WordPress rocks … the Enterprise!

Richard MacManus von Read/WriteWeb unterhielt sich vor kurzem mit Toni Schneider, dem Geschäftsführer von Automattic Inc., der treibenden Kraft hinter den Blogging Tools WordPress und WordPress.com. WordPress ist eine Open Source Software, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird, für die man allerdings einen Hosting Service, eine MySQL Datenbank und ein gewisses Maß an technischen Kenntnissen braucht. WordPress.com hingegen ist “WordPress light”, ein gehosteter Service, bei dem man gleich loslegen kann, der allerdings auch nicht so flexibel wie WordPress ist.

Enterprise 2.0 Blogging

In dem Gespräch ging es vor allem um einen Vergleich mit dem Konkurrenten Six Apart und dessen Produktpalette. Anlass war Toni’s Ankündigung eines neuen, speziell auf Unternehmen zugeschnittenen Produkts in Kooperation mit der Syndication Technologie Firma KnowNow. Es hört auf den einprägsamen Namen KnowNowWordPress Enterprise Edition (KWEE) und wird auf Basis von WordPress MU (der Multi-User Version von WordPress) entwickelt. Six Apart hatte erst vor einem Monat sein neues Unternehmenspaket Movable Type Enterprise 1.5 vorgestellt.

Ein Vorteil von Six Apart ist sicherlich, dass sie durch Movable Type bereits einen guten Ruf im Unternehmensbereich erworben haben, nicht zuletzt durch ihren exzellenten Support. Gerade bei diesem wichtigen Thema sehen Kritiker eine mögliche Schwachstelle von WordPress. Aber erstens hat Automattic in KnowNow einen Partner, der über Erfahrungen mit Fortune 1000 Unternehmen verfügt; zweitens bieten sie schon seit Monaten einen professionellen Support Service für Unternehmen an, die WordPress im großen Stil eingeführt haben.

Zu den Unternehmen, die WordPress bereits als Blog Plattform nutzen, gehören interessanterweise viele Medienunternehmen, u. a. The New York Times, The Wall Street Journal , Reuters und seit kurzem Le Monde. Man darf gespannt sein, welchen Eindruck die beiden Partner mit ihrem neuen Produkt auf dem Enterprise Sektor machen werden. Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg!

WordPress.com Entwicklung

Toni Schneider nannte noch ein paar interessante Zahlen zu WordPress.com, der Plattform, auf der auch dieser Blog sein Zuhause hat:

As far as WordPress.com goes, Toni reeled off some impressive stats. It gets 18 million unique visitors per month and 70 M page views. There are over 480,000 blogs hosted on wordpress.com. He also said there are an estimated 1-2 million WordPress installations that are self-hosted. Toni told me the fact that wordpress.com is ad-free is a big part of the reason why people use it.

Auch wenn man – wie immer bei Blog Statistiken – die Zahlen relativieren muss, handelt es sich doch um erstaunliche Größenordungen, die da innerhalb kurzer Zeit erreicht wurden. Als der Startup Automattic 2005 mit WordPress.com herauskam, galten Matt Mullenweg & Co. als Außenseiter in einem Markt, der von Typead und Blogger beherrscht und als gesättigt eingeschätzt wurde. Inzwischen erfreut sich WordPress.com internationaler Beliebtheit und steht bereits in 78 verschiedenen Sprachen! zur Verfügung.

Btw: Was man mit einem selbst gehosteten WordPress Blog so alles machen kann, demonstriert WordPress Gründer Matt Mullenweg höchstpersönlich auf seinem Blog Photo Matt. Sehenswert!

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Google Alternativen: Neun auf einen Streich!

Dieser Beitrag ist als Ergänzung zu meiner vorhergehenden Post gedacht, in der ich 14 Suchmaschinen Alternativen zu Google vorgestellt habe.

1. Im Nachhinein fiel mir ein, dass es ein schönes Tool gibt, mit dem man auf einen Schlag der Google Suche neun! alternative Suchmaschinen hinzufügen kann. Die Rede ist von Customize Google, einer wirklich exzellenten Extension für Firefox, die ein ganzes Bündel nützlicher Funktionen beinhaltet. Im folgenden Screenshot kann man sehen, um welche Suchmaschinen es sich dabei handelt und wie sie integriert sind:

customgoog.JPG

Customize Google kommt mit einem umfangreichen Menü daher, in dem sich die verschiedensten Einstellungen hinsichtlich Google’s Suchergebnisse vornehmen lassen. So kann man neben dem Hinzufügen von Suchmaschinen etwa unerwünschte Werbung ausblenden, Filter setzen und vieles mehr. Auf der Website des Entwicklers gibt es dazu ausführliche Informationen und auch ein zweiminütiges Einführungs Filmchen.

2. Beim Nachverfolgen meines Suchmaschinen Artikels bin ich via Google Blog Search auf einen Beitrag gestoßen, den Helge Städtler bereits am 31. August 2006 mit dem Titel Quaero: Ich suche! veröffentlicht hat. In seiner Liste von Lieblings Alternativen zu Google sind auch einige Kandidaten vertreten, die ich in meiner Übersicht aufgeführt habe. Darüber hinaus finden sich in seinem Beitrag noch einige sehr interessante Informationen und Links zu Google im Besonderen und Suchmaschinen im Allgemeinen.

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Studium 2.0 – Essentielle Web Tools, Teil 2

Nachdem ich in Teil 1 dieser Serie zwölf Online Recherche Quellen mit thematischen und inhaltlichen Ausrichtungen vorgestellt habe, konzentriere ich mich in dieser Folge auf die generelle Informationssuche mit Hilfe von Suchmaschinen. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass das World Wide Web inzwischen von über 100 Millionen Websites bevölkert wird, dezentral strukturiert ist und zudem über keine einheitliche, übergreifende Systematik verfügt, versteht man schnell, welche Bedeutung Suchmaschinen für die Navigation im digitalen Datenmeer haben. Suchmaschinen gibt es bereits seit Anfang der 90er Jahre. Frühe Angebote waren Archie und Gopher; 1994 gingen Excite und Lycos ans Netz; 1995 wurde Yahoo! gegründet und 1996 markierten die ersten Metasuchmaschinen einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung.

Als 1998 zwei Stanford Studenten mit ihrer innovativen Suchmaschinen Technologie die Szene betraten, war dies der Startschuss für eines der erfolgreichsten Unternehmen aller Zeiten. Google übernahm innerhalb kürzester Zeit die Vorherrschaft auf dem Suchmaschinen Markt. In Deutschland liegt Google’s Marktanteil bei unglaublichen 90 %. Für mich Grund genug, die Aufmerksamkeit auf ein paar Alternativen zu richten.

Suche jenseits von Google – 14 alternative Suchmaschinen

Generelle Suchmaschinen

Ask.com: Früher unter dem Namen Ask Jeeves bekannt, wurde die Suchmaschine von Barry Dillers InterActiveCorp. gekauft und einer kräftigen Überarbeitung unterzogen. Anfang 2006 erfuhr sie einen Relaunch unter dem Namen Ask.com. Seither gilt Ask.com mit seiner ausgereiften Technologie und seinen ausgedehnten Features als Alternative zu den Großen Drei (Google, Yahoo! und MSN). Die Liste der eingebauten Searchtools ist enorm. Stellvertretend sei die Möglichkeit genannt, unter “MyStuff” Suchergebnisse zu speichern und mit Anmerkungen und Schlagwörtern (Tags) zu versehen.

AlltheWeb.com: AlltheWeb ist seit 1999 am Start und trat als direkte Konkurrenz zu Google an. Sowohl was die Größe der Datenbank als auch die Suchtechnologie und Features anging, konnte AlltheWeb mithalten. Was die Populärität betraf, behielt Google jedoch klar die Nase vorn. Seit 2004 gehört AlltheWeb zu Yahoo! Zu den angebotenen Features gehören u. a. Audio- und Videosuche. Aus dem Yahoo! Suchlabor stammt die neue Livesearch Funktion, bei der Suchergebnisse bereits während des Eintippens angezeigt werden.

Exalead: Exalead ist eine relativ neue Suchmaschine mit einem klaren, fast minimalistischen Design und einigen ungewöhnlichen Features. In der Ergebnisliste werden Miniaturansichten (Thumbnails) der gefundenen Seiten angezeigt, über die sich ein Vorschaufenster öffen lässt. In der rechten Seitenleiste kann man die Suche verfeinern und beispielweise auf bestimmte Dateitypen wie .pdf eingrenzen.

Metasuchmaschinen

Dogpile: Dogpile ist eine Metasuchmaschine, die Google, Yahoo! Search, MSN, Ask.com, About, MIVA, LookSmart durchforstet. Die gefundenen Resultate werden analysiert, gewichtet und entsprechend aufbereitet. Die neue Video-Suche verfügt über ein witziges Feature: Sie zeigt im Ergebnisfenster miniaturisierte Sequenzen der gefundenen Videos.

MetaCrawler: MetaCrawler gehört dem gleichen Unternehmen wie Dogpile und benutzt auch die gleichen Suchmaschinen. Bei der Darstellung der Suchergebnisse kann man verschiedene Varianten wählen, angefangen von den Resultaten aller Suchmaschinen über individuelle Ergebnisse bis hin zu einer vergleichenden Gegenüberstellung.

jux2: Jux 2 hat einen ähnlichen Ansatz wie MetaCrawler. Ausgehend von der Tatsache, dass die führenden Suchmaschinen Google, Yahoo! und MSN in ihren Suchergebnissen mitunter stark voneinander abweichen, bietet Jux2 die Möglichkeit eines direkten Vergleichs der (oft recht) unterschiedlichen Resultate.

Clusty: Clusty greift auf Ask.com, Gigablast, die Open Directory und andere Quellen zurück. Im Namen ist bereits eine Besonderheit angedeutet. Clusty präsentiert die Suchergebnisse nicht einfach in einer endlosen Liste. Ähnliche und zusammenhängende Ergebnisse werden strukturiert und zu Clustern zusammengefasst. Nette Details sind auch die Suchoptionen für Wikipedia und Blogs.

Experimentelle Suchmaschinen

hakia: Hakia wurde kürzlich auf dem Web 2.0 Summit als Suchmaschine der nächsten Generation in einer vorläufigen (beta) Version vorgestellt. Auf der Grundlage semantischer Analyse werden Suchergebnisse generiert, wobei der Schwerpunkt auf Bedeutung und nicht auf einzelnen Suchbegriffen liegt. In hakia kann man also durchaus ganze Sätze oder Fragen eingeben, wie z. B. “Who was Albert Einstein?” oder “What is the meaning of Life?”

Y!Q Beta: Y!Q Beta stammt aus dem Hause Yahoo Search! und funktioniert nach ähnlichen Prinzipien wie hakia. Die Schlüsselbegriffe bei Yahoo! sind “context” und “relation”. Sinneinheiten werden aus dem Zusammenhang heraus erkannt und mit ähnlichen Informationen in Verbindung gebracht. In das Eingabefeld von Y!Q Beta lassen sich nicht nur ganze Sätze oder Fragen sondern gleich ganze Textblöcke (allerdings nur in Englisch) eingeben.

Windows Live Search: Die Windows Live Search ist die hippe, zeitgemäße Ausgabe der MSN Search und verwendet neueste AJAX Technologie, die vor allem bei der Bildersuche eindrucksvoll zum Einsatz kommt. Zusätzliche Features sind u. a. eine Maps-Suche à la Google Maps und die Möglichkeit, vollständige Fragen zu stellen und Antworten von realen Menschen zu erhalten (QnA Beta).

Quintura: Quintura ist eine visuelle Suchmaschine. Nachdem man seine Suchanfrage abgeschickt hat, zeigt sich über den Suchergebnisse eine “Cloud”, ein Feld mit verwandten Begriffen, mit deren Hilfe sich die Suche weiter verfeinern lässt. Die erzielten Resulate lassen sich aus dem Menü heraus sowohl speichern als auch via e-mail verschicken.

Suchmaschinen zum Selbermachen

Rollyo: Mit Rollyo kann man sich eigene Suchrollen drehen. Voraussetzung ist eine Registrierung auf der Rollyo Seite; danach kann man gleich mit dem Bauen beginnen. Jede “Searchroll” lässt sich mit bis zu 25 verschiedenen Webseiten (URLs) seines Vertrauens bestücken und mit einem eigenen Namen versehen. Wo die Vorteile liegen, habe ich in einem früheren Beitrag bereits ausführlich beschrieben.

resultr: resultr könnte auch unter Metasuchmaschinen laufen. Unter einem Dach sind 44 erschiedene Nachrichten- und Informationsquellen versammelt und auf acht Kategorien verteilt. Dazu gehören beispielsweise Yahoo News, Technorati, Wikipedia oder YouTube. Für seine persönliche Suchmaschine kann man aus diesem Angebot auswählen, beliebig kombinieren und dem Ganzen einen eigenen Namen geben. Im Unterschied zu Rollyo ist eine Anmeldung nicht erforderlich.

Außer Konkurrenz

Big.com: Der Name ist Programm. Bei Big können die Suchergebnisse in L, XL und XXL dargestellt werden. Eine Alternative für Menschen mit Sehschwäche.

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Web 3.0 – Das Web des gesunden Menschenverstands?

Web 2.0 ist tot, es lebe Web 3.0! Der Begriff Web 3.0, der einen signifikanten Versionssprung suggeriert, das nächste große Ding sozusagen, wurde bereits des öfteren bemüht. Vor kurzem hat ihn John Markoff mit seinem Artikel “Entrepreneurs See a Web Guided by Common Sense” für die New York Times wieder einmal in den Ring geworfen. Wohl auf Grund der prominenten Platzierung löste er damit eine sehr lebhafte Debatte aus.

Markoff verwendet den Begriff Web 3.0 für die kommende, dritte Generation des Web, in der eine zusätzliche Ebene von Metadaten eingezogen wird, um intelligente Verknüpfungen über Inhalte und Bedeutungen herzustellen. Das Web soll dann weniger als Katalog, denn als intelligente Hilfe funktionieren, die präzise und detaillierte Antworten auf Fragen liefern kann.

But in the future, more powerful systems could act as personal advisers in areas as diverse as financial planning, with an intelligent system mapping out a retirement plan for a couple, for instance, or educational consulting, with the Web helping a high school student identify the right college.

Was Markoff als Web 3.0 verkaufen will, so der Tenor seiner zahlreichen Kritiker, läuft doch schon seit Jahren unter dem Begriff Semantic Web und Artificial Intelligence ist auch keine neue Erfindung.

Die folgende Auswahl an Beiträgen soll einen kleinen Einblick in den Stand der Diskussion geben:

Nicholas Carr, immer gut für eine kontroverse Aussage und ein bekennender Gegner von Web 2.0: “Personally, I’m overjoyed that Web 3.0 is coming. When dogcrap 2.0 sites like PayPerPost and ReviewMe start getting a lot of attention, you know you’re seeing the butt end of a movement.”

Mark Evans springt Markoff zur Seite und kontert Nicholas Carr’s Posting:
“Fortunately, the New York Times has come to the rescue of the restless Web elite by trumpeting the emergence of Web 3.0, which is described as the intelligent Web as opposed to the interactive Web.”

Alex Iskold hält sich raus und liefert pragmatisches Hintergrundwissen: “All agree however, that we will all be wonderfully more productive and simply happier when it [Web 3.0] arrives. Lets take a look at the ingredients, definitions and approaches to the Semantic Web so that we can recognize it when it is finally here.”

Robert Scoble wiederum legt seinen Beitrag komplett als Satire an und führt mit Web 2007 gleich den nächsten Hype ein: “So, tonight, we’re announcing Web 2007. It’s just like Web 2006 except it has more widgets. Works on Windows Vista (which will ship in 2007). Apple will make it better (they are shipping a new OS too).”

Ross Mayfield schließlich beurteilt den Begriff Web 2.0 schon kritisch, sieht aber komplett schwarz für Web 3.0: “Besides, Web 2.0 will be known as the name of a bubble. And 3.0 would only be a marketing disaster.”

Am Durchschnittsbürger wird diese Diskussion um die verschiedenen Versionsnummern des Web wahrscheinlich ziemlich spurlos vorbeigehen. Der Blogger John Cook ging in Seattle auf die Straße und sammelte Antworten auf die Frage: What is your definition of Web 2.0? Am besten gefiel mir diese:

Web 2.0? Web 2.0? I have heard that before. I think I have heard that somewhere. I think it costs money. I am not interested if it costs.

- Tracy Tame, a 59-year-old building inspector from Shoreline -

Eine Befragung in Deutschlands Fußgängerzonen würde wohl ähnliche Aussagen zu Tage fördern. Wie eine aktuelle und diesmal repräsentative Umfrage der Hamburger PR Agentur ZPR zu Akzeptanz und Verbreitung des Begriffs “Web 2.0″ herausfand, kennen ihn lediglich 6% der 16- bis 65-jährigen. Selbst bei dieser Gruppe gibt es aber noch deutliche Unklarheiten, was sich konkret dahinter verbirgt.

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Enterprise Irregulars: Enterprise 2.0 Blogs unter einer Flagge

Aus Anlass der Office 2.0 Conference, die vom 11. – 12. Oktober 2006 in San Francisco stattfand, trafen sich viele der namhaften Protagonisten von webbasiertes Tools und Services bzw. Social Software in Unternehmen. Mit Office 2.0 und Enterprise 2.0 gibt es gleich zwei Labels, die in diesem Zusammenhang und in Anlehnung an Web 2.0 benutzt werden.

Befragen wir die Experten zur Klärung und Abgrenzung der beiden Begriffe: “Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms within companies, or between companies and their partners or customers”, formuliert Andrew McAfee, der Schöpfer des Terminus, den Kerngedanken seiner Begriffsbestimmung. “Enterprise 2.0 is more than just Web 2.0 for business. Enterprise computing is far more complex than personal computing. It includes legacy environments, innumerable vendors, mismatched data sources, stringent regulations and far flung users. While Web 2.0 can deliver genuine advantages for both business users and consumers, the real “Enterprise 2.0″ will encompass a far broader and more complex vision”, konkretisiert M.R. Rangaswami (Sand Hill Group) und hilft mit dieser Ergänzung, den Begriff sowohl von Web 2.0 für Consumer als auch von der nachfolgenden Definition von Office 2.0 schärfer abzugrenzen.

Office 2.0: Office productivity environment enabled by online services used through a Web browser. By storing data online and relying on applications provided as Web services, it fosters collaboration and extends mobility, while promoting a user-centric model that fuels innovation and increases productivity.” Diese Definition stammt von Ismael Ghamali, einem engergischen Verfechter des Themas und Organisator der Office 2.0 Conference.

Der Unterschied zwischen beiden liegt in der Zielgruppe. Office 2.0 Applikationen richten sich an Individuen, Projektgruppen oder an kleine Unternehmen. Office 2.0 ist sozusagen der freche, kleine Bruder von Enterprise 2.0. Die Anforderungen im Bezug auf Integration in bestehende IT Strukturen, Sicherheit, etc. sind geringer als bei mittleren und großen Unternehmen, dafür existiert mehr Freiraum für Experimente und neue Konzepte, die vielleicht später – nach einer Erprobungsphase – Eingang in Enterprise 2.0 Technologien finden.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die besagten Protagonisten nutzten das Treffen auf der Office 2.0 Konferenz, und konsitituierten sich als Community mit dem Namen Enterprise Irregulars, Untertitel Smart Thinking for the Smart Enterprise. Ein lockerer Zusammenschluss von Experten, der durch das gemeinsame Thema getragen wird und gewisse Ähnlichkeiten mit der Web 2.0 Workgroup aufweist. Neben den individuellen Blogs haben die Enterprise Irregulars auch eine gemeinsame Plattform, die von Atlassian gesponsort wird und auf deren iUpload Software läuft.

In der Blog Directory sind die bislang 28 Mitglieder der Community mit ihren jeweiligen Blogs aufgeführt. Dazu gehören auch populäre Namen wie Ross Mayfield von Socialtext oder der Venture Capitalist Jeff Nolan. Ich vermute, dass der Österreicher Bruno Haid, Chefstratege von System One der einzige Europäer in der Runde ist.

Meine Top 5 Blogs aus dieser Liste (ohne Ranking):

Dion Hinchcliffe’s Web 2.0 BlogDion Hinchcliffe
Innovation CreatorsRod Boothby
Enterprise Web 2.0Jerry Bowles
Business Two ZeroDavid Terrar
The Impact of Information Technology (IT) on Businesses and their LeadersAndrew McAfee

Bonus Track: Das Angebot der Enterprise Irregulars wird ergänzt durch eine Social News Seite nach dem Vorbild von Digg, auf der themenbezogene Artikel von angemeldeten Mitgliedern eingestellt und bewertet werden können.

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Theme(n)wechsel: Goodbye Contempt, hello K2-lite

Vor ein paar Tagen habe ich die verfügbaren Themes von WordPress.com noch einmal durchgeschaut. Mein bis dato benutztes Contempt Theme entsprach zwar meinen ursprünglichen Vorstellungen von Klarheit und Übersichtlichkeit, aber die Widgets Kästchen in der Sidebar fingen an, mich zu stören.

Ich wollte etwas Leichteres und Offeneres und so testete ich ein paar Alternativen. In der engeren Auswahl waren Cutline, Neat und Light. Aber letztendlich entschied ich mich für K2-lite als aktuelles Theme – et voilà!

Da sich die Besucherströme auf diesem Blog in einem gerade noch überschaubaren Rahmen halten, wird es durch diesen Wechsel wohl kaum zu größeren Irritationen gekommen sein.

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Studium 2.0 – Essentielle Web Tools, Teil 1

Prolog. Ende der 80er Jahre machte ich den Sprung vom Grund- ins Hauptstudium und von der elektronischen Schreibmaschine zu meinem ersten Computer, einem Atari Mega St. Der Hauptspeicher hatte gerade mal 1 MB und die Programme mussten umständlich von Diskette gestartet werden. Das Internet war noch eine Angelegenheit für Militärs, Forscher und Freaks. Die Grundlage für das World Wide Web – die Kombination von Internet mit Hyperlinks – wurde von Tim Berners-Lee und seinen Kollegen in den Labors von CERN gerade entwickelt.

Heutigen StudentInnen stehen da ganz andere Möglichkeiten offen. Sie sind mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien aufgewachsen und vertraut.

Die meisten von ihnen verfügen über PCs oder Laptops und einen Internetanschluss. Sie haben damit Zugang zu einem riesigen Informations – und Wissensspeicher und sind in der Lage, sich weltweit zu vernetzen.

In den kommenden Wochen werde ich – über mehrere Folgen verteilt – eine Sammlung ausgesuchter Tools vorstellen, mit denen sich das Potenzial des Web gewinnbringend für das Studium nutzen lässt.

Zwölf hilfreiche Recherche Quellen

Jede Arbeit, sei es ein Referat, eine Semester- oder gar eine Diplomarbeit beginnt mit einer Recherche zum Thema. Neben dem, was die digitalen und analogen Archive der Fachbereiche hergeben, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, relevante Informationen im Web zu finden.

Internet Archive: Das Internet Archive wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, eine Online Bibilothek aufzubauen, in der historisch wertvolle digitale Inhalte gesammelt und zur Verfügung gestellt werden. Es beinhaltet Sammlungen von Texten, Audio- und Vidoedateien, Software und Webseiten.

The Wayback Machine: Ein Seitenprojekt des Internet Archive für die Zeitreise in die Vergangenheit des Internet. Hier können 55 Millionen Webseiten durchstöbert werden, die ab 1996 archiviert wurden. Man gibt einfach die Webadresse einer Website ein und erhält dann die, über die Jahre hinweg dazu gespeicherten Daten. So lassen sich beispielsweise Informationen finden, die durch Updates von Seiten verloren gingen oder gar Spuren von Seiten, die schon längst nicht mehr im Netz stehen. Kleines historisches Beispiel – eine frühe Google Seite vom 2. Dezember 1998.

Project Gutenberg: Das Projekt ist eine Internet Bibliothek mit einer Sammlung von mehr als 19.000 freien e-books, also elektronischen Ausgaben physisch existierender Bücher. Gegründet wurde das Projekt 1971 von Michael Hart. Ebenso wie bei Wikipedia sind auch hier tausende von freiwilligen Helfern involviert. Die größtenteils englischsprachigen Angebote sind Public Domain und können kostenlos heruntergeladen werden.

Wikipedia: Wikipedia ist eine freie Online Enzyklopädie, mit einem Wiki als Plattform. Tausende von Freiwilligen haben die inzwischen umfangreichste Sammlung freier Inhalte im Web verfasst. Wikipedia ist zwar nicht unumstritten, aber definitv eine der wichtigsten Referenz-Seiten im Internet. Die meisten werden Wikipedia bereits kennen und nutzen. Ich führe die Seite hier lediglich aus Gründen der Vollständigkeit auf.

The World Factbook: Das Wold Factbook wird jährlich von der CIA herausgegeben und enthält statistische Daten zu jedem einzelnen Land der Welt, unter anderem zu Bevölkerung, Regierung, Wirtschaft und Infrastruktur. Ursprünglich ein geheimes Dokument, steht es seit 1971 in öffentlichen Versionen zur Verfügung. Die Inhalte auf der World Factbook Website sind Public Domain und können ausdrücklich(!) ohne Erlaubnis der CIA verwendet werden.

Google News: Die News-Seite von Google wird aus 700 deutschsprachigen Nachrichtenquellen mit Schlagzeilen beliefert. Die Beiträge werden durch ein computergestütztes Verfahren ausgesucht, gewichtet und thematisch gruppiert. Die Darstellung kann vom Nutzer entsprechend seiner Interessen personalisiert werden. Auf Google News kann man nicht nur blättern, sondern auch gezielt nach Nachrichten suchen. Insgesamt werden über 30 internationale bzw. regionale Versionen von Google News angeboten.

Google News Archive: Das Google News Archiv bietet komfortable Möglichkeiten für historische Recherchen. Man kann nach Ereignissen oder Personen suchen und nachvollziehen, wie sie im Verlauf der Zeit beschrieben wurden. Eine automatisch generierte Zeitleiste teilt die Suchresultate in übersichtliche zeitliche Abschnitte ein.

Google Buchsuche: Für dieses Angebot arbeitet Google mit Verlagen und Bibliotheken auf der ganzen Welt zusammen. Über die Google Buchsuche kann man sich Bücher zu seinen Suchbegriffen anzeigen lassen. Neben bibliographischen Informationen liefern die Suchergebnisse auch Textauszüge, welche die Suchbegriffe im Kontext zeigen. Je nach Vereinbarung, die Google mit den Rechteeinhabern hat, werden mehrere Seiten als Auszüge gezeigt. Bücher, die nicht urheberrechtlich geschützt sind, können sogar komplett eingesehen werden. Links zu Online-Buchhandlungen runden das Angebot ab. Google Book Search ist das Pendant für englischsprachige Bücher.

Google Scholar: Google Scholar hat den Untertitel: “Auf den Schultern von Giganten”. Der Anspruch ist, die zentrale Instanz bei der Suche nach wissenschaftlicher Literatur zu den verschiedensten Themen zu sein. “Dazu gehören von Kommilitonen bewertete Seminararbeiten, Magister-, Diplom- sowie Doktorarbeiten, Bücher, Zusammenfassungen und Artikel, die aus Quellen wie akademischen Verlagen, Berufsverbänden, Magazinen für Vorabdrucke, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen stammen”, so der beschreibende Text zur Webseite. Die Gewichtung der Suchergebnisse erfolgt über Relevanz, sprich durch das Google-spezifische Ranking-Verfahren.

Yahoo! News: Die Yahoo! News sind mit ihrem Nachrichtenangebot stärker auf die USA konzentriert als Google News und bieten weniger regionale Differenzierung an. Die Darstellung der Nachrichten lässt sich aber auch hier personalisieren. Die Suchoptionen beinhalten im Unterschied zu Google News zusätzlich Nachrichten aus der Blogoshpere, die bei Bedarf separat angezeigt werden können.

FindArticles: FindArticles ist ein Angebot des Suchmaschinen Anbieters Looksmart, das Zugriff auf eine gewaltige Sammlung von mehr als 10 Millionen Artikel erlaubt. Ein weites Themenspektrum wird duch neun Hauptkategorien gegliedert, angefangen von “Arts & Entertainment” über “Business & Finance” bis hin zu “Sport”. Die Archive speisen sich aus international renommierten Publikationen und reichen zurück bis ins Jahr 1984. Bei der Suche kann man nach freien und kostenpflichtigen Premium Artikeln differenzieren.

Creative Commons Search: Mit dieser Meta Suchmaschine lassen sich Photos, Texte, Musik, Bücher und Unterrichtsmaterialien finden, die einer Creative Commons Lizenz unterliegen und die entsprechend dieser Lizenz – in vielen Fällen ohne Einschränkungen – benutzt werden können. In die Suche eingebunden sind u. a. Google, Yahoo! und der Bilderdienst Flickr.

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Web 2.0 Summit Schnipsel

Heute ist bereits der zweite Tag der von Web 2.0 Conference in Web 2.0 Summit umbenannten Veranstaltung in San Francisco. Ich hatte mir ja vorgenommen, das Ganze aus der Ferne zu beobachten. Beim Surfen auf der Konferenz Webseite bin ich in der News & Coverage Sektion auf einige interessante Meldungen gestoßen. Viele Unternehmen nutzen natürlich das starke Medieninteresse, das die Konferenz erzeugt, um Neuigkeiten zu streuen. Besonders ins Auge gestochen ist mir folgende:

Intel kündigte gestern eine Web 2.0 Business Collaboration Suite an, die sinnigerweise SuiteTwo heißen wird. Für die verschiedenen Komponenten wurden Firmen mit geballter Web 2.0 Expertise und Credibility wie Six Apart (Blogs), Socialtext (Wikis), NewsGator (RSS Reader), SimpleFeed (RSS Marketing) und SpikeSource (Open Source Lösungen) ins Boot geholt.

Auf die Frage “Why Enterprise 2.0?” gibt es auf der Webseite des Projekts kompakte Antworten, garniert mit einem Zitat der Gartner Group:

Web 2.0 represents a fundamental shift toward a more open, flexible and participatory model for creating content, systems and business models. Its application can reduce cost, enhance adaptability and create new business opportunities.

Nebenbei: Zum gleichen Thema habe ich einen Marktreport mit dem Titel “Enterprise 2.0: Web 2.0 in Unternehmen” verfasst, der auf CHECKpoint elearning erhältlich ist. Check it out!

Photo by James Duncan Davidson/O’Reilly Media

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Web 2.0 – Einsichten und Praktiken

Fast zeitgleich mit der Web 2.0 Conference dem Web 2.0 Summit, der heute im Palace Hotel in San Francisco beginnt, kündigte Tim O’Reilly, einer der Organisatoren und Chef von O’Reilly Media Inc., auf dem O’Reilly Radar Blog die Veröffentlichung des Reports “Web 2.0 Principles and Best Practices” an. Zusammen mit John Musser von ProgrammableWeb.com verfassten O’Reilly und sein Team ein 101 Seiten starkes Papier, das Einsichten zum Thema vermitteln will:

What does Web 2.0 mean to your company and products? What are the risks and opportunities? What are the proven strategies for successfully capitalizing on these changes?

Dass dafür stolze $375,00 USD berappt werden müssen, war Anlass für einige sehr aufgeregte Kommentare, in denen O’Reilly Geschäftemacherei und Verrat an den Idealen von Web 2.0 vorgeworfen wird. Verschärfend kommt wahrscheinlich hinzu, dass er in seiner Blog Post beiläufig erwähnte, er sei gerade auf Necker Island in der Karibik, um die Top Manager der Virgin Group Unternehmen in die Geheimnisse von Web 2.0 einzuweihen.

Im Teaser Text zum Report erfährt man auch bald, dass dieser weniger für einfache Blogger wie dich und mich, sondern für eine zahlungskräftigere Zielgruppe geschrieben wurde:

It’s an indispensable guide for technology decision-makers—executives, product strategists, entrepreneurs, and thought leaders—who are ready to compete and prosper in today’s Web 2.0 world.

Gemessen an den Preisen, die Analysten und Consultants wie Gartner, McKinsey oder Forrester für vergleichbare Reports aufrufen, bewegt sich O’Reilly in einem noch recht überschaubaren Rahmen.

Immerhin gewährt ein neunseitiges, kostenloses Exzerpt (PDF Download) – mit Inhaltsangabe und Executive Summary – all jenen einen kurzen Einblick, die dieses Geld nicht auf den Tisch legen können oder wollen. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass Tim O’Reilly mit “What Is Web 2.0″ das Grundlagen- und Referenzwerk schlechthin geschrieben und es völlig kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

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Die Wissenschaft vom Web

Nachdem sich mein vorhergehender Beitrag mit den inzwischen über 100 Millionen Seiten im Web beschäftigte, geht es hier um die neuesten Aktivitäten des Mannes, der zu all dem den Grundstein legte und 1991 die allererste Website ins Netz stellte. (Anmerkung: Von der originalen Seite wurde kein Screenshot gemacht; es existiert lediglich eine im Jahr 1992 erstellte Kopie.)

Die Rede ist von Sir Tim Berners-Lee, dem Direktor des World World Wide Web Consortium (W3C). Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) und die Universität von Southampton planen ein gemeinsames Forschungsprojekt, die Web Science Research Initiative unter seiner Leitung. Ziel der Inititative ist es, eine wissenschaftliche Grundlage für die zukünftige Entwicklung und Gestaltung des Web zu schaffen. In einem Exklusivinterview, das er der BCC aus diesem Anlass gab, antwortete er auf die Frage nach seiner Vision eines neuen, besseren Web:

The most important thing is that it is a creative medium. I really don’t want to say the kinds of things I want people to build. The most important thing is that we will all be astonished by the things that people build using the technology.

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