmarking Diensten. Die Positionierung hebt auf den Netzwerk Gedanken und den menschlichen Faktor ab. Die Nutzer sollen sich über die Information und den Informationsaustausch kennen lernen; Experten sollen sich zu Experten-Netzwerke formieren, von deren geballtem Wissen dann alle Nutzer profitieren können. Ob die kritische Masse von Nutzern erreicht wird, muss sich noch zeigen.

CiteULike: CiteULike ist für inhaltlich Fortgeschrittene; ein Social Bookmarking Service für Akademiker, mit dessen Hilfe sie ihre wissenschaftlichen Artikel speichern, verwalten und mit anderen teilen können. Der Dienst ist für diesen Zweck mit besonderen Funktionen ausgestattet. So werden bei den gespeicherten Seiten nicht nur die URL sondern die exakten Quellenangaben (Titel, Autor, Titel des Journals, etc.) übernommen. Die gespeicherten Inhalte können mit Tags klassifiziert werden und Nutzer mit ähnlichen Interessen oder beruflichen Hintergründen können sich in Gruppen zusammenfinden. CiteULike funktioniert in jedem Browser und benötigt keine weitere Installation.

Zotero: Zotero, das sogenannte “Next-Generation Research Tool” geht in die gleiche Richtung wie CiteULike. Kernzielgruppe sind auch hier Akademiker und Bibliothekare. Seine vergleichsweise komplexen Funktionen können aber für alle interessant sein, die viel recherchieren. Es handelt sich bei Zotero um eine freie Open-Source Lösung, die als Erweiterung nur in den neuen Firefox 2.0 integriert werden kann und nicht mit früheren Versionen kompatibel ist. Zotero habe ich in einem früheren Beitrag bereits ausführlich vorgestellt.

Bei der Erstellung dieser Liste habe ich versucht, ein gewisses Spektrum an Social Bookmarking Diensten abzudecken in der Hoffnung, dass für die unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnisse etwas dabei ist. Allen, die noch keine Erfahrungen mit Social Bookmarking haben, würde ich raten, sich einen Service auszusuchen und dann einfach anfangen zu experimentieren, denn wie sagt das Sprichwort - “Probieren geht über Studieren”.

Technorati Tags: - - - - - -

Nächste Seite »


c/o operative ...

ist ein privates Weblog von Werner Trotter und beschäftigt sich hauptsächlich mit der nächsten Generation von Software, dem neuen Internet und der Vielfalt an theoretischen und vor allem praktischen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

RSS Feed

Abonnieren via Email

Abonnieren via Feedreader

Subscribe

Blog bookmarken

Social Bookmark
Add to Technorati Favorites

SUCHE

Sie können c/o operative entweder mit meiner benutzerdefinierten Suchmaschine durchsuchen oder die untenstehende vorinstallierte Suchfunktion verwenden

 

Dezember 2006
M D M D F S S
« Nov   Jan »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

MyBlogLog